M. altispinosus, werd aus euch nicht schlau!

Hallo liebe Aquariengemeinde,

nach gründlicher Überlegung und Planung habe ich mich dazu entschlossen ein Becken einzurichten, speziell für bolivianische SBB. In dem 60er Becken habe ich viele Wurzeln und Pflanzen, und außerdem 5 Otocinclus , die ihnen Gesellschaft leisten.

Benutze extra weiches Regenwasser, gebrauche Erlenzapfen und gebe ab und an noch Torfextrakt hinzu, so dass ich schönstes Schwarzwasser habe, in dem sich die Oto's und die SBB richtig wohlfühlen.

Nun zu meinem Problem: Nach mehrstündiger Auswahl, habe ich beim Händler meines Vertrauens ein Pärchen Mikrogeophagus altispinosus ausfindig machen können. Die haben sich auch im Händlerbecken nicht weiter auffällig verhalten. Eine Woche nach dem Einsatz bei mir zu Haus dagegen, jagt das M das W. Wohlgemerkt nicht ständig, sie vertragen sich auch ab und an und "kuscheln" (berühren sich vorsichtig am Kopf und schwimmen gemeinsam umher). Sobald aber Futter im Becken ist, gönnt das M dem W keine Nahrung und vertreibt es aus seinem Revier.

Haben sich jetzt die beiden als Paar gefunden, oder muss ich damit rechnen, dass diese Hetze immer so weitergehen wird? Würde wirklich gern Nachwuchs züchten, aber das "Paar" will anscheinend nicht "Paar" sein.

Kann mir jemand dazu was sagen? Ich werd aus diesen beiden einfach schlau!

Danke, vorweg.
 


Hi!

Ich pflege selber diese Fische und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie in großen Becken besser aufgehoben sind... 54 Liter sind einfach zu klein für sie, auch wenn es oft anders gesagt wird, das ist zumindest MEINE Erfahrung.

Ich hatte schonmal 4 Stück (2M, 2W) in einem 180 Liter Becken mit nicht sehr viel Bepflanzung, aber vielen Steinen, das ging gründlich in die Hose, sie haben sich gegenseitig ziemlich zerfleddert und gejagt und ich musste sie wieder abgeben.

Mittlerweile habe ich wieder 4 (wieder 2M,2W) in einem 300er mit wirklich extrem vielen Pflanzen und das klappt gut, hier zerfleddern und jagen sie sich nicht, nur anzicken tun sie sich trotzdem manchmal, da bleibt es aber bei einem drohen, einem kurzen Maulzerren und einem Schubser, meist schwimmen sie aber sogar dann wieder alle zu 4. harmonisch in der Gruppe herum.

Soweit ich weiß haben die auch nicht diese Paarbildung, dass 1M und 1W immer harmonisch miteinander schwimmt, sie zicken, paaren sich mal wieder und zicken dann wieder, so war es zumindest bei meinen.

Du könntest noch mehr Pflanzen und Verstecke besorgen und schauen wie es dann klappt, würde mich aber nicht wundern, wenn bei diesen Zicken 54 Liter einfach zu klein sind und das unterlegene Tier nie Ruhe findet.

Liebe Grüße,

Sabrina
 
Hi.. danke für die schnelle Antwort...

Kann mir kaum vorstellen, dass noch mehr Verstecke möglich sind! Das Becken sieht jetzt schon aus, wie ein Wurzelnest(!). Habe auch schon gehört, dass das M bei einem 180er Becken das W durchs gesamte Becken jagen würde, die Größe dabei nicht wirklich ausschlagebend wäre... Hmm.. Pflanzen meintest du. An welche hättest du da gedacht?

Habe auch mal gelesen, dass man das Weibchen ordentlich füttern muss, damit sie Laich ansetzt und attraktiv auf das Männchen wirkt. Füttere deshalb reichlich mit Daphnien, Flocken und Roten MüLas. Könnte es sein, dass dann Ruhe herrschte?

Mich wundert nur diese Ambivalenz: Auf der einen Seite sind sie ganz dicke miteinander, wenn es aber ums Füttern geht, dann ist Jagd angesagt!

Nebenbei, ich habe das W an dem "Zipfel" am Bauch erkannt, diesen Eileiter oder wie er heißen mag. Das Männchen hatte ihn nicht und seine Rückenflosse war hinten auch viel weiter geschwungen. Schließe daher zwei gleichgeschlechtliche Fische aus.

Gibt es denn kein Mittel "Amorspfeil" zum treffen zu bringen?
 
Hi!

Natürlich ist die Größe des Beckens schon ausschlaggebend, bei 60cm haben sie nur halb soviel Platz von der Länge her wie bei 120cm, sprich es ist mehr Raum zum flüchten und verstecken vorhanden, und auf mehr Raum sind auch mehr Verstecke und Pflanzen... meine hätten ganz schön Arbeit wenn sie sich immer jagen wollten sich zu finden :lol:

Pflanzen würde wenn ja am ehesten was Sinn machen, was sich dicht pflanzen lässt oder buschig ist, zb. Cabomba und Limnophila, die brauchen aber relativ viel Licht, ich weiß nicht ob die mit einem ziemlich dunklen Torf Becken klar kommen, ich hab ein ziemlich helles Aquarium.

Die Bolivianer brauchen aber übrigens auch nicht unbedingt Torf Becken, die kommen mit normalem Leitungswasser gut klar solange es nicht Beton ist und man kann sie auch darin züchten, das ist ehr Geschmacksache ob man sie in normalem oder Torf Wasser halten will.

