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Perlhuhnbärbling-Nachwuchs durchbringen im Elternbecken?

Dieses Thema im Forum "Zucht" wurde erstellt von Huxley, 4. März 2019.

  1. Hallo Ihr,
    ich habe ja ein 80l AQ mit 9 Perlhuhnbärblingen (im Folgenden PHB genannt), ein Dutzend Zwerggarnelen und drei Rennschnecken. Den Bewuchs würde ich als moderat beschreiben.
    Die PHB vermehren sich offenbar und ab und an sieht man kleine Larven und auch Freischwimmer. Allerdings vermute ich, werden die Freischwimmer gefressen. Ich habe noch keinen kleinen PHB gesehen, der über 6mm wurde, sie verschwinden und heute habe ich auch gesehen, wie ein Großer einem Freischwimmer nachstellte, wenn er etwas außerhalb des großen "Busches" seine Kreise zog.

    Es könnte natürlich auch sein, dass sie verhungern, aber das AQ ist gut eingefahren, ich sehe Kleinstlebenwesen umherschwirren und füttere gemahlene Futtertabletten und getrocknete Artemiabrösel. Es gibt also größere Bröckchen, die die PHB fressen, aber auch "Staub", den die Kleinen fressen. Das Futter verteilt sich auch überall im AQ.

    Nun mein Anliegen: Ich beobachte das nun seit etlichen Wochen und möchte, dass einige Jungen hochkommen. Nun erhoffe ich mir ein paar Meinungen von Euch. Ich suche nach einer möglichst simplen Lösung irgendwo zwischen einem seperaten 10l Becken mit Technik und einer durchlöcherten Plasteflasche im AQ. Die PHBs sind die einzigen Fressfeinde, also erhoffe ich mir, dass ich die Kleinen nicht monatelang seperat halten müsste, weil sie dann zu groß für PHB-Mäulchen sind.
     
  2. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin Anne,

    das einfachste wäre so ein kleines 10l-Becken, dazu einen kleinen SChwammfilter und ne Glas- oder Plexiglascheibe als Abdeckung. Einrichtung braucht da nix rein, du willst ja kontrollieren, ob die wachsen und so lassen die sich auch am besten reinigen. Für den Boden schmeisst du dann eine Handvoll Schnecken rein, egal ob PHS oder TDS, die fressen die Futterreste. Jeden zweiten Tag einen kleinen Eimer Wasserwechsel ist auch schnell gemacht. Zu Beleuchtung reicht eine billige einfach Klemmlampe für den Schreibtisch.

    Die aufwendigere Variante ist ein "Gerd-Kasten" zum einhängen in das eigentliche Becken. (www.aquarienbastelei.de). Die Dinger sind sehr aufwendig und sorgfältig verarbeitet von Gerd und ansich genial zur Aufzucht aller möglichen Jungtiere. Dazu brauchst dann allerdings eine Luftpumpe, die aber nur kleines Geld kosten. Vorteil ist, ich hab nicht noch ein Becken rumstehen und die Wasserwerte stimmen immer mit denen im HÄlterungsbecken überein. Durch den eingbauten Mini-HMF wird auch ausreichend für Wasserzirkulation gesorgt. Allerdings sind die Dinger nicht ganz billig und dumußt schauen, ob so ein Kasten bei dir einhängbar ist. Vorsicht, er bietet auch Kästen ohne Aufhängvorrichtung an, die man mit Saughaltern befestigen soll. Das funktioniert überhaut nicht vernünftig, sind mir noch jedesmal abgestürzt, egal wieviele Sauger ich benutzt habe.

    Gruß
     
  3. Hallo Olli,
    auf der Seite war ich schonmal und freue mich über dein Feedback.
    Ich habe mal eine Anfrage an Herrn Arndt geschickt.

    Nun überlege ich noch, welche Größe... Ich habe bisher höchsten drei Jungtiere auf einmal gesehen und dachte nun, 1,5l reicht. Ist das für einen erfahrenen Aquarianer mit einer gewissen "Fischmoral" zu klein für die temporäre Haltung von den Perlhuhnbärbling-Jungen? Ich habe da keine richtige Vorstellung. Ich finde ja auch die Zuchtboxen für Außen ziemlich schick. Die fangen bei 3l an. Da ist dann wieder meine Befürchtung, dass ich die handvoll Jungen nicht ordentlich gefüttert krieg'?
     
