Das alte Problem: "Wer misst, misst Mist". Bei den üblichen Thermometern sind Toleranzen von +-1°C normal. Egal ob das nun analog oder digitale Thermometer sind.
Ein Bereich wo es auf "genaue" (es gibt keine genauen Messungen, jede Messung ist mehr oder weniger ungenau) ankam, waren Fotolabore...bzw. auch noch bei denjenigen Fotografen die noch analog selbst entwickeln. Und genau so eines habe ich:
https://www.fotoimpex.de/shop/fotolabor/kaiser-praezisions-thermometer.html
Das eignet sich nicht unbedingt für den dauerhaften Einsatz im Aquarium, aber für die Kontrollmessung.
Was die Begriffe "geeicht" und "kalibriert" betrifft:
Eichen dürfen nur die Eichbehörden. Geeicht wird immer dann wenn es um Geld geht: Wasserzähler im Haus, Tankstelle, Waage im Supermarkt ... ein "geeichtes" Thermometer wird man deshalb vermutlich niemals zu Gesicht bekommen. Mir fällt zumindest nichts ein wo das verwendet wird. Wenn etwas geeicht ist, dann war das Gerät zum Zeitpunkt der Eichung innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzen.
Kalibrieren darf im Prinzip jeder (ausgenommen DAkkS Kalibrierungen was zertifizierten Laboren vorbehalten ist). Der grösste Irrtum besteht darin zu denken, dass ein kalibriertes Gerät sich innerhalb seiner Spezifikation befindet.
"Kalibriert" bedeutet nur, dass die Messungenauigkeit erfasst und dokumentiert wurde und der Messwert auf ein nationales oder internationales Normal rückführbar ist.
Bei einer Kalibrierung wird das Gerät nicht verändert. Im Kalibrierzertifikat kann man dann die Abweichung nachlesen und den angezeigten Wert damit korrigieren.
Wenn jemand z.B. seine pH-Elektrode mit den entsprechenden Pufferlösungen "kalibriert" ist das eigentlich ein "Abgleich" oder eine "Justierung". Das Wort "Kalibriert" wird sehr oft völlig falsch verwendet.
Für beides gilt: es ist nur eine Vergangenheitsbetrachtung. Ein halbes Jahr nach der Eichung oder Kalibrierung kann das wieder anders aussehen. Deshalb wird beides regelmässig wiederholt.