Hallo Thomas!
Ich habe diese Frage schon in jener über "giftige Pflanzen" von Tanja herausgelesen, dort aber bewusst nur knapp geantwortet um eine weitere Frage in diese Richtung zu provozieren Wink
Die Berichte über toxische Wirkungen von Anubias oder anderen Aronstabgewächsen halten sich so hartnäckig, dass es nur schwer möglich ist, das ganze als reines Gerücht abzutun. Deshalb wurde dieser Umstand bei uns im Uni-Labor vor drei Jahren untersucht. Dabei wurden in kleinen Behältern mit jeweils 100 ml Wasser und zerhäckselten Blättern und Rhizomteilen von Anubias (15g/100ml) jeweils 3 Zwerggarnelen gehalten (also regelrecht in einem Anubia-Kompott). Nach 10 Tagen wurde der Versuch abgebrochen, da sich das Pflanzenmaterial zum Teil bereits zersetzt hatte und bis dahin keine einzige Garnele eingegangen ist. Als Wasser wurde Leitungswasser mit einer KH von 3,5 verwendet. Dabei konnte in keinster Weise eine toxische Wirkung nachgewiesen werden. Es ist nicht völlig auszuschließen, dass in sehr weichem Wasser eine toxische Wirkung zu finden wäre, allerdings würde das nicht die viel zitierten Totalausfälle in Garnelenbecken erklären, da die wenigsten Halter die Garnelen in absolutem Weichwasser ziehen. Publiziert wurden die Ergebnisse allerdings nie, da sie im wissenschaftlichen Sinn kaum von Bedeutung sind. Also nur "personal oberservations".
Für viel wahrscheinlicher halte ich einen Zusammenhang von bei Rückscheideaktionen aufgewirbeltem Bodengrund und damit verbundener Rücklösung von ausgefällten Schwer- oder Buntmetallverbindungen oder durch austretenden Pflanzensaft verbundener Bakterienblüte und damit einhergehendem Sauerstoffmangel im Becken.
mfg Werner