  4. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin,

    mein Gerd-Kasten ist ca. 20 cm lang und ca. 10 cm tief, da ich dort auch Welsnachwuchs groß ziehe.Kleiner würde ich jetzt nicht nehmen, aber für ne Handvoll Perlhuhn-Larven reichen sicher auch 1,5 Liter. Aussenanbringung ist mir etwas suspekt in Punkto auslaufen/runterfallen etc. Dann doch lieber eine separates Kleinbecken. Im I-net gibt es auch 5-Liter-Becken, die hab ich bei meinen Händlern noch nie gesehen, sonst stände schon eins bei mir. Genau, weil dort gezielteres Füttern möglich ist.

    Bei den Gerd-Kästen mußt während der Fütterung natürlich die Pumpe abstellen. Das ist abre mal für ne Stunde auch kein Problem.

    Gruß
     
  5. Moderlieschen

    Moderlieschen Moderator AQL-Team

    Hi,

    was auch noch ne Möglichkeit wäre...ich hab mir mal ein kleines 18l Glasbecken gekauft zur Fischaufzucht, bzw. kurzfristigen Quarantäne oder Einzelbehandlung von Fischen. Gibt's auch sehr günstig im Internet.
    Kleinen HMF rein, Funzellämpchen drüber, fertig.
    Da das Teil dann ewig, meist leer, rumstand, die Fischaufzucht darin aber nicht so wirklich gut funktioniert hat und sehr aufwendig war (ständiges Bodenabsaugen/-pinseln/sauberhalten) und ausserdem nie jemand krank wurde, hab ich ein bisschen Sand rein, ein Würzelchen, paar Pflänzchen und ein paar Garnelchen und Schnecken.

    Seither klappt das mit der Fischaufzucht hervorragend. Alle Fischlarven kommen ins Nano.
    Überfüttern geht nicht, die Garnelen und Schnecken halten alles supersauber. Ausserdem leben in dem Becken etliche Hüpferlinge, die sich sehr gut als Aufzuchtfutter eignen. Inzwischen hab ich schon unzählige Fischlarven darin aufgezogen.
    Funktioniert bestens und so ein kleines Becken zusätzlich hat doch überall Platz:D
     
  6. Ach Petra,
    ich versuche hier mit aller Willenskraft kein zweites Aquarium aufzustellen und dann kommst du... ^.^

    Tatsächlich habe ich gestern in wildem Aktionismus ein paar frische Fischlarven gefangen und in eine Rocherbox auf das Aquarium getan, mit Aquariumwasser und Hornkraut. War natürlich kein guter Plan, aber mich hat der Ehrgeiz gepackt, keine Larve mehr an die hungrigen kleinen Hühner zu verlieren...

    Heute habe ich eine 1,5l Plastebox gekauft, einen Feinstrumpf mit sehr viel Spannung über die Öffnung gestülpt, noch ein Loch in eine Seite geschnitten und mit meinem Reinigungsmagneten innen in das Aquarium gepackt. Die Box liegt gegenüber der Pumpe, guckt einen Zentimeter aus dem Wasser heraus und die Strömung bringt auch hinter dem Strumpf noch das Moos zum schwingen, so dass ich hoffe, dass genug Wasser ausgetauscht wird. Mittlerweile habe ich sieben Fischlarven da drin. Mal gucken, wie es sich entwickelt.
    Oben Rechts sieht man schon Einen der Gefangenen.
    Als ich mir mein Werk noch einmal in Ruhe ansehen wollte, saß sofort eine weitere Fischlarve an der Wand der Box.
    Zwei Augen mit Schwanz: "Ist da noch Platz?"
    Anne mit Kescher in der Hand: "Aber Hallo..."


    20190309_200608.jpg
     
  7. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin Anne,

    sehr gut, das ist der "Anne-selfmade-Gerdkasten":) Ich weiß nur nicht, wie du das mit dem Füttern und sauberhalten machen willst. Erstmal finden die sicher was in dem Moosballen, das wird auf DAuer aber nicht reichen.

