Fische in 30 Liter?

Henny

Mitglied
Hallo Ihr,

ich bin gerade dabei, mein 30 l- Becken für Red-Fire-Garnelen fertig zu stellen (Nachwuchs erwünscht). Natürlich wäre es nett, wenn sich auch 'obenrum' etwas tun würde. Ich habe schon viel gelesen und gefragt, bin aber bis jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass in eine 30-Liter-Pfütze dauerhaft wirklich nur Schnecken und Wirbellose gehören.
Kennt von Euch jemand vielleicht trotzdem eine Fischart, die man besten Gewissens in 30 l (effektiv nur ca. 23 l) halten kann und die den Garnelen nichts tut und nicht zu anspruchsvoll ist?
Außerdem habe ich hartes Wasser (PH 7,7 / GH 14 / KH 10). Wenn sich eine Fischart in der Pfütze aber wohlfühlen würde, könnte ich die Werte mit Osmosewasser senken.
Bin gespannt, ob jemand von Euch doch noch einen Zauberfisch kennt.

Danke und viele Grüße von
Henny
 


Dreamtem

Mitglied
Hallo Henny,
ich denke dass Endler Guppys am geeignetsten sind. Für die ist hartes Wasser kein problem, ausserdem kann man sich die Heizung sparen ;-) (zumindest wenn das Becken im beheitzten Raum steht). Da sie sich gut vermehren solltest Du aber vorher überlegen ob Du Abnehmer für die Fische hast oder ob Du nur Männchen hältst.

Gruß Martin
 

OR

Mitglied
Hi

ich würde dir eher zu ca.10 Boraras brigittae raten :wink: Die sind echt schön und bleiben recht klein.

Endlers würden aber wohl auch gehen...

LG
oscar
 

Henny

Mitglied
Hallo Ihr,

erst einmal Danke für Eure Antworten.

Als ich Boraras brigittae vor ca. zwei Jahren zum ersten Mal bei einem Händler gesehen habe, war ich ganz begeistert von den hübschen Kleinen und gedanklich waren sie sogleich in meine 23 Netto-Liter-Pfütze eingezogen.
Allerdings haben meine Fragen bei diversen Händlern und meine Recherchen im Internet bis jetzt ergeben, dass die Moskitos sehr weiches Wasser benötigen, sich in größeren Schwärmen in dicht bepflanzten Becken wohlfühlen und außerdem sehr bewegungsfreudig sind und deshalb auf keinen Fall in Becken unter 60 Litern gehalten werden sollen. Ich höre jetzt zum allerersten Mal, dass man die Moskitos guten Gewissens auf so engem Raum unterbringen kann. Auch die Händler, die mir die Tiere ja hätten verkaufen können, haben mir eindringlich davon abgeraten. Viele Leute würden Moskitos zwar aufgrund ihrer geringen Größe in Nano-Cubes halten, für die Tiere wäre das aber gar nichts.
Außerdem bin ich zwar bereit, meine Wasserhärte ggf. ein wenig zu senken, so weich möchte ich das Wasser aber nicht machen.

Die Endler-Guppys haben zwar kein Problem mit meiner Wasserhärte, aber hier sehe ich das gleiche Platzproblem. Auch Endlers sind sehr bewegungsfreudig und würden sich in dem Becken wahrscheinlich fühlen wie ein Hase im kleinen Käfig. Ich habe mal zwei Männchen in einem 80er-Becken gehabt und das haben sie auch voll ausgenutzt. Ich denke, auch hier sind 60 l die vertretbare Mindestgröße.

Oder sehe ich das zu eng mit der Enge?

Viele Grüße von
Henny
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo,

man darf die Besatzfrage nicht immer nur an der Literzahl ausmachen. Es kommt immer auf die Ausmaße des Beckens an. Was nützt einem Fisch, der Schwimmraum in der Grundfläche benötigt ein hohes AQ wie z.B. das AquaArt 30 von Tetra? Gar nichts! Also immer auf die Bedürfnisse der Fische achten in Bezug auf den Schwimmraum, den sie beanspruchen.

