Kaltwasseraquarium - Flussbarschbesatz

Hallo,

Seit längerem spiel ich mit der Idee, ob ich mir nicht ein Kaltwasseraquarium zulegen sollte. Also ein Kaltwasseraquarium mit heimischen Fischen. Da ich Angler bin und als 'Beifang' häufig kleine Flussbarsche (Perca fluviatilis) erwische, kam mir die Idee, ob ich nicht ein Aquarium mit dieser Art besetzen könnte.
Jetzt wurde vor einiger Zeit bei mir auch ein Aquarium frei, da ich den S. Marginatus der darin schwamm in mein 1000er mit P. Nattereri vergesellschaftet habe. Allerdings ist dieses Becken nur 160 Liter groß (100*40*40).
Ja, ich weiß, dass Barsche theoretisch bis zu 50cm groß werden können, ja, ich weiß, dass 160 Liter schon bei über 15cm deutlich zu klein sind. Aber die Bestände in den hiesigen Baggerseen sind extrem verbuttet, weshalb ich selten Barsche gefangen habe, die über 10cm lang waren.
Deshalb kommt jetzt meine Frage:
Mein ihr es wäre möglich 4-5 Exemplare (ca. 8-12cm) in dem Becken zu halten?
Ist es außerdem rechtlich erlaubt, die Fische zu entnehmen und mit nach Hause zu bringen? (Ich mein jetzt vom Gesetzt her, nicht vom Besitzer des Gewässers. Ich besitze auch einen Angelschein, sowie Erlaubnisschein, also darf ich dort angeln (nicht, dass da erst Fragen aufkommen :wink: )).
Wie siehts mit Futter aus? Ich dachte an Maden, Würmer, ab und zu evtl. kleine lebende Fische - habt ihr noch Ergänzungen?
Bei der Einrichtung würd ich vorwiegend Holz verwenden, also Moorkienwurzeln und Buchenäste (mit denen hab ich schon Erfahrungen, die gehen gut!), außerdem, würd ich eine Ecke stark mit Pflanzen verkrauten. Da gibts ja einige, die kalte Wassertemperaturen vertragen. Den Boden hab ich ja schon, das ist schwarzer Kies. Meint ihr das passt auch alles so?
Und wenn die Tiere dann doch zu groß werden würden (ich weiß nicht, ob die Wachstumsstörung wegen der Verbuttung sich wieder auflösen kann - weiß das wer?), gäbe es 3 Möglichkeiten.
1: Besitzen wir einen großen Fischweiher (Besatz: Regenbogenforellen, Bachforellen, Bachsaiblinge, sowie einige Rotfedern), da könnten die Fische rein.
2: Könnte ich die Fische wieder in den Baggersee entlassen.
3: Könnten die Barsche gegessen werden (obwohl mir das vermutlich schwer fallen würde, wenn ich sie gepflegt hätte).
Also da säh ich keine wirklichen Probleme.
Könnt ihr das alles so absegnen, oder habt ihr irgendwelche Einwände?

So viel jetzt erst mal von mir, ich freue mich über Antworten!

Grüße Milan
 


Hi,

ich weiss nicht in wie fern das legal ist, aber ich habe das schonmal so gesehen. Ist auch schon eine Weile her aber ein Anglerkollege hat sich mal Flussbarsche in einem 2m Becken gehalten aber das waren bestimmt 8-10 in der Größenordnung die du beschrieben hast. Wenn man das jetzt runterbricht auf deine 5 und er die damals Artgerecht gehalten hat könnte das hinhaun.

Jedoch weiss ich nicht wie lange er die da drin hatte, bzw. wie groß die geworden sind. Anscheinend ist es aber gängig das sich so mancher Angler die Fische halten um einen Vorrat an Köderfischen für die nächste große Raubfischjagt zu haben.

MfG
 

MOOSKUGEL

Moderator
Teammitglied
Moin,
Wombacher schrieb:
Anscheinend ist es aber gängig das sich so mancher Angler die Fische halten um einen Vorrat an Köderfischen für die nächste große Raubfischjagt zu haben.
jupp, bei nicht geschützten Arten läuft das unter dem Thema "Köderfischfang" :wink:

Müssen es denn unbedingt Flussbarsche sein? Es gibt doch auch kleinere heimische Arten, die gut in so ein Becken passen würden.
Ich hatte so was mal längere Zeit mit dreistachligen Stichlingen auf dem Balkon am laufen, sogar den Winter über.
Kannst ja mal reinschauen:
aquarium-talk-f9/balkonbecken-mit-einheimischen-t86653.html#p710767

Gruss Heiko
 
Moin

ich hab die Flußbarsche auch, allerdings im Gartenteich. Die sind schon recht agil... 100cm für extreem verbuttete ist aus meiner Sicht Oberkante.

Was ich mir vorstellen könnte wäre der ominpräsente und nervige Beifang Kaulbarsch, der ist ja doch ne Ecke kleiner.
Keine Ahnung, ob man die in Deutschland einfach so fangen darf, wenn nicht, dann halt nach Holland fahren :mrgreen: .
 
Hi,

Danke erstmal für die Antworten!
Das mit dem Köderfischvorrat ist ja auch keine schlechte Idee - da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Dann müsst ich sie aber zum ablaichen bringen. Naja, erstmal egal, vielleicht ergibt sich da ja was :mrgreen:

MOOSKUGEL schrieb:
Müssen es denn unbedingt Flussbarsche sein?