    Wenn du das mit dem Aufziehen langfristig weitermachen willst, gibt es für die Fütterung zwei Möglichkeiten: Selber Winz-Futter züchten, macht mehr Arbeit als Fische züchten, ist aber eine Möglichkeit. Neben Pantoffeltierchen gibt's noch Rädertierchen Rettichtierchen, Essigälchen usw. Hat bei mir alles nie lange hingehauen. Deswegen war ich begeister, als ich von einer Betta-Züchterin, die fürher auch hier im Forum war, von Liquifry gehört habe. Gibt's in zwei "Stärken", Liquifry 1 geht selbst für kleinste Fischlarven hervorragend, bis die entweder L 2 nehmen oder sogar shon Artemia-Nauplien oder feines Staub-Trockenfutter.

    Gruß
     
  8. Hallo,
    mittlerweile habe ich 10 Larven da drin.
    Futter:
    Momentan füttere ich den feinsten Staub meiner getrockneten Artemiabrösel, die ich damals für die Goldfischjungen geschenkt bekommen habe. Ob das reicht, kann ich schwer einschätzen. Ich seh die Schwimmblase der Kleinen glänzen und knapp dahinter/darunter auch einen kleinen dunklen Klumpen... vermutlich ihr Magen/Darm. Ich werde mir aber so ein Flüssigfutter holen, um zu gewährleisten, dass sie qualitativ gutes Futter kriegen und sich nicht versehentlich an zu großen Brocken verletzen.
    Heute habe ich auch zum ersten Mal Artemia-Nauplien hineingetan, aber die sind noch zu groß. Die ausgewachsenen PHB habe sich allerdings sehr gefreut.

    Saubermachen: Jaaa... gute Frage. Ich habe vorgestern eine meiner Rennschnecken hineingetan, in der Hoffnung, dass sie Futter am Boden wegspachtelt. Sie war nicht begeistert (Vielleicht waren die Oberflächen auch noch nicht algig genug), hat sich nicht viel bewegt... In der Nacht hat sie den Kasten über die (überm Wasser liegende) Öffnung verlassen. Ich hoffe nun, dass durch die Gabe von sehr feinem Futter, keine größeren Brocken da drin liegen bleiben und der Wasseraustausch über den Strumpf feinen Dreck wegspült.
    Garnelen wollte ich nicht hineintun, da sie auf dem engen Raum sicher nicht klarkommen, Unruhe hineinbringen und ich sie auch nicht so ohne Weiteres wieder herauskriege.

    Der Boden ist ja sandfrei. Wird der mit der Zeit mulmig? Momentan machen die Kleinen ja noch nicht viel Dreck. Ich vermute, die Oberflächen werden algig irgendwann, dann würde ich noch einmal eine Rennschnecken hineintun. Übersehe ich sonst noch was? Wie muss ein echter Gerdkasten gepflegt werden?
     
  9. Moderlieschen

    Moderlieschen Moderator AQL-Team

    Hi Anne,

    der Boden wird halt schon schmuddelig. Das kann den Larven dann evtl. schaden. Weiss aber nicht, wie empfindlich die Perlhühner da sind. Mit denen habe ich keine Erfahrung.
    Ich hab in Aufzuchtbecken/-Kästen auf jeden Fall täglich den Boden abgesaugt/abgepinselt. Es ist schon relativ aufwendig, die Kleinen vernünftig aufzuziehen.
    Ausser....du erinnerst dich an meinen Vorschlag?:cool:So ein klitzekleines Becken zusätzlich? Irgendwie haben wir "Mehrbeckler" doch alle so angefangen:D
     
  10. Hallo Anne,

    interessante Versuchsanordnung die Du da hast.
    Ich denke Du wirst auf diese Art und Weise schon die ein oder andere Larve großziehen können. Die Perlhühner sind nicht so empfindlich in der Aufzucht. Du kannst als Erstfutter auch Nobil-Fluid verwenden, das klappt ganz gut bis sie dann Artemien bewältigen.
    Zusätzlich kannst Du noch eine Laichfalle (Plastikbecher, Gitter draufkleben und Moos drauf) im Becken platzieren. Somit kannst Du dann immer wieder die Eier direkt in die Box geben und musst keine Larven im Becken einfangen.
    Viel Erfolg
     
  11. Holla,
    momentan geht es den Kleinen augenscheinlich gut. Einer von ihnen hat auch schon nen leichten Farbstich am Kopf, aber Alle sehen noch larvig aus.
    Ich versuche hier den Grat zwischen größtem Provisorium und fischgerechtem Dasein und ich möchte momentan lediglich meinen Bestand aufstocken. Bei meinen 80l kann ich mir gar nicht leisten, ein Laichgitter aufzustellen, sonst wird es schnell zu eng für die Fische, falls es klappt. :)

