Neuling braucht Rat bei 54l Beckenplanung

Hallo liebe Forumbewohner,

mein Name ist Silvia und ich habe mich nach langem hin und her nun entschieden mich nochmal in der Aquaristik zu versuchen. Ich hatte als Kind schonmal ein kleines (54l) Gesellschaftsbecken, allerdings war das wohl eher semiprofessionell (ich war neun, dafür hat es aber rückbetrachtend doch erstaunlich gut funktioniert :D ). Mein Mann hat mir nun ein 54 l Komplettset geschenkt, aber da ich eben doch recht unerfahren bin wollte ich einmal nachhören ob meine Planung bezüglich Einrichtung und Besatz auch fischfreundlich ist. Ich bin nämlich, je mehr ich lese, zunehmend verunsichert, da ich immer wieder auf Wiedersprüche je nach Quelle stoße. So sind z.B. in meinem Aquariumbuch Schmetterlingsbuntbarsche und Ohrgitterharnischwelse als Einsteigerfische beschrieben, hier im Einsteigerguide des Forums aber als anspruchsvoll beschrieben. Auch as Beckengröße und Wasserqualität angeht finde ich überall unterschiedliche Angaben. :-(

Zu meinem Plan: Ich würde gerne in dem Becken Fische und Pflanzen aus dem Raum Asien halten. Finde Themenbecken generell sehr ansprechend. :)

Das Becken wurde geliefert inkl. Innenfilter und Heizung. Nach allem was ich gelesen habe, komme ich zu dem Schluß, dass ein Hamburger Mattenfilter die bessere Wahl sein könnte was die Filterleistung und Strömung angeht (korrekt?). Würde mir da einen anschaffen. Ich hatte so 26°C (siehe Fischbesatz unten) angepeilt, falls die Heizung dass nicht schafft, würde ich die natürlich auch austauschen. Wasserwerte habe ich noch keine, schließlich ist das Becken noch leer, würde da aber, wenn es dann mal soweit ist, dass Fische eingesetzt werden entsprechend kontrollieren.


Was den Fischbesatz angeht dachte ich an:

1 Kampffischpärchen (lieber hätte ich Zwergfadenfische, aber ich lese überall, dass sie so schnell versterben. Ist es realistisch in diese Richtung zu planen? )
8 Sechsgürtelbarben (Puntius hexazona)/ Fünfgürtelbarbe (keine Ahnung wie die jetzt richtig heißen)
6 Schachbrettschmerlen (Yasuhikotakia sidthimunki)

Ist das zuviel, grade bei den Schwarmgrößen bin ich etwas unsicher, ab wievielen Tieren sich diese wohl fühlen bzw. sich auch als "Schwarm fühlen"? Und können diese Tiere auch so miteinander vergesellschaftet werden? Brauche ich noch Algenfresser und wenn ja, wären Bienengarnelen eine Option (habe diesbezüglich total verwirrende Auskünfte bzgl. der Temperaturen bekommen) ?

Bei den Pflanzen wollte ich auf jeden Fall eine schwimmende Sorte, dachte dabei an Hornfarn. Ansonsten bin ich da eher etwas ratlos was gut zusammenpasst hatte diese Arten in Betracht gezogen:

Indischer Wasserfreund (Hygrophila difformis)
Japanisches Schaumkraut (Cardamine lyrata)
Riesen-Vallisnerie (Vallisneria americana)
Braune Tropica-Wendtii (Cryptocoryne wendtii 'Tropica')
Javamoos (Taxiphyllum barbieri (Vesicularia))
Hornfarn (Ceratopteris cornuta)

Ist da von irgendwas total abzuraten, oder geht das so in Ordnung? Ist jetzt schon abzusehen, dass ich mit CO2 düngen muss, oder muss das aus der Situation heraus entschieden werden?

So mehr fällt mir im Moment erstmal nicht ein an Fragen, freue mich nun auf Hinweise und Anregungen.

Grüße, Silvia
 


elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo Silvia,

ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber zum Besatz kurz folgender Einwand:
Wenn du bei den Kampffischen Beta splendens meinst, dann sollten die nur als Einzeltiere, also auch keine Paarhaltung, gehalten werden. Und das die Barben durchaus gerne mal an den langen Flossen knabbern, passt die Kombination Betta splendens und den Barben auch nicht gut.