Ja, ich hätte schon ganz gerne Flussbarsche, da ich Raubfischfan bin und ich die eben selber beschaffen kann. Stichlinge hab ich bis jetzt noch nicht gefangen. Elritzen wären zwar auch ne Option, sind ja auch schön aunzusehen, aber die sind halt keine Räuber, wie es die Barsche sind. Hmmm...

Dein Becken ist (war?) ja echt der Hammer! So viele Pflanzen hab ich nichtmal in meinem 1000er. :mrgreen:
Da bekommt man grad Lust sich hunderte Aquarien aufzubauen :lol:

GreenHacker schrieb:
Was ich mir vorstellen könnte wäre der ominpräsente und nervige Beifang Kaulbarsch, der ist ja doch ne Ecke kleiner.
Keine Ahnung, ob man die in Deutschland einfach so fangen darf, wenn nicht, dann halt nach Holland fahren :mrgreen: .

Kaulbarsche hab ich noch nie gefangen, sind die überhaupt in Baden vertreten? Heißt die Mündungsregion zu den Meeren nicht "Kaulbarschregion", falls ich mich richtig erinner?
Aber Beifänge sind doch nie nervig! Falls man sonst an dem Tag nichts fängt kann man wenigstens sagen, man hatte nen Fisch am Haken :mrgreen:


Grüße
 

Mudskipper

Mitglied
Hydratationskoala schrieb:
Hallo,

Seit längerem spiel ich mit der Idee, ob ich mir nicht ein Kaltwasseraquarium zulegen sollte. Also ein Kaltwasseraquarium mit heimischen Fischen. Da ich Angler bin und als 'Beifang' häufig kleine Flussbarsche (Perca fluviatilis) erwische, kam mir die Idee, ob ich nicht ein Aquarium mit dieser Art besetzen könnte.
Jetzt wurde vor einiger Zeit bei mir auch ein Aquarium frei, da ich den S. Marginatus der darin schwamm in mein 1000er mit P. Nattereri vergesellschaftet habe.
Moin,

cool. Welche Maße hat der Tank denn? Fotos?
Ich habe ja nicht so ein dickes Becken, finde die aber zum gucken immer klasse :D !

Allerdings ist dieses Becken nur 160 Liter groß (100*40*40).
Ja, ich weiß, dass Barsche theoretisch bis zu 50cm groß werden können, ja, ich weiß, dass 160 Liter schon bei über 15cm deutlich zu klein sind. Aber die Bestände in den hiesigen Baggerseen sind extrem verbuttet, weshalb ich selten Barsche gefangen habe, die über 10cm lang waren.

Mag sein, das Du an arg kleine Populationen kommst, aber noch wichtiger als das(echt knappe) Becken ist die Temperatur. Dauerhaft Ü20Grad machen die nicht mit und im Winter muss es kalt sein - oder Du setzt sie ab Anfang Oktober wieder aus.
Ich hatte mal vor Jahren in einem 300l Kellerbecken für einige Wochen Flußbarsche, die mir aber keine wirkliche Freude bereiteten. Sie waren extrem schreckhaft, sind kaum ans Futter gegangen und wirkten einfach vermenschlicht gesagt völlig unentspannt, sprich im Dauerstress.

Du kennst es ja einfach mal testen.

lg
 
Moin

stimmt, dass die Kerle aus Küstennähe stammen, habe ich gar nicht bedacht. Ich habe die am Ijsselmeer (Süßwasser) ständig am Haken, meistens dann, wenn ich gerade auf was größeres abziele....

Zu "meinen" Flußbarschen im Gartenteich kann ich nur sagen: Hab die vor 1.5 Monaten vom Ijsselmeer mitgebracht (3 Stück, 8-12 cm) und die in unseren Gartenteich (ca 1000l) gesetzt. Die erste Woche habe ich die auch kein Stück gesehen, dann immer mal wieder einen.

Irgendwann habe ich angefangen, an einer Ecke täglich größere Portionen Würmer und Larven ins Wasser zu kippen ( aus den Regentonnen getümpelt :wink: ) und mittlerweile würde ich die schon fast als Handzahm bezeichnen, die sind kaum noch anders als Guppies, Mensch-> Futter :mrgreen: .

Wenn du dich denn jetzt echt fürn AQ mit Flußbarschen entscheidest, würde ich das aber schon seehr dämpfen wegen Licht, vllt auch erst mal 3 von vier Scheiben abkleben, damit die sich langsam an dich vor der Scheibe gewöhnen...
 


Mudskipper

Mitglied
GreenHacker schrieb:
Moin

stimmt, dass die Kerle aus Küstennähe stammen, habe ich gar nicht bedacht.

Moin,

Kaulbarsche findest Du in quasi fast ganz Deutschland, in Küstenregionen sind sie lediglich häufiger.
Das sind sehr anpassungsfähige Fische.

lg
 
Moin Milan,

Verbuttung ist kein Dauerzustand sondern löst sich bei Behebung der Ursachen dafür wieder auf. Allerdings dürftest Du in Deinem geplanten Becken ziemlich schnell wieder Ursachen für die Verbuttung bzw. den Kümmerwuchs schaffen.

Ob es zulässig ist lebende Fische einem Gewässer zu entnehmen und diese an einen anderen Ort zu verbringen regelt das entsprechende Landesfischereigesetzt und die Gewässerordnung. Gleiches gilt für Deinen Plan die Fische, sobald sie zu groß geworden sind, zurück zubringen. Nur hier ist es so, dass dies in der Regel nicht erlaubt ist.

lg

Sascha
 


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