Makropode/Paradiesfisch stark aufgebläht

Hallo zusammen!

Beim googlen habe ich bereits einige Berichte über dieses "Phänomen" gefunden, kann jedoch nirgends eine Erklärung oder einen Lösungsansatz finden. Daher wollte ich es selbst mal hier versuchen.

Eins meiner Makropodenmännchen wird seit Monaten am vorderen Unterbauch immer dicker und dicker. Anfangs sah das ganze gar nicht weiter schlimm aus. Da (meine) Makropoden extrem verfressene Gesellen sind, ging ich einfach davon aus, dass er einen kleinen "Wohlstandsbauch" ansetzt. Mittlerweile ist er allerdings dermaßen aufgebläht, dass es aussieht, als wäre er mit Gas gefüllt und würde bald platzen.
Ansonsten verhält er sich allerdings nach wie vor recht normal. Er ist zwar nicht mehr ganz so agil wie zu schlankeren Zeiten, frisst aber gierig alles was man ihm vorsetzt und schwimmt fleißig durchs Becken. Ab und zu ruht er sich mal für ein paar Minuten am Boden oder in einer Ecke an der Oberfläche aus, ist danach aber auch wieder fit.

Hier mal ein, zwei aktuelle Fotos von meinem Sorgenkind (heute Morgen aufgenommen):



Hier noch die obligatorischen Infos zum Becken:
- Größe: 240 l
- Läuft seit: ca. 1 Jahr
- Wasserwechsel: wöchentlich 30% - 50%
- Futter: vorwiegend Flocken, 1-2 mal pro Woche Frostfutter, sehr selten Lebendfutter (ist vor Ort leider nicht zu kriegen), zusätzlich 1-2 mal pro Woche Gemüse für die Welse (meist Gurke oder Zucchini)
- Besatz: 14 schwarze Neons, 12 Bitterlingsbarben, 5 Makropoden, 2 Antennenwelse, 2 L-162 (vermutlich, wurden mir mal als "Zierbindenzwergschilderwelse" verkauft), 1 siamesische Saugschmerle (zum Glück nie größer als ca. 10 cm geworden)
- Werte: PH=7,0 - 7,5; NO2=0; No3=ca. 15-20mg (meine Testscala springst von 12,5 auf 25mg - das Ergebnis liegt bei mir irgendwo dazwischen); GH=14 (Messung schon etwas länger her); KH=7
- Änderungen im Becken: vor einigen Wochen habe ich meine Styroporrückwand entfernt und durch einige mit Javamoos umwickelte Bambusstäbe ersetzt (sieht man auf einem Bild auch im Hintergrund). Das Moos war allerdings schon immer im Becken.

Alle anderen Fische zeigen keinerlei (ähnliche) Auffälligkeiten.

Vielen Dank schon mal vorab für eure Hilfe!!

Gruß, Christian
 


fischolli

R.I.P.
Moin,

trotz dem Bild ist es immer schwierig ohne eine mikroskopische Untersuchung eine exakte Bestimmung hinzubekommen. Als erstes fällt einem bei solchen Bildern Bauchwassersucht ein, diese ballonartige Anschwellen der Brust- und Bauchregion ist typisch dafür. Bei den eher kurzlebigen Labyrinthern können das aber auch einfach altersbedingte Erscheinungen sein, wofür sein ansonsten normales Verhalten spricht. Das Tier sieht auf den Bildern auch nicht mehr wie ein Jungtier aus. Ich kenne diese Entwicklung von meinen Zwergfadenfischen, bei alten Tieren trat das auch öfter mal auf. Die wurden dann gepflegt, bis sie halt das zeitliche gesegnet haben, machen kann man gegen BWS sowieso nichts in dem Stadium.

Gruß
 

Henny

Mitglied
Hallo Christian,

herzlich willkommen hier im Forum!

Gegen Bauchwassersucht spricht für mich, dass diese Entwicklung seit 'Monaten' (seit wie vielen Monate?) so geht. Zur Bauchwassersucht gehört auch meist eine Schuppensträube (nicht vorhanden, oder?). Fische, die bei mir 'Bauchwassersucht' (eigentlich nur ein Oberbegriff und keine Diagnose) hatten, waren insgesamt aufgedunsen und hatten eben diese Schuppensträube. Allerdings sind diese Tiere nach relativ kurzer Zeit verstorben. Es hatte auch keine medikamentöse Behandlung genützt.

Der Makropode auf dem Bild ist bestimmt kein Jungtier mehr. Makropoden sollen aber viel langlebiger (ca. 8-10 Jahre) als Zwergfadenfische sein. Ich halte erst seit gut zwei Jahren Makropoden, kann das tatsächlich mögliche Endalter im Aquarium also nicht aus eigener Erfahrung beurteilen.

Ich habe ein blaues M. opercularis- Weibchen, bei dem sich vor drei Monaten praktisch über Nacht eine fette Beule an der rechten Brustseite ausgebildet hatte (ich schätze das Tier auf ca. drei Jahre). Erst hatte ich von Überfressen über Anfänge von Bauchwassersucht bis zu Sonstwas rumüberlegt, aber nichts hat sich bestätigt. Inzwischen denke ich, dass es ein Geschwür ist. Das Tier ist aktiv und verhält sich völlig normal. Ich unternehme diesbezüglich gar nichts und hoffe einfach, dass dieser Fisch noch einige Zeit problemlos leben kann.

Deine drei Makropoden auf den Fotos sehen mir körperlich allerdings etwas 'mickrig' aus. Natürlich fressen die problemlos Flockenfutter (Makropoden fressen alles :wink: ), aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Makropoden wirklich hauptsächlich Lebend- oder zumindest Frostfutter benötigen, um auch hinter dem Kopf noch einen stattlichen und farbigen Körper zu entwickeln und zu halten.

