Ursachenforschung Nitratproblem

Hallo,

die Tage untersuchte ich in unserem Labor eine Wasserprobe aus dem Aquarium meines Vaters. Anlaß war eine deutliche Trübung des Wassers. Zu meiner großen Überraschung fand man rund 800 mg/l Nitrat und ca. 200 mg/l Chlorid. Wir haben jetzt mit einem stufenweisen Wassertausch begonnen, über mehrere Tage hinweg, um den Fischen einen Osmoseschock zu ersparen.

Mir läßt das keine Ruhe, weswegen ich dieses Forum um Hilfe bei der Ursachenforschung befragen möchte. Das Aquarium fasst 200 Liter mit ca. 30 Fischen unterschiedlicher Größe. Das Wasser hatte eine deutlich wahrnehmbare Trübung grüner Färbung. Was mich wundert ist, daß die Fische trotz dieses Nitratwertes absolut keine Ausfallserscheinungen zeigten. Eigentlich ist das ein Wert, der Menschen in Lebensgefahr bringen könnte. Was ist da los?

Vor allem, was kann mein Papa künftig tun, um die Werte stabil zu halten? Klar, regelmäßiger Wassertausch. Ist aber bei seinen gesundheitlichen Problemen schwierig. Gibt es noch anderes?
 


Kardinal68

Mitglied
Klingt nach Altwasserbecken. Meine Aquarien sind auch Altwasserbecken, Nitrat ist bei mir aber nicht nachweisbar. Es wird von den vielen Pflanzen verbraucht. Also eine Maßnahme wären mehr Pflanzen.
Dann solltet ihr das verdunstete Wasser nur mit Osmosewasser oder Regenwasser ersetzen. So reichern sich keine Salze an. Besonders wenn man sehr hartes Leitungswasser hat.
 
Was meinst du mit Altwasserbecken? