Optimale Bedingungen für ein Pflanzenaquarium?

Hallo!

Mein Name ist Matthias und ich bin schon seit 12 Jahren Aquarianer.
Bis jetzt standen für mich die Fische im Vordergrund.
Jetzt möchte ich mir aber mal ein richtig dicht bepflanztes Becken einrichten.
Mich würde mal interessieren, worauf ich bei der Einrichtung achten muss.
Ich wollte erstmal mein 160 Liter Becken dafür nutzen.
Ich habe in der Abdeckung schon 2 Röhren nachgerüstet.
Habe jetzt also 120 Watt für 160 Liter.
Ich denke das passt.
Filtern wollt ich das Becken über meinen JBL CP 250.
Wir haben recht hartes Wasser, eine UOA ist jedoch vorhanden, eine CO2 Anlage ebenfalls.
Und jetzt kommt ihr, was muss ich beachten?

Welcher Bodengrund ist für Pflanzen optimal? (Kies oder Sand)

Welche Wasserwerte sind gut für die Pflanzen? (Wie weich? Wie sauer?)

Welcher Dünger ist gut für Aquarien mit viel Licht?

Sollte ich über Torf filtern?

Welche Lichtfarbe ist optimal für das Pflanzenwachstum (830? 840? 860?)

Habt ihr sonst noch Tips für mich?

Mit freundlichen Grüssen
Matthias Müller
 


Ich versuche mal mein (leider noch relativ begrenztes) Wissen zusammenzufassen ;)

Zur Beleuchtung:
Man munkelt Pflanzen mögen lieber rötliches Licht, auch ist die Lichtausbeute (Lumen pro Watt) bei rötlicheren Röhren minimal besser.

Von daher würde ich, wenn es wirklich nur darum geht den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen auf 840er oder 830er Röhren zurückgreifen.

Zum Dünger:
Dazu findest du hier im Forum recht viele Beiträge (insbesondere vom leider ehemaligen Mitglied Naturefighter)

Wichtig ist es den Pflanzen alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Konzentration zuzufügen. Hierfür haben sich außer den üblichen verdächtigen (Düngersortimente von Dennerle, JBL, Drak...) wohl auch aus Ton und Blaukorn selbstgerollte Düngerkugeln als recht wirkungsvoll erwiesen.

Sollten in das Becken garkeine (oder nur extrem wenige) Fische einziehen und daher auch nicht/kaum gefüttert werden kann es sein das dir dadurch die Nährstoffe die sonst im Fischfutter und deshalb nicht in den typischen Aquariendüngern (wohl aber in normalen Pflanzendüngern für den Hausgebrauch) enthalten sind (z.B. Nitrate) fehlen.

Sollte also trotz ansonsten optimaler Bedingungen der Pflanzenwuchs nicht so sein wie erwartet würde ich mir auch darüber mal gedanken machen.

Auch auf eine ausreichende Versorgung mit CO2 und eine gute Strömung im Becken (zwecks Nährstofftransport) ist zu achten!

Und m.E. mit das wichtigste:
Regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich mindestens 25% besser mehr) um den Flanzen frische Spurenelente zuzuführen und die von ihnen ausgesonderten Wachstumshemmer aus dem Wasser "zu entfernen".

Ob du an den Wasserwerten noch weiter rumdoktorn musst kann ich dir nicht sagen (m.W. kommen aber die meisten Pflanzen mit den gängigen PH-Werten zwischen 6.5 und8 und auch mit Härten zwischen 3° und 20° recht gut zurecht).

Allerdings gehe ich davon aus das in härterem Wasser auch mehr Spurenelemente und Salze enthalten sind welche die Pflanzen tlw. benötigen (dies ist allerdings nur eine Vermutung).

Von der Torffilterung würde ich eher abstand nehmen da durch sie das Wasser eingefärbt wird und du dir dadurch einen großteil der Teuer erkauften Lichtleistung wieder zunichte machst bevor sie bei den Pflanzen ankommt.

Welcher Bodengrund für deine Pflanzen das Richtige ist und ob du wirklich 0,75Watt pro Liter in das Becken reinpumpen musst hängt dann wiederum von der Wahl der Pflanzen ab. Schnellwachsende Pflanzen bedanken sich für jedes Watt mehr wohingegen einige langsamwachsende Pflanzen (z.B. Anubias) lieber im halbschatten stehen.

Ich hoffe das ich Dir wenigstens ein wenig weitergeholfen habe.

Gruß Ansgar
 
Hallo,
willkommen in der Pflanzenaquaristik.

Also zuerst würde ich mir mal ein Werk über Aquarienpflanzen zulegen. Schau mal unter Christel Kasselmann. Jede Pflanze hat wirklich andere Ansprüche an die Wasserqualität. Das mit irgendwelchen Lichtspektren würde ich an deiner Stelle in die Tonne treten, denn wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die meisten Pflanzen Neutral-Weiß bevorzugen und hier die höchste Photosyntheserate aufweisen. Das mit deiner Beleuchtungsstärke ist O.K. Ich beleuchte mein 180l Becken mit 2xT8 a 30W und 2xT5 a 39W, wobei ich die 2xT8 so ab 13Uhr für 6 Stunden zuschalte. Das wichtigste am Pflanzenaquarium ist der Bodengrund. Ich verwende hier eine Mischung aus Torf und Lehm über die feinkörniger Kies angeordnet ist. Auf jeden Fall würde ich auf Flüssigdünger verzichten, da diese von den meisten Pflanzen (also über die Blätter) nicht aufgenommen werden können und nür das Algenwachstum fördern. Über Torf filtern ist möglich- mache ich auch- verwende hier aber nur eine Handvoll Torf, welche ich in einem Filterbeutel über Zeolith platziert habe (dieser nimmt die Farbstoffe gleich auf-lässt aber die Huminstoffe durch).

Wichtig ist auf jeden Fall, dass du nicht Blind in das Zoogeschäft gehst und Pflanzen kaufst-die meisten sind eh Schrott, da es sich um emerse Arten handelt oder um welche, deren Ansprüche unmöglich realisierbar scheinen- kannst mir glauben-habe Erfahrung.

Ich habe mir Arten rausgesucht, welche für meine Wasserwerte optimal sind und einen Bepflanzungsplan gemacht. Das ganze hat zwar fast ein halbes Jahr gedauert- aber es lohnt sich.

Falls du irgendwelche Fragen du Pflanzen, Boden, Filter und Licht hast kannst du dich ja bei mir melden.
 
Hallo!

Das klingt ja alles sehr interessant!
Was für Torf/Lehm sollte man nehmen?
Und dann Kies 1 - 3 mm drüber oder wie?
Wie sieht das dann mit dem Umsetzen von Pflanzen aus, funktioniert das noch?

Viele Grüße
Maik
 
zitat plant:
Wichtig ist auf jeden Fall, dass du nicht Blind in das Zoogeschäft gehst und Pflanzen kaufst-die meisten sind eh Schrott, da es sich um emerse Arten handelt oder um welche, deren Ansprüche unmöglich realisierbar scheinen- kannst mir glauben-habe Erfahrung.

hi,
pflanzen aus emerser kultur als schrott zu bezeichnen ist eine sehr gewagte these, denn das stimmt vorne und hinten nicht ! zu deiner information: über 90 % aller aquarienpflanzen werden in seriösen aquarienpflanzengärtnereien emers kultiviert, sowohl aus kosten als auch aus qualitätsgründen.

mfg
echifan
 


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