Viele Grüße
Roman
 
Hallo,
Squikie schrieb:
1 Kampffischpärchen (lieber hätte ich Zwergfadenfische, aber ich lese überall, dass sie so schnell versterben.
In einem Gesellschaftsbecken werden die KaFis es wahrscheinlich auch nicht lange machen. Die sind dann meistens so gestresst, dass die ehe schon kurze Lebenserwartung verkürzt wird.
M.M.n. gehören betta splendens, ich denke um die gehts hier, in Einzelhaft. :wink:
 

fischolli

R.I.P.
Moin,

wenn du gesunde junge Zwergfafis bekommen kannst (privater Züchter) und die dann richtig gehalten werden, versterben die garnicht so schnell. Das Problem ist aber deine Beckengröße. 54l sind einfach für Langfrist-Haltung zu klein. Dann nimm den "kleinen Bruder", den Honig-Gurami. Sind genauso interessant, die Männchen sehen im Brutpflegkleid toll aus und passen auch gut in so ein Becken.

Gruß
 
Vielen Dank für die Ratschläge. An einem einzelnen Kampffisch habe ich eigentlich wenig Interesse. Ich hatte mir vorgestellt die Fische so zu wählen, dass ich sowohl Schwarmfische als auch einen "Pärchenfisch"einsetze, bei dem man ggf. Balzverhalten etc. beobachten kann. Die Guramis finde ich mindestens genauso hübsch wie Zwergfadenfische insofern stellen sie eine wirklich gelungene Alternative für mich dar. Wollte sie mir heute mal "in natura" im Handel anschauen.

Im Moment kämpfe ich etwas mit der Planung des Filters. Hatte ausgerechnet, dass die Pumpe ca 85 l/h fördern sollte. Darauf begründend würde ich nun nach einem Modell suchen, dass vielleicht zwischen 50-150 l/h regelbar ist. Macht das Sinn? Kann mir jemand ein Modell besonders empfehlen?
 

fischolli

R.I.P.
Moin,

mal abgesehen von dem fast sicher kommenden Tip: "Nimm doch einen HMF (Hamburger Mattenfilter" kuck dir auch mal die kleinen Aussenfilter an. Gerade bei so einem kleinen Becken wie 54 Liter hast du dann nicht so ein häßliches Ding im Becken, dass auch noch Platz wegnimmt. Dazu kommt die lange Standzeit, bevor der gereinigt werden muß und m.E. deutlich stabilere Werte, da eine viel größere Filter- , bzw. Besiedelungsfläche da ist. Sind in der Anschaffung sicher etwas teurer, können aber bei Beckenvergrößerung :wink: auch übernommen werden.

Ich ganz persönlich schwör ja auf Eheim. Die Classic-Serie ist robust, zuverlässig bis unverwüstlich. Ich hab alle Filter gebraucht gekauft oder geschenkt bekommen, auf alle Fälle hatten die schon einige Jahre auf dem Buckel. Und die laufen bei mir noch mit der ersten Dichtung, dem ersten Impeller ohne irgendwelche Probleme. Da ich es mit den Nummer dort nicht so habe, sag ich mal, die 20XX oder 22XX kannst du auch für so ein Becken nehmen und ggfs. etwas drosseln. Es gibt auch einen kleineren, den ich auch habe, der lief bei mir ungedrosselt, ohne das die Fische Karussell fuhren.

Gruß
 
Hallo,
mit dem Aussenfiltern von Eheim kann ich Olli nur zustimmen.
fischolli schrieb:
Da ich es mit den Nummer dort nicht so habe, sag ich mal, die 20XX oder 22XX kannst du auch für so ein Becken nehmen und ggfs. etwas drosseln.
Ich habe an meinem 54l Pott den 2211 gedrosselt dran hängen. Das Ding steht jetzt seit ca. einem halben Jahr ohne Reinigung und läuft immer noch top. Robust, wartungsarm und günstig sind die Classic-Modelle. Kann ich auch nur empfehlen.
 


