Axolotl und/oder was noch - Mal was anderes

Hi,

da ich in den nächsten 2 Wochen umziehen werde habe ich mich entschlossen eines meiner 2 200L Becken komplett mit Besatz zu verkaufen und nur das AQ mitzunehmen, welches eh schon leer steht. Dünkt mir besser, wenn ich das dann nach 3 Stunden Autofahrt in Ruhe komplett neu aufbaue und einfahren lasse als dass ich dann sofort mit Aufbau beginnen muss, weil ich meine jetzigen Fische wieder einsetzen muss.

Jetzt hab ich die Frage, welche Tiere kann ich in ein 200 L AQ mit 100x40x50cm einsetzen? Es sollten wenn, möglich Kaltwassertiere sein. Also weniger die Arten die so um die 24 Grad brauchen sondern die auch mit weniger hohen Temperaturen klarkommen können. Ausserdem sollte das Tier mit etwas höherer dGh klarkommen, da es in Mannheim meines Wissens nach nicht gerade Weichwasser gibt.

Ich hab mich schonmal über Axolotl schlaugemacht, viel Wissenswertes darüber gefunden und freunde mich immer mehr damit an mir 2-3 dieser Tiere anzuschaffen, da bei einiger Beachtung des Filters und der Fütterung die sonstigen Haltungsbedingungen recht problemlos erscheinen. Was meint ihr? Könnte man dann in dem AQ weiter den HMF betreiben? Habt ihr Erfahrungen mit Vergesellschaftung und Pflanzen?
Kann man das Axolotl mit genügend großen AS vergesellschaften? Ansonsten dachte ich an Guppys, da das auch gehen soll ( angeblich ). Sollte nix Weiteres an Zusatz-Besatz möglich sein wär´s auch ok, da Axolotl für sich ja schon interessante Tiere darstellen.
Achja, wie sieht es da mti den Ausscheidungen der Tiere aus und wie oft muss das AQ gesäubert werden?

Falls ihr noch andere interessante AQ-Bewohner kennt oder euer eigen nennt die man unter 24 Grad halten kann, immer her mit den Vorschlägen. Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar.

Achso, bitte keine Fragen, Vorwürfe wieso ich das AQ und die Fische abgebe und keine Tipps wie ich mein AQ mit Besatz doch noch mitnehmen kann. Der Entschluss es komplett abzugeben bzw Fische und AQ getrennt voneinander wegzugeben ist bereits gefällt.

ÜBer Antworten freue ich mich sehr.

Lieben Gruß

Carina
 


Hey,
Also zu den Axoloteln kann ich dir vielleicht ein wenig weiter helfen.
Ich selber halte seit einigen Monaten sechs dieser kleinen Monster und es ist im Allgemeinen recht einfach.
Natürlich sollte man auch hier einige Dinge beachten:
Wie du schon angesprochen hast, sind die Tiere relativ unempfindlich, was die niedrigeren Temperaturen angeht, was jedoch weit wichtiger ist, ist dass sie Temperaturen über 25°C nicht vertragen. Und das ist der Knackpunkt.
Im Sommer wirst du dann einiges zu tun haben.
Ich bin dem Problem begegnet, indem ich mir aus Holzleisten und verzinktem Drahtzaun eine Abdeckung gebaut habe, welche einen Ventilator tragen konnte, der auf das Wasser gerichtet war. Funktioniert relativ gut und drückt die Temperatur durchaus um 3-4°C.
Allerdings sorgt dieses System für eine enorme Wasserverdunstung und so komme zumindest ich nicht umhin einen Luftentfeuchter einzusetzen, sowie alle paar Tage neues Wasser nachzufüllen. Das ist durchaus schonmal 1cm am Tag!

Ebenfalls wichtig ist die Wasserhärte. Und die kann nicht hart genug sein. Zumindest hab ich mir sagen lassen, dass es so sei ...

Die Vergesellschaftung mit AS ist so eine Sache ...
Da die Lotl ihre Beute durch Saugschnappen fangen, sollte eine große AS gute Chancen haben zu überleben, allerdings gibt es Axolotl die auf den Trichter gekommen sind, dass man die Schnecke nur ausreichend feste gegen irgendwelche Steine hauen muss, um sie zu knacken. Den Rest kanst du dir denken ...
Ähnliches gilt für Guppys. Eine willkommene Ergänzung des Speiseplans!
Ich selber habe mir über die Zeit 20 Fische angeschafft, 2 Männchen und 18 Weibchen. Einfach aus dem Grund, dass die sich bitte schneller vermehren als sie gefressen werden. Derzeit habe ich keine 10 Tiere mehr. Von den Jungfischen wuden fast alle schon gefressen, die älteren haben gelernt den Molchen auszuweichen.