Viele Grüße
Roman
 
Hallo
Wie wäre es mit Boraras urophthalmoides ? Die Endler knabbern manchmal die Schnecken an, und ich weiss nicht wie human sie sich gegenüber dem Garnelennachwuchs verhalten.
 

Henny

Mitglied
Hallo Roman,

da hast Du völlig Recht.
Genau um dieses AquaArt 30 von Tetra (35 H / 35 B / 25 T) handelt es sich nämlich. Im Garnelenforum hatte ich das auch geschrieben, hier bin ich irrtümlich automatisch davon ausgegangen.

Sind 30-Liter-Becken mit einer geringen Höhe und dafür viel mehr Grundfläche denn überhaupt üblich? Aus dem Handel kenne ich nämlich keine Becken mit einer Kantenlänge von 40- 45 cm. Da wird immer nur dieses Tetra-Teil oder der Cube von Dennerle angeboten, aber der gibt von der Grundfläche ja auch nicht viel mehr her und hat sogar noch eine kürzere Kantenlänge.

Wie wäre es mit Boraras urophthalmoides ?
Hallo Moni,

das sind auch nette Tierchen. Allerdings brauchen auch die sehr weiches Wasser und mehr Kantenlänge wegen des Schwimmraums. Oder?

Viele Grüße von
Henny
 


Hi,
Henny schrieb:
Sind 30-Liter-Becken mit einer geringen Höhe und dafür viel mehr Grundfläche denn überhaupt üblich? Aus dem Handel kenne ich die nämlich nicht. Da wird immer nur dieses Tetra-Teil oder der Cube von Dennerle angeboten, aber der gibt von der Grundfläche ja auch nicht viel mehr her.
klar findet man in den Läden qquasi nur diese (mehr oder weniger) würfelförmigen Becken. Es geht bei diesen Becken auch nicht um sinnvolle Maße für die Fischhaltung, sondern um Design. Ob die Teile sinnvoll sind, hat sich bei der Entwicklung und Vermarktung keiner gefragt. Trotzdem 30 Liter erst einmal genug sind um eine ganze Reihe Fische darin halten zu können, sind die Maße denkbar schlecht (wenn auch nicht komplett ungeeignet).
Wer also wenig Wasser und viel Möglichkeit will, sollte an den völlig überteuerten Design-Nano-Becken vorbei gehen, und im Zooladen oder besser direkt beim Aquarienbauer ein flacheres Becken mit größerer Grundfläche bestellen (die sind auch deutlich billiger!). Das Becken darf dann auch ruhig lang gestreckt sein. Mein 80x20x20 cm Becken zB hat auch nur 30 Liter, ermöglicht mir aber ein völlig anderes Spektrum an Tieren als ein "Cube" gleichen Volumens.
Wer allerdings auf die teuren Design-Würfel steht, soll ruhig machen. Dafür gibt es ja Garnelen und Schnecken.

ps: Boraras gehören übrigens genau zu den Tieren, die als "Nano-Fische" angeboten und in Massen gekauft werden, im Grunde aber nix für den Einsteiger sind. Vor allem im klassisch bepflanzten, hell ausgeleuchteten "Nano-Cube" sind die nicht gut aufgehoben.
 

Henny

Mitglied
Hallo Frank,

bezüglich der Fischlein in Nano-Cubes sehen ich das ganz genau so. Ich wollte nur mal Eure Meinung dazu erfahren und hören, ob jemand von Euch vielleicht doch einen Cube-fähigen Fisch kennt.

Genau an der Stelle, wo bei mir dieses Becklein steht, ist nur ein Cube möglich. Also werde ich es darin bei Schnecken und Garnelen belassen. Das macht auch gar nichts, ich habe ja schließlich noch vier weitere Becken, in denen sich reichlich Fische tummeln.
Übrigens war mir nicht bekannt, dass Sonderanfertigungen beim Aquarienbauer preislich erschwinglich sind. Das ist gut zu wissen.