    @Petra: Ey... psssst! :p
     
  12. fischolli

    fischolli Mitglied

    Hi Anne,

    setz mal ein paar TDS rein. Die sind gute Resteverwerter und hauen auch nicht so schnell ab wie deine Rennschnecke. Dann halt einmal am Tag den Boden abpinseln verhindert die Bildung von Bakterienrasen. Ein alter Tuschpinsel tut da gute Dienste.

    Gruß
     
  13. Guten Abend,
    ein kleiner Abriss: Der Kasten funktioniert noch sehr gut. Ich pinsele jeden zweiten Tag und "ditsche" gegen den Strumpf, damit er sich nicht so zusetzt. Im Kasten befinden sich um die 12 Larven in drei unterschiedlichen Größen, da ich immer mal wieder welche hineingetan habe, wenn ich draußen Streuner gesehen habe. Die Größten sind fast 8mm groß und schwimmen schon wie richtige Fische. Im Vergleich zu den Goldfischen damals wachsen sie aber recht langsam...

    Ich füttere zwei Mal am Tag bei abgestellter Pumpe gemahlene Artemia, die sie gut annehmen. Zwei Mal hat sich eine Rennschnecken in den Kasten verirrt, die ich dann nach einem Tag wieder entfernt habe.
    Für frisch geschlüpfte Artemias sind sie noch zu klein, aber dafür sieht man in dem Kasten so viele Hüpferlinge und Co wie nirgends sonst im Aquarium, so das Lebendfutter zur Verfügung stünde.

    Fotos zu machen durch eine Scheibe, Wasser und das Plaste ist so gut wie unmöglich.
     
  14. Moderlieschen

    Moderlieschen Moderator AQL-Team

    Hi Anne,

    na, super! Dann scheint das ja ganz gut zu funktionieren mit deinem "Anne"-Kasten;)
    Mit meinem "Petra"-Kasten hat das damals auch ganz gut geklappt. Wir Frauen sind halt doch seeehr kreativ:D
    Wenn die Kleinen so lange überlebt haben, stehen die Chancen gut, dass sie das schaffen.
    Wenn es zeitlich geht, würde ich vielleicht sogar 3 mal täglich füttern. ich hab manchmal auch 4 mal gefüttert, bin allerdings ein Nachtmensch, der auch nachts um 3 Uhr noch vor seinen Becken sitzt:D
    Ich drück dir die Daumen, dass es weiterhin gut läuft...und berichte bitte weiter.
     
  15. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin,

    klasse, Anne.

    So ab 1 cm würde ich die ins normale Becken umsetzen, da passiert auch nix mehr. (War doch richtig, du hast nur Perlhühner drin?)

    Gruß
     
  16. Hallo ihr,
    die letzten Wochen sind irgendwie an mir vorbeigerollt, aber ich sitze gerade im Sessel neben dem Aquarium und dachte, ich muss mich mal wieder melden.
    Im Kästchen schwimmen noch 6 Fischlein, der größten Drei haben die 1cm hinter sich gelassen, die anderen Drei sind noch bei ca 8mm.
    Auch wenn ich weiß, dass sie bei mir nicht die besten Bedingungen haben/hatten, bin ich doch ein wenig betrübt über die Verlustrate und liebäugle mit einem kleinen Aufzuchtsbecken (Nanobecken). Mir fällt es echt schwer, immer wieder kleine Fischlarven im großen Becken schwimmen zu sehen und dann *haps* *weg* aber der kleine Kasten ist ja auch keine Dauerlösung.
    Olli, ja es sind nur Perlhühner drin (plus drei Rennschnecken und 10 kleine Garnelen).
    Ich guck mal, ob ich die großen Drei aus dem Kasten krieg.

    (Bin grad ein wenig "gedämpft" weil das Becken offenbar nicht gut fährt was die Nährstoffe für die Pflanzen angeht, ich mich aber im Moment nicht aufraffen kann, mich mit dem Thema so richtig auseinanderzusetzen. Vielleicht stelle ich in den nächsten Tagen mal ein zwei Fragen...)

    nächtliche Grüße
     

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