Damit ist auch schon das nächste Thema im Allgemeinen angesprochen, das Futter:
Axolotl sind Nimmersatt!
Meine bekommen derzeit 2-3 Fütterungen pro Woche. Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer, Heimchen, Garnelen, Schnecken und Asseln ...
Ausserdem kann man auch so ziemlich jedes andere Getier verfüttern, dass in diese Sparte passt.
An sich kein Problem ... bis auf die Beschaffung!
Denn eines ist wichtig, du musst auf Abwechslung beim Speiseplan achten, da es bei zu einseitiger Ernährung zu Mangelerscheinungen kommen kann.
Sogenannte 'Axolotlpellets' oder auch 'Störpellets' bieten im übrigen auch keinen vernünftigen Ersatz!
Was also die Beschaffung angeht, wirst du recht schnell merken, dass irgendwann auch der beste Garten keine Würmer und Asseln und anderes Getier in ausreichenden Mengen hergibt und so ist eine Zucht auf lange Sicht unvermeidlich.
Aus diesem Grund habe ich inzwischen 2 Eimer von Superwurm, in denen ich Regenwürmer züchte, eine große Faunabox für die Heimchen und ein 54l Becken für die Aufzucht der Jungguppys, sowie die Zucht von Red Fire und Schnecken.
Das nächste Becken befindet sich derzeit im Aufbau und soll später als Zuchtbecken für Bachflohkrebse auch bekannt als Gammarus dienen.
Die Fütterung sollte im Übrigens auch immer mehr oder weniger direkt erfolgen, um Futterstreitereien auszuschließen, bei denen schnell mal ein Beinchen oder ne Kieme abgebissen wird ...

Was die 'Köttelei' angeht ist das auch wieder so ne Sache ... je mehr du fütterst, desto mehr Dreck kommt hinten wieder raus. Bei mir im Becken geht das aber so, dass sich meine Guppys den 'Resten' annehmen und sie restlos entsorgen. Grobdreck bleibt also nicht viel über. Dennoch mache ich jede Woche einen 30%-40% Wasserwechsel. Ist auch im Sommer sehr hilfreich, da ich Brunnenwasser nehme (vorher testen) und dieses Eiskalt ist, wodurch einer Überhitzung des Beckens vorgebeugt wird ... gewissermaßen.

Den Filter habe ich nach einem speziellen System, gebaut. Die Slim-Line-Variante:
Dazu habe ich eine 5cm starke Filtermatte als Bodengrund ins Becken gelegt und von unten mit Kanälen versehen (Teppichmesser). Durch diese Kanäle laufen dann gelochte Rohre, die relativ gleichmäßig von allen Stellen der Matte das Wasser aufnehmen und per Luftheber ins Becken zurückbefördern. Funktioniert sehr gut und ist vollkommen wartungsarm.

Falls du Interesse hast, hier mal der Thread von meinem Becken, da wird auch die Filtermatte näher erklärt:

http://www.aquaristik-live.de/viewtopic.php?t=73490&highlight=axolotl

Ausserdem möchte ich dir dieses Forum ans Herz legen, indem ich selber super beraten und informiert wurde und wo ich auch alle meine Tiere von Privat herbekommen habe:
http://www.ambystoma-board.de

So, ich hoffe, ich habe dich hiermit nicht erschlagen und du konntest ein wenig was an Nützlichem für dich herausfinden. Solltest du noch Fragen haben, beantworte ich sie dir sehr gerne.
Ansonsten viel, viel Erfolg und noch viel mehr Spass mit deinen Zukünftigen Mitbewohnern, ob Axolotl oder wer auch immer.

Gruß, Marcel
 
Huhu,

also irgendwie denke ich bei Kaltwasseraquarien immer an Goldfisch und Co, welche in meinen Augen absolut nichts im Aquarium zu suchen haben. Ansonsten gibt es auch ein paar Arten die geringere Temperaturen >tolerieren<, wie das mit der Lebenserwartung da aussieht kann ich allerdings nicht sagen.
Bei den Axo's würde ich sonst auch aufpassen, dass nix ins Becken kommt, was an den Kiemen zupfen könnte..
 