Danke für Eure Antworten.

Viele Grüße von
Henny
 

der_andy

Mitglied
Hi,

Aber Boraras brigittae ... gefühlt eher nicht ... da ist doch schon Bewegung drin in so ner Gruppe.
Keine Ahung, ob das "schlecht" für die Fische ist. Aber ich stell es mir sicherlich langweilig vor. Mach irgendwie keinen Sinn in einem kleinen Becken nur mit kurzen Kanten.

Dann eher was kleines, das so quasi-territorial um seine Wurzel herumhuscht.

Sind halt unpraktisch, diese gedrungenen Becken. :?

Grüße,
Andy
 
Henny schrieb:
Die Endler-Guppys haben zwar kein Problem mit meiner Wasserhärte, aber hier sehe ich das gleiche Platzproblem. Auch Endlers sind sehr bewegungsfreudig und würden sich in dem Becken wahrscheinlich fühlen wie ein Hase im kleinen Käfig. Ich habe mal zwei Männchen in einem 80er-Becken gehabt und das haben sie auch voll ausgenutzt. Ich denke, auch hier sind 60 l die vertretbare Mindestgröße.

Das halte ich eher für Quark. Ist doch klar, dass sie in einem 80er Becken den gesamten Platz ausnutzen und nicht nur auf einer Länge von 30cm auf und ab schwimmen :roll:
Bei mir läuft's zumindest gut mit 2m/2w + Nachwuchs.

mfg
danny
 

Henny

Mitglied
choize schrieb:
Das halte ich eher für Quark. Ist doch klar, dass sie in einem 80er Becken den gesamten Platz ausnutzen und nicht nur auf einer Länge von 30cm auf und ab schwimmen :roll:
Bei mir läuft's zumindest gut mit 2m/2w + Nachwuchs.

Hallo Danny,

das halte ich nun ebenso für Quark. Wenn es so klar ist, dass sie 80 cm aktiv beschwimmen, dann haben sie wohl auch Bedarf an längeren Schwimmstrecken. Wenn sich ein gesunder Fisch auf 80 cm nur stückchenweise bewegen würde, dann käme er vermutlich auch mit der Hälfte aus.
Woran erkennst Du denn, dass es bei Dir auf 30 cm gut läuft? Daran dass die Fische nicht mit dem Bauch nach oben schwimmen oder sich gegenseitig zerfleischen? Was sollen Deine Tiere auch machen, wenn Du ihnen nicht mehr Platz zur Verfügung stellst? Eine Fischdemo kommt wohl nicht in Frage! (Wär' aber mal eine lustige Vorstellung) :)

Viele Grüße von
Henny
 

OR

Mitglied
Hi

wenn es Fischen nicht gut geht erkennt man das schon :wink:
Sie zeigen sích dann entweder kaum, sind scheu oder vehalten sich eben anders als normalerweise :wink:

LG
Oscar
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo Oscar,

das ist zwar richtig, aber Fische in zu kleinen Becken müssen erst einmal gar nicht auffällig sein. Bloß mit der Zeit sind sie durch den Bewegungsmangel und Streß anfällig für Krankheiten und die Lebenserwartung nimmt beträchtlich ab.

Viele Grüße
Roman
 
Hi,
elchi07 schrieb:
Bloß mit der Zeit sind sie durch den Bewegungsmangel und Streß anfällig für Krankheiten und die Lebenserwartung nimmt beträchtlich ab.
ist das so? Was passiert denn, wenn ich einen kleinen, rheophilen Schwarmfisch in einen 30er Würfel packe und eine so starke Strömung einbringe, dass die Fische wie in der Natur den ganzen Tag dagegen ankämpfen müssen?
 
Henny schrieb:
choize schrieb:
Das halte ich eher für Quark. Ist doch klar, dass sie in einem 80er Becken den gesamten Platz ausnutzen und nicht nur auf einer Länge von 30cm auf und ab schwimmen :roll:
Bei mir läuft's zumindest gut mit 2m/2w + Nachwuchs.

