Hallo,
>Ich finde aber keineswegs, dass der Phosphat-Test "Luxus" ist Solltest >du mal Probleme mit Algen haben, dann liegt das sicherlich an zu hohen >Phosphatwerten in Verbindung mit hohen Nitratwerten und dann ist es >doch sehr praktisch messen zu können, ob die Gegenmaßnahmen >erfolgreich sind oder nicht...
Eine Testreihe bei 4 Aquarien über 3 Monate zeigte z.B., dass Phosphat und Nitrat vorhanden, aber nicht Algenfördernd war - in den Testaquarien mit Düngern und einem Kaliumgehalt durch Düngung von 10 mg/l (ist sonst im Aquarium eher Mangelware) massives Algenwachstum auftrat ("Algenplage"). Insbesondere Phosphat ist sicher kein so arger "Algenförderer" - selber habe ich immer 2 bis 3 mg/l Phosphat und etwa 10 bis 20 mg/l Nitrat in den Aquarien - Massenhaft Algen bekam ich immer nur bei Tests von Düngern (Einsatzt in der maximal angegebenen Menge).
Also wenn man einmal schon genug Erfahrung hat und kaum an seinen Aquarien was ändert und auf Rezepten aufbauen kann, die Andere durch Erfahrung und unzählige Messungen bereitstellen - ja dann kann man recht gut fast ohne Messungen auskommen. Aber auch dann können Besonderheiten auftreten, die einem vor Neuland stellen und ohne Werte die Pfleglinge gefährden.
Im Prinzip ist es tatsächlich so, dass dem Beginner in einfachen Verhältnissen, der diese Verhältnisse auch so belassen mag, ein paar Merksätze genügen und er sonst möglichst sich nicht für Aquariumchemie interessiert - denn sonst bekommt er nur einen total verwirrten Kopf.
Sobald etwas Vielfalt beim Aquarianer einzieht und das Mischen und aufbereiten von Wasser dazukommt und gar Zuchtwasser interessant wird, geht es auch noch mit Merksätzen und Rezepten - es sind halt schon eine ganze Menge und es ist an sich nicht mehr möglich alle Varianten von wenn und aber darzustellen, ohne dass man die Zusammenhänge etwas begreift. Ob das KH/CO2/O2 Geschichte ist oder das Kapitel Nitrifikation oder Düngung usw.- da tut man sich schon immens leichter bei etwas Verständnis.
Aus meiner Sicht bringen spezielle Teilkenntnisse und dazugehörige Messungen viel für den praktischen Erfolg wenn man es will und über das "Standardbeginneraquarium" hinaus will.
Beispiel Pflanzenaquarien - ohne Messung der Düngeparameter und dem Wissen der Herstellung der Stoffe gibt es dauernd Mangelerscheinungen oder Algenplagen und noch dazu hohe Kosten.
Beispiel Einfahren: wer weiss schon, dass das Einfahren nicht klappt, wenn der Ammoniakgehalt über 0.1 ist oder der Nitritwert über 10 oder der pH deutlich unter 6. Wer weiss, dass das Einfahren bei 28 Grad nur höchstens 2 Wochen dauert - bei 18 Grad aber so 4 Wochen ? Wer weiss, den Zusammenhang von CO2 und KH und wann welche Gfahren dabei ausgehen und wie man sie bekämpft und welche Effekte im Aquarium dabei auftreten kann ? Wer weiss welche Stoffe die Härte bilden und wie man fast kostenlos sein Wasser z.B. aus Osmose aufsalzen kann ? Wer weiss wie man jedes pH Problem in Sekunden beheben kann ? Kann man fast beliebig fortsetzen.
Tja - so ist halt die Bandbreite gross und um auf manche Zusammenhänge mit dem praktischen "Aha"-Effekt draufzukommen dauerte es bei mir bis zu 25 Jahren gg - dafür kann mans dann weitergeben in 2 Stunden oder so.
Was ich für Beginner wie für Fortgeschrittene sinnlos halte, ist die Diskussion über alle Details uns Einzelheiten weit über den praktischen Nutzen hinaus und weit über ein Wenig Theorie zum Verständnis hinaus. Das macht Sinn für so Freaks wie mich gg - nur zuweilen sollten da Nichtfrekas nicht den Eindruck gewinnen, das bracht man unbedingt - wo da die Grenze gefunden wird ist für den Einzelnen individuell ...
MfG Anton Gabriel