Hallo,

da der Beitrag hier schon länger brach lag wollte ich mich mal wieder melden.

Ich hab mir Anfang Dezember 4 wunderhübsche Axolotl "angeschafft" die mir bisher viel Freude machen. Die Fütterung gestaltet sich bisher über Axolotlpellets sowie Regenwürmer, wird jetzt aber durch eine Guppy- und Schneckenzucht erweitert damit Abwechslung auf den Speiseplan gelangt.

Ich hab u. a. auch ein super Forum gefunden http://www.axolotl-online.de/Axolotlfor ... page=Index , welches mir bisher echt gut geholfen hat bei der Lotl-Beschaffung, AQ-Einrichtung und sonstigen anfallenden Fragen zu den Tieren und deren Haltung. Da man allerdings keinerlei Chemie ( Dünger ) ins Becken geben darf ist es leider ein wenig schwierig auf Dauer Pflanzen zu halten. Es gedeihen nur die wirklich robusten Kaltwasserpflanzen und auch diese Pflanzen verabschieden sich bei mir hin und wieder. Die Wassertemperatur von unter 23 kann ich bisher ganz gut halten und da jetzt diese Woche noch nen AQ-Kühler kommt hoffe ich, auch den Sommer ohne große Probleme überstehen zu können.

Was bei Axolotln schwierig ist: Wenn sie krank sind kennt sich kaum nen Tierarzt mit ihnen aus, man muß u. U. weit fahren und Abstriche etc. können auch nicht an ein normales Labor geschickt werden sondern an ein spezielles Exoten- und Amphibienlabor, da die normalen Labors zwar die Krankheiten erkennen können aber oft falsche Medikamentenangaben oder gar keine Hinweise zur Behandlung schicken und der normale Haustierarzt dann irgendwas verschreibt, was jetzt bei Hund-Katze-Maus helfen würde, den Axolotl aber umbügelt.

Zusammenhalten tu ich sie z. Z. mit Guppys sowie Apfelschnecken und bisweilen geht es auch gut mti den Schnecken. Lediglich die Guppys werden immer wieder bis auf einen Guppy gefressen, den sie sich dann als eine Art Haustier zu halten scheinen :D .

Alles in Allem bin ich super glücklich mit meinen Axolotls und vielleicht habt ihr ja Lust mal ins Forum reinzuschauen, falls euch diese Tierchen auch interessieren.
 
hi

muss hier mal was hinzufügen hab jezt schon mehrfach gehört das es nicht grade tierfreundlich ist die guppys lebendig zu verfüttern da axolotl keine zähne besitzen werden die tiere runtergeschluckt und sitzen dann lebend im magen und werden dort langsam zu tode verdaut gleiches gilt für garnelen
also tut den tieren einen gefallen und bringt sie vorher um

lg denise
 
Hallo,
ich weiß nicht, ob ich das so bestätigen kann ...
Zumindest aus eigener Erfahrung würde ich diese Aussage eher verneinen:

Axolotl fangen ihre Beute mithilfe von ruckartigem Schnappen. Dabei reißen sie das Maul auf, erzeugen Unterdruck und saugen die Beute quasi ins Maul. Selbiges wird dann genauso schnell und ruckartig wieder geschlossen.
Meiner Erfahrung nach halten nur die wenigsten Beutetiere diesen auftretenden Druck aus und sind meistens ziemlich rasch hinüber, bevor sie ganz runtergeschluckt sind.

Auf der anderen Seite muss man ausserdem sagen, dass es wohl schwachsinnig ist, die Tiere vorher töten zu wollen, da sie im Becken oft gleichermaßen als Bewohner, wie auch als Lebendfutter dienen.
Darauf müsste man dann verzichten, ausser man hält jedesmal wenn einer der Molche fressen wil erst ein Schild hin und sagt ihm 'Stop', macht den Fisch kaputt und lässt den Molch dann erst weiter fressen ... Man müsste also quasi die Lebendfütterung komplett unterbinden. Und das würde dann ja wohl auch für Fische gelten, oder Reptilien wie Schlangen und und und... Ist nämlich alles dasselbe ...

In freier Wildbahn passiert sowas im übrigen auch nicht ... ;) Da werden die Tiere ebenso einfach gefressen.

@Bea: Schön, dass dir die Tiere so gefallen. Hast du vielleicht mal ein paar Bilder? Von den Tieren? vom Becken? Wäre ja doch ganz neugierig darauf!

MfG,
Marcel
 


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