Bart- /Pinselalgen "wandern" zum HMF

Hallo Zusammen,

auch ich habe von Anfang an ein Algen"problem". Es ist zum Glück nicht so, dass das Becken damit zuwuchert - um das nicht passieren zu lassen hab ich erstmal alles in den Pflanzenwuchs gesteckt.

Aber ein paar Fadenalgen sind an bestimmten Stellen fast immer im Becken - sie werden halt regelmäßig entfernt.
Und an einer Morkienwurzel haben sich irgendwann Bartalgen gebildet. Auch diese versuche ich zu entfernen, aber mit eher wenig Erfolg.

Seit ein paar Tagen siedeln sich die Algen nun vermehrt am HMF an.
Innen im HMF hab ich eine große Fadenalgen-Kolonie - zum Glück ganz oben an der Matte, ich kann sie also leicht immer wieder entfernen.
An der Außenseite (also die Seite der Matte, die vom Becken aus zu sehen ist) einen mittlerweile starken Bewuchs an Bart- oder Pinselalgen. Da die Matte schwarz ist, und die Algen ja auch eher dunkel, finde ich das optisch nicht sehr dramatisch.
Nur würde mich interessieren, was da genau passiert.

Sind innerhalb des HMF mehr Nährstoffe verfügbar, da ja keine Pflanzen als Konkurrenten vorhanden sind?
Und auch der co2-Flipper ist im inneren des HMF angebracht, da drüfte also eine etwas höhere Konzentration vorhanden sein, als im offenen Bereich.

Sind in der Matte des HMF so viele Nährstoffe, dass die Bart/Pinselalgen einen idealen Nährboden haben?
Ist es eine Phase des Einlaufens des HMF? Er läuft zwar jetzt schon zwei oder drei Monate, aber beim HMF dauert es ja angeblich etwas länger bis er wirklich komplett eingelaufen ist.

Und eher nachrangig: was tun gegen die Algen?
Einfach geduldig abwarten, weiter viele Wasserwechsel machen, mich auf den Pflanzenwuchs konzentrieren? Oder kurz: abwarten, genießen und Tee trinken? Und irgendwann gehen Sie schon weg?

Interessierte Grüße
Markus
 


Ebs

Mitglied
Hallo Markus,

zumindest Bart- und Pinselalgen gehen in den seltensten Fällen von allein wieder weg.
Ob du sie tolerierst oder was dagegen unternehmen willst, musst du entscheiden.
(Ich kann sichtbare Algen im Aquarium nicht ausstehen. :mrgreen: )

Was bei mir bis jetzt immer geholfen hat und bis jetzt funktioniert (mehr als 10 Jahre):
- dichter Pflanzenwuchs, vor allem schnellwachsende Pflanzen
- 25- 35 mg/l CO2 und PH immer unter 7.0 (KH bei mir 7; GH 16)
- Vorhandensein aller weiteren wesentlichen Nährstoffe und Spurenelemente(Siehe meine Signatur) durch flüssigen Volldünger (z.Zt. Profito und D1 NPK), Düngung ca. 50% höher als empfohlene Dosis, um die angestrebten Werte (Signatur) zu erreichen und zu halten.
- wöchentlicher Wasserwechsel von 50%.

Seit einem leichten Befall meiner Crinum calamistratum vor Monaten mit einem ersten Ansatz von Bartalgen tägliche Zugabe von Easy Carbo nach Vorschrift. Nach 1 Woche waren sie weg.

Erfahrungen mit HMF habe ich nicht, da Innenfilter.

Gruß Ebs
 
Hallo Ebs,

danke für die Antwort.

co2 ist laut Dennerle Test-Ei im grünen Breich. Leider zeigt es ja nur 20 und dann wieder 40 mg/l an.
Meine letzte Berechnung (nach Tropfentests für KH und pH) lag bei 32 mg/l.

Das Pflanzenwachstum sieht super aus. Jedoch erst seit ca. 3 Wochen - hat kurz nach Anschaffung der co2-Anlage angefangen sich zu bessern.
Im Moment sehr dicht, so dass ich eher schon wieder ausdünnen muss. Vor allem die Vallisnerien wuchern schon sehr stark die Oberfläche zu.

