Seit mehreren Jahren wird über eine mehrstündige Beleuchtungspause innerhalb der Gesamtbeleuchtungszeit sehr kontrovers diskutiert. Erstaunlich ist dabei weniger die Diskussion selbst, sondern die Schärfe, mit der vor allem die Gegner der Empfehlung diese Diskussion führen.
Die Empfehlung lautet, etwa in der Mitte der Gesamtbeleuchtungszeit von 10 Stunden, eine ca. 4-stündige Pause einzulegen. H.-J. KRAUSE stellte schon 1981 fest, dass in Aquarien und Naturbiotopen mit optimalem Pflanzenwuchs auffallend oft überraschend niedrige Sauerstoffgehalte zu finden sind. Ganz offensichtlich korrelieren relativ niedriger Sauerstoffgehalt, in der Folge niedrige Redoxspannung, verbesserte Nährstoffverfügbarkeit, gesundes Pflanzenwachstum und dadurch bedingt weitgehende Algenfreiheit. Übertrieben starke Dauerbeleuchtung ohne Pause führt letztlich zu Nährstoffmangel, der unbedingt z. B. mit Tagesdüngung ausgeglichen werden muss, oder es kommt zu verstärkter Algenbildung.
Mit der „Mittagspause“ wird vor allem bei stark beleuchteten Aquarien ein für die Pflanzen gefährlich werdender Sauerstoffgehalt normalisiert, sanfte Reduktion wird ermöglicht. Pflanzen profitieren von dieser Normalisierung, weil sie unter anderem während solcher Ruhephasen gefährliche Sauerstoffradikale abbauen können. Erfreulicherweise scheint die Beleuchtungspause immer mehr Anhänger zu finden. Jüngstes Beispiel ist ein Artikel von Gerhard OTT2 in „Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute“, in dem er gleich mit mehreren liebgewordenen aquaristischen Ammenmärchen zum Thema „natürliche Beleuchtung“ aufräumt.
Ganz allgemein lässt sich zum Licht nur sagen, dass es nicht unmittelbare Auswirkungen darauf hat, ob Algen sich massenhaft vermehren oder nicht. Vielmehr steuert das Licht (und hier vor allem die Lichtstärke) zusammen mit anderen Faktoren das Pflanzenwachstum. Und die Pflanzen sind es, die als Konkurrenten im Kampf um Licht und Nährstoffe den Algen mehr oder weniger Entwicklungschancen lassen. Gut beleuchtete, ausreichend mit den essentiellen Nährstoffen versorgte und deshalb sehr schnell wachsende höhere Wasserpflanzen lassen keine Algenplage aufkommen. „Gut für Pflanzen, nicht gut für Algen“ ist ein Widerspruch in sich, der nur durch Einfügung des Wortes „deshalb“ entschärft werden kann.