Hallo Danny,

das halte ich nun ebenso für Quark. Wenn es so klar ist, dass sie 80 cm aktiv beschwimmen, dann haben sie wohl auch Bedarf an längeren Schwimmstrecken. Wenn sich ein gesunder Fisch auf 80 cm nur stückchenweise bewegen würde, dann käme er vermutlich auch mit der Hälfte aus.
Woran erkennst Du denn, dass es bei Dir auf 30 cm gut läuft? Daran dass die Fische nicht mit dem Bauch nach oben schwimmen oder sich gegenseitig zerfleischen? Was sollen Deine Tiere auch machen, wenn Du ihnen nicht mehr Platz zur Verfügung stellst? Eine Fischdemo kommt wohl nicht in Frage! (Wär' aber mal eine lustige Vorstellung) :)

Viele Grüße von
Henny

Mit dem letzten Absatz hast du dich für mich selbst disqualifiziert, noch eine gescheite Antwort zu bekommen.
Pack du weiterhin 2 Endler Männchen in ein 80cm und erfreue dich an ihrem "Bewegungsdrang".

mfg
danny
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo,
FKS schrieb:
Hi,
elchi07 schrieb:
Bloß mit der Zeit sind sie durch den Bewegungsmangel und Streß anfällig für Krankheiten und die Lebenserwartung nimmt beträchtlich ab.
ist das so? Was passiert denn, wenn ich einen kleinen, rheophilen Schwarmfisch in einen 30er Würfel packe und eine so starke Strömung einbringe, dass die Fische wie in der Natur den ganzen Tag dagegen ankämpfen müssen?
hier im Thread ist die Besatzfrage ja noch gar nicht geklärt. Deshalb ging es ja erst einmal um grundsätzliche Überlegungen. Klar kann man, wie in deinem Beispiel, den Fischen sozusagen das "Hamsterrad" vorsetzen - aber darum ging es hier ja eigentlich nicht. :wink:
In meinem Beitrag habe ich nur der pauschalen Aussage widersprochen, dass man den Fischen das zu kleine Aquarium sofort ansieht.

Viele Grüße
Roman
 
Hallo zusammen,

ich kann zu diesem Thema beitragen, dass ich sowohl in 110l, 50l und 25l Endler schwimmen hatte. Alle Tiere sind gesund jedoch haben die weiblichen Tiere im 25l Becken höchstens ein drittel der normalen Größe erreicht. Futterbedingungen waren in allen drei Becken identisch.
In meinen 110 Litern sind es übrigens die schwimmfreudigsten Fische.
Aus diesem Grunde habe ich für mich beschlossen Poecilia wingei nicht mehr unter 50l zu halten.
 
felisa8687 schrieb:
Hallo zusammen,

ich kann zu diesem Thema beitragen, dass ich sowohl in 110l, 50l und 25l Endler schwimmen hatte. Alle Tiere sind gesund jedoch haben die weiblichen Tiere im 25l Becken höchstens ein drittel der normalen Größe erreicht. Futterbedingungen waren in allen drei Becken identisch.
In meinen 110 Litern sind es übrigens die schwimmfreudigsten Fische.
Aus diesem Grunde habe ich für mich beschlossen Poecilia wingei nicht mehr unter 50l zu halten.

Also ich habe meine Endler Weibchen in den 30er Cube gesetzt, als sie noch halbwüchsig waren und sie haben jetzt dieselbe Größe erreicht wie ihre Mütter im 54er Becken.

Können wir uns mal alle, die hier gerade über "schwimmfreudige" Endler bzw. generell Guppys diskutieren, frage, warum sie sooooo "schwimmfreudig" sind? Liegt es vielleicht, aber auch nuuuuuuur vielleicht daran, dass die Männchen permanent an den Weibern rummachen wollen und die Weiber gleichzeitig nicht permanent von den Lustmolchen bedrängt werden wollen?

mfg
danny
 


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