Beim düngen nutze ich bisher das Dennerle-System.
NH4 und PO4 Tests habe ich nicht. NO3 liegt sehr konstant bei 10.
Wasserwechsel mache ich zwar wöchentlich, aber nur um die 30%.

D1 NPK sagt mir nichts, von welchem Hersteller ist der Dünger?

Tja, wirklich Lust habe ich keine drauf, dass mir die Matte vom HMF zugewuchert wird.
Ich warte mal noch ab was sich durch das im Moment gute Pflanzenwachstum verändern wird. Und stelle vielleicht die Düngung um.

Viele Grüße
Markus
 

Ebs

Mitglied
mhutterer schrieb:
Vor allem die Vallisnerien wuchern schon sehr stark die Oberfläche zu.

Das könnte evtl. den anderen Pflanzen das Licht nehmen.

Beim düngen nutze ich bisher das Dennerle-System.

Habe ich mal ein halbes Jahr getestet, bin dann aber wieder davon abgekommen, weil mir zu umständlich und kein besserer Wuchs gegenüber anderen Düngern.

NH4 und PO4 Tests habe ich nicht. NO3 liegt sehr konstant bei 10.
Wasserwechsel mache ich zwar wöchentlich, aber nur um die 30%.

NH4-Test muss man nicht haben. NO3 10 ist in der Regel ausreichend. Der PO4- Wert wäre nicht unwichtig, besonders bezüglich Rotalgen. Gleiches gilt für den Fe- Wert, der ein Bezugswert zur Beurteilung des allgemeinen Düngezustandes ist. Er sollte in der Regel bei ca. 0,1-0.2 liegen.

D1 NPK sagt mir nichts, von welchem Hersteller ist der Dünger?

Sorry, D1 Daily NPK Tagesdünger von Dennerle. Ich nutze ihn nur, weil mein N- + P- Wert relativ gering ist.
Bei dir scheint das nicht der Fall, zumindest bezüglich N.

Hast du evtl. mal ein Foto vom Gesamtbecken ? Dann kann man sich ein besseres Bild machen.

Gruß Ebs
 

Ebs

Mitglied
Hallo Markus,

auf dem Bild sehe ich, wenn ich mich nicht irre, hauptsächlich mehr langsamer wachsende Pflanzen.
Versuche mal die noch fehlenden Werte zu ermitteln und vor allem das CO2 noch anzuheben.

Aufgrund deiner Bepflanzung könnte es auch sein, das ein Nährstoffüberschuss die Ursache deiner Algen ist.

Insgesamt sieht dein Becken sehr ansprechend aus.

Gruß Ebs
 
Hallo Ebs,

die schneller wachsenden Pflanzen, wie Hygrophila Polysperma und Myriophyllum Aquaticum, habe ich erst seit dem 08. Januar im Becken.
Vor allem Hygrophila Polysperma wächst wie verrückt und bildet Ableger/Stecklinge. Da werd ich an einem der nächsten Abende mal gärtnern.

Mein Eisenwert liegt meistens bei 0,1 - hab ich aber seit zwei Wochen nciht mehr gemessen.
Einen PO4-Test besorge ich mir.

Und ich werde mich wohl noch eingehender mit dem Thema Düngung befassen.
Am liebsten ein System, das man täglich oder im zweitägigen Rhythmus anwendet. Der Rhythmus beim Dennerle-System irritiert mich schon sehr.

Grüße
Markus
 


A

Anonymous

Guest
Hallo Markus,
ich hatte jetzt gerade einen Pinselalgenbefall im Anfangsstadium: Ein paar Büschel bildeten sich genau im Bereich der stärksten Strömung an der Scheibe gegenüber dem Filterauslauf. Ich habe sofort den Filterauslauf erweitert und breiter verteilt - also keinen "Prallpunkt" mehr an der Scheibe. Darüber hinaus:
Ebs hats ja schon geschrieben: Wichtig ist, mit den Nährstoffen - insbesondere den Makros (NPK)- im optimalen Bereich zu bleiben, damit die Pflanzen "marschieren". Den optimalen Bereich habe ich bei mir festgelegt (Redfield-Rechner) auf 10mg/L NO3 und 1mg/L PO4. Kalium messe ich nicht mehr, weil K u.a. auch reichlich in Nitrat-Düngern enthalten ist und mein K-Wert daher sowieso immer zu hoch ist.
Die KH habe versuche ich auf unter 2 (1-1,5) zu halten. Ich habe gelesen, dass Rotalgen (also auch Pinselalgen, Bartalgen) ein Gerüst aus Kalk aufbauen...müssen. Das wollte ich nicht unterstützen-daher die niedrige KH.
Der CO2-Wert wird bei mir automatisch über die CO2-Zufuhr geregelt. Am Controler ist eine PH-Wert-Spanne von 6,30-6,35 eingestellt. Auch reichlich CO2 soll hilfreich sein-da gibts aber auch Aussagen, dass das nichts bringt.