Übrigens: Es sind ja insgesamt 5 Makropoden. Wie ist die Geschlechterverteilung?

Beste Grüße von Andrea
 
Guten Morgen!

Vielen Dank erstmal für die Antworten!

Als ich das erste Mal dachte, diese Entwicklung sei nicht so ganz normal, kam mir Bauchwassersucht auch in den Sinn. Aber, wie Henny es schon schreibt, kenne ich Bauchwassersucht eher als das Endstadium irgendeiner Infektion, die dann auch "zügig" zum Tode führt. Seit mir erstmals aufgefallen ist, dass mein Dicker mehr zulegt als seine Artgenossen, sind aber locker drei bis vier Monate vergangen. So krankhaft wie jetzt sieht es aber erst seit ca. 1-2 Wochen aus.

Ein Jungtier ist er nicht mehr, richtig. Hab ihn vor etwas über einem Jahr als Jungtier gekauft. Eigentlich sollte er also noch ein paar Jährchen vor der Brust haben...

Stutzig macht mich auch, dass keiner der anderen Bewohner ähnliche Anzeichen zeigt. Vielleicht handelt es sich tatsächlich um eine Art Geschwür oder sogar Tumor?! Möglicherweise sogar irgendetwas artspezifisches/erbliches, es soll ja nicht gerade viele Zuchtstämme von Makropoden geben. Dafür müsste man aber wahrscheinlich wirklich eine mikroskopische Untersuchung o.ä. machen.

@Andrea: Was fällt dir ein, meine Makropoden "mickrig" zu nennen? :wink:
Wo fange ich da an? Ich habe mein Sorgenkind und zwei weitere Artgenossen vor über einem Jahr gekauft. Der Dicke hat eigentlich eine sehr stattliche Größe, der kommt inkl. seiner Flossen gut und gern auf 12cm. Das zweite Männchen dagegen ist da nie richtig mitgekommen und ist vielleicht halb so groß. Beide sind auch in der Färbung sehr schwach. Dazu ein Weibchen, das eigentlich auch ganz gut genährt ist.
Eigentlich sollten es ein Kerl und zwei Mädels werden....hat aber nicht ganz so geklappt wie erhofft und ich hab dann immer mal die Augen nach ein, zwei weiteren Weibchen offen gehalten. Das hat etwas gedauert, da ich nicht bei jedem Händler in meiner Nähe gern kaufe, man kennt das.
Als ich dann wieder Makropoden in meinem Lieblingsmarkt entdeckte, hab ich auch gleich zugeschlagen und zwei eingepackt. Ich war mir natürlich sicher, dass mein geschultes Auge die Geschlechter auch bei Jungtieren ohne Probleme erkennt :roll:
Die beiden sind mittlerweile ca. drei Monate alt und einer ist natürlich eine Männchen :autsch: und inzwischen fast genauso groß, wie der Dicke. Der zweite ist leider wirklich sehr mickrig geblieben und ich mag mich noch immer nicht festlegen, ob er Männlein oder Weiblein ist. Ich schau mal, ob ich en Foto von denen geschossen bekomme.
Die Geschlechterverteilung ist also nicht so optimal, allerdings halten sich die Streitereien zum Glück sehr in Grenzen. Ansonsten hätte ich die schon getrennt. Falls jemand eine hübsche Makropodendame abzugeben hat, würde ich allerdings nicht nein sagen.
Frostfutter (hauptsächlich rote Mückenlarven) bekommen sie, wie gesagt, regelmäßig. Für Lebendfutter muss ich allerdings 35 km fahren - das bleibt somit die Ausnahme.

Gruß, Christian
 

Henny

Mitglied
Hi Christian,
Ratzputznix schrieb:
...@Andrea: Was fällt dir ein, meine Makropoden "mickrig" zu nennen? :wink: ...
sorry! :oops: :lol:
Es muss ja nicht unbedingt Lebendfutter sein - gefrostete rote, weisse und schwarze Mülas, Frostdaphnien (mögen meine Neons nicht, die Bitterlingsbarben auch nicht so sehr) und Frostcyclops stellen schon ein nettes Speiseangebot dar. Zusätzlich kann es ja ab und zu Flockenfutter geben. Ich denke, das würde denen gut bekommen (den anderen Fischen auch) und sie würden vermutlich auch farbiger werden.

Die Geschlechterverteilung ist natürlich suboptimal, das weisst Du ja selber. Ich sehe den 'Beckenfrieden' allerdings dauerhaft als ziemlich gefährdet an - drücke die Daumen!

Dein Hintergrund mit dem Bambus und dem Moos ist durchaus 'stylisch', aber meinst Du, das bietet den Tieren genug Rückzugsmöglichkeiten?
Stell doch mal eine Gesamtansicht des Beckens ein.

Beste Grüße von Andrea
 
Hallo!

Dein Fisch erinnert mich sehr stark an einen meiner ehemaligen Fische. Es handelte sich dabei allerdings um einen Goldfisch, der aus unerklärlichen Gründen immer dicker wurde, normal fraß, normal schwamm und keine Schuppensträube hatte, sowie andere Krankheitsmerkmale.
Ich habe damals viel gegooglet, um meinem Fisch irgendwie zu helfen. Es handelte sich um ein Nierenleiden, wogegen man aber nicht viel machen kann, außer man lässt einen Fisch punktieren, was aber nur lebensverlängernd wirkt und nicht heilend.

Kann das vielleicht bei deinem Fisch in Frage kommen?

So sah mein Fisch damals aus:
schecki5tck9.jpg


Hier noch Bilder von einem anderen betroffenen Fisch:
http://zierfischforum.at/wiki/Nierenerkrankungen

lg
 


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