Hallo,

ich wollte mal ein kleines Feedback geben und habe auch direkt das nächste Projekt und damit verbunden neue Fragen. :D Das oben erwähnte Becken ist mittlerweile von seinen Bewohnern bezogen worden. Statt der Fünfgürtelbarben sind es nun doch Keilfleckbarben geworden, da der Verkäufer meinte, erstere wären kleiner und friedlicher. Bisher scheinen sich auch alle recht gut zu verstehen und auch die Pflanzen gedeihen prächtig. Lediglich das Männchen ist seitdem es ein kleines Nest gebaut hat (wie macht man einem Fünfjährigen klar, dass Spuckebläschen bei einem Fisch ok sind, er selber das aber bitte unterlassen soll...) etwas ruppig zu seinem Weibchen, aber eigentlich hat sie viele Versteckmöglichkeiten und man sagte mir das sei ganz normal. Vielen Dank an die netten Tippgeber im Vorfeld.

Jetzt zu dem neuen Projekt: Ein Freund von uns war sein altes 80 cm Becken (112l) leid und hat es nun an uns abgetreten (habe wohl zuviel von meinem neuen Hobby gequatscht......). Das Becken hat einen momentanen "Restbesatz" von einem Pärchen Schmetterlingsbuntbarsche und 3 Marmorbeilbäuchen. Pflanzen sind im Moment fast keine mehr drin, darum würde ich mich als erstes kümmern. Dann würde ich gerne den Fischbesatz wieder etwas mit Bewohnern aus dem Raum Südamerika aufstocken. Ich dachte an

+ 3 weitere Beilbäuche (damit die vorhandenen nicht so alleine sind)
+ 10-15 rote Neon
+ 6 Panzerwelse oder 6 Ohritterharnischwelse

Ist das zuviel? Verstehen sich diese Arten untereinander? Besonders bei den Welsen bin ich mir sehr unsicher was besser passt (oder geht beides). Der Bodengrund ist feinkörniger (2-3 mm), runder, eher dunklerer Kies. Bin für jeden Tipp dankbar.

Viele Grüße, Silvia
 

fischolli

R.I.P.
Moin Sylvia,

grundsätzlich geht dein Besatz in Ordnung. Da das Becken scheinbar ja schon länger läuft, sollte es mit den Otos hinhauen. Prinzipiell kannst du auch die 6 Corys dazunehmen, wobei du kucken mußt, wie das mit den Zwergbuntbarschen hinhaut. Die sind m.E. zwar nicht so agressiv wie viele Apistogramma, aber sollten die mal brüten, bekommen die Corys auch von denen Prügel. Ist also nicht immer die ideale Kombination.

Gruß
 
Ja bei den Panzerwelsen hatte ich eh schon Bedenken wegen des Bodengrundes. Bisher ist halt feinkörniger Kies drin und nach allem was ich gelesen habe, scheinen die Panzerwelse ja doch auf sandigem Untergrund am glücklichsten zu sein. Zusammen mit dem Einwand bzgl. der Barsche werde ich dann wohl eher von den Panzerlis absehen. Welchen Untergrund die Ohrgitterharnischwelse (Becken läuft schon einige Jahre, danke für den Hinweis) bevorzugen war mir nicht ganz klar. Spielt der für die überhaupt eine Rolle? Eine generelle Frage noch in diesem Zusammenhang: Wie gut ist es möglich in einem bestehenden Aquarium den Bodengrund auszutauschen? Muss man den eh irgendwann mal saubermachen und kann dann gegen was anderes tauschen? Oder zerstört man damit mehr Mikroflora und sollte bei einem bestehenden Aquarium von sowas absehen? (Habe bei dem "neuen" Aquarium jetzt erstmal versucht den Bodengrund etappenweise etwas mit dem Mulmsauger umzuwälzen/aufzulockern und etwas zu säubern)

Viele Grüße, Silvia
 

fischolli

R.I.P.
Moin,

den Otos ist der Bodengrund völlig wurscht, das sind keine Gründel-Fische. Theoretisch kann ein Becken ewig mit demselben Bodengrund laufen. In der Praxis hab ich bisher jedes Becken irgendwann mal neu gemacht, weil der zu verschlammt war. Dabei ist Sandboden stabiler als Kies. Einen Austausch im laufenden Becken hab ich noch nie gemacht. Stell ich mir auch komplizierter und für die Fischewesentlich stressiger vor, als einmal richtig mit Kompletttausch.

Gruß
 


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