Ich habe aus anderen Foren noch die folgenden Tips verwandt:
Keine amoniumhaltigen Dünger verwenden, "da freuen sich die Algen". Ich dünge daher im Moment nicht mehr mit Eudrakon N sondern mit KNO3 (Apotheke).
Eisen (Fe) MAXIMAL 0,1mg/L - ich halte meinen Fe-Wert seit dem Befall inzwischen fast stabil auf (mageren) 0,05mg/L. Auch hier die Info: Ich habe gelesen, dass erhöhte Eisenwerte im Verdacht stehen, den Pinselalgen sehr zuträglich zu sein.
Wie du habe ich auch EC nach Vorschrift verwandt-etwas erhöht (statt 1,5ml für 150L, täglich 2ml EC).
Vor 14 Tagen habe ich zusätzlich begonnen, mit Preis-Mineral-Salz (PMS) zu "düngen". Auch dies ist ein Tip aus einem anderen Forum. PMS wird eigentlich in der Meerwasseraquaristik eingesetzt. Anfänglich war ich etwas vorsichtig. Seit einer Woche habe ich - mutig - mal 5ml/100L (das war der Forentip) aufgelöst, auf eine Spritze gezogen und damit die Algen "eingesprüht". PMS erhöht übrigens insbesondere die GH.
Heute sind die Büschel weg...wo sind sie hin?
Falls sie weg sind, weiß ich nicht, welche Maßnahme oder welche Maßnahmen von den genannten (vielleicht alle?) ihnen den Garaus gemacht haben. Wenn du dich entscheidest, deine etwas ausgedehnteren Pinselalgenbestände mit PMS zu behandeln: Würdest du deine Erfahrungen bitte hier einstellen? Ich kanns kaum glauben, dass das so schnell gewirkt hat-aber ich hatte auch nur ein paar.
Gruß, franz
 
Servus Franz,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!

Da sind auch einige interessante Ansätze drin.
Ich bin gerade auch dabei mich im FlowGrow-Forum in verschiedene Düngesysteme einzulesen - eine Wissenschaft für sich :?

KNO3 halte ich für sehr interessant.
PMS hört sich ja auch spannend an. Ich werde es erstmal ohne versuchen. Aber sollte ich es dann doch verwenden, stelle ich gerne meine Erfahrungen damit ins Forum.

Grüße aus Regensburg nach Mittelfranken!
Markus
 
A

Anonymous

Guest
Hallo Markus, ich wollte es nicht so deutlich sagen, aber dort, wo du gerade die verschiedenen Düngesysteme studierst, wirst du auch die von mir beschriebenen Ansätze "KNO3" (suche z.B. mal nach Dschungelbecken) und PMS finden. Gruß ins schöne Regensburg! franz
 
Hallo Zusammen,

tja, leider war ich bisher nicht erfolgreich.

PO4 ist nicht nachweisbar.
Die Pflanzen wachen so gut, dass ich ca. alle zwei Wochen einen Eimer voll raushole und entsorge.

Aber offenbar schaffe ich auch geniale Bedinungen für die Algen.
Fast der ganze HMF ist mittlerweile von Pinselalgen besetzt - wobei meine Harnischwelse das offenbar toll finden.
Und auch die Fadenalgen an den Wurzeln bilden mindestens einen Teppich, meist aber noch mehr - also richtige Fäden.

Ich dachte einige Zeit mit EasyCarbo kann ich es etwas eindämmen, aber da hab ich mich wohl zu früh gefreut.

Aber ich will auch nicht immer wieder auf Verdacht die Düngung umstellen usw.
Daher wären mir ein paar Konkrete Empfehlungen recht, anhand derer ich die neue Strategie für die nächsten Monate entwickle.

Grüße
Markus
 


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