Normales hat aber den Vorteil, dass man mehr Auswahl an Pflanzen hat, da es heller ist und zuviele Huminstoffe die Pflanzen auch am wachsen hindern können.

Wenn du deinen Torf weiter behalten willst probier es vll ehr mit Vallisnerien, Cryptocoryne, Javafarn, Anubias und Echinodorus, die sollten auch mit weniger Licht klar kommen.

Damit die Weibchen Laich ansetzen brauchen sie viel Frost und Lebendfutter, das ist schon richtig, ist glaub ich bei allen Barschen so, aber was ist wenn sie dann gelaicht haben? Das dauert dann wieder einige Wochen bis es wieder soweit ist und in der Zeit wird er sie wieder nicht anders behandeln... sie kann ja nicht ständig Kinder bekommen damit Frieden ist.

An den Flossen kann man es nicht immer sehen wer was ist, bei meinen sieht man zb keinen großen Unterschied, aber meine hatten beim Kauf und auch jetzt bei mir Laichansätze, die Weibchen haben einen rundlichen dickeren "Zipfel" die Männchen nur einen winzigen spitzen "Zipfel".

Ich hoffe ich konnte soweit deine Fragen beantworten und dir ein bisschen helfen.

Liebe Grüße,

Sabrina
 
hallo
habe auch gerade 2 bsbb gekauft! woran erkennt ihr bei den tieren denn ob sie m oder w sind??? nach meinen erkentnissen kann man es gerade bei bsbb so gut wie gar nicht erkennen...auch im alter nicht!
ich denke das ich 2 m habe...die jagen sich durch mein 120cm becken...kreuz und quer.....aber der schwächere schwimmt auch immer wieder zum stärkeren bekommt dann einen auf den deckel...und dann gehts wieder von vorn los! er ist schon am körper ein wenig grau. ich denke das kommt vom dauerstress des gejagt werdens. obwohl er versteck möglichkeiten genug hat.
habe mir das irgendwie anders vorgestell mit den beiden! und das geht jetzt schon 3 wochen so!

gruß runner
 
Also, die Erkennung machen sie einem auch echt nicht leicht. Manchmal zweifel ich selber noch.. :cry:

Im Wesentlichen habe ich sie an ihrer Rückenflosse und ihren "Legerohr" unterschieden. Bei meinem M ist die Rückenflosse länger und nach hinten deutlich weitergeschwungen, während das W die flosse am Ende eher abgerundet hat. Außerdem hat nur das W so ein "Laichrohr"...

Du solltest auch beim Kauf warten, bis sie ein gewisses Alter erreicht haben, in dem solche Merkmale auch auftreten.

Hab nochmal grade ins Beckengeschaut: Die beiden "hocken" da ganz brav keine 5cm voneinander unter einer Wurzel und "buddeln" im Sand nach was zu Essen.

Sind eure Bol. SBB denn wirklich so schön rot an den unteren Flossen? Kann bei meinen da nur einen kleinen Rotschimmer erkennen, wobei das auch an meinem Schwarzwasser liegen kann...

Die "Dunkelfärbung" kommt tatsächlich vom Stress. Wenn mein W gejagt wird wird sie fleckenweise "tiefgrau". Die Dunkelfärbung verschwindet allerdings auch rasch wieder...

Aber ja mal interessant, dass diese Ruppigkeit bei diesen Fischen "normal" ist... :wink:
 
hi,

wie sieht so ein legerohr denn aus!! der eine dickere bei mir hat so eine art stachel! ist das die legeröhre????

wenn ja würde das weibchen bei mir das kleiner männchen jagen! :?

runner
 


Hallo liebe Freunde des Bolivianers!

Endlich... seit nun knapp einem halben Jahr habe ich mit größter Sorge mit angesehen wie sich mein "Bock" und sein "Weibchen" bekriegten, ohne recht zu wissen, welchem Geschlecht sie angehören... nun hat es ein Ende - endlich!
(Um ehrlich zu sein, jagen sie sich jetzt noch ab und an... also, Indikatoren der Geschlechterbestimmung á la Sozialverhalten scheiden definitiv bei diesen Tieren aus...)

Als ich heute ins AQ blickte, staunte ich nicht schlecht:
Drei große Löcher im Sand und eine große Sandwolke um meine Bolivianer... Sandwolke?!?! Nochmal nachgeschaut und .... da schwammen sie: ca. 80muntere Mini-Bolivianer... schön um ihre "Eltern" herum, die brav damit beschäftigt waren Brutpflege zu betreiben.

Ich hatte es also geschafft - wider der Meinung die Bol.SBB würden sich in einem 60er nicht wohlfühlen. Nun gut, ich habe das Becken auch entsprechend umgebaut (Entgegen der Meinung der Microg. Altisp. mag gern Höhlen, verzichtete ich weitestgehend auf sie, da meine beiden eher schattige Plätze unter großen Blättern oder "Wurzeldächern" bevorzugten).
Die Strömung im Becken habe ich auch drastisch runter geschraubt, dafür ordentlich Pflanzen rein (das Becken ist recht zugekrautet - den Schwimmpflanzen sei Dank)...

Naja, jetzt habe ich meine langersehnte Meute im Becken und freue mich an deren Anblick... wenn da nicht ....

... wenn da nicht die Ungewissheit wäre, wie ich 80 (!) Bolivianer in einem 60er Becken versorgen soll?! Was soll ich füttern: Frostfutter? Wieviel und wie oft? Wielange können sie in diesem Becken bleiben, ohne dass sie sich sonderlich Stress machen? Hat jemand Erfahrung mit der Aufzucht ?

Danke im Vorraus...
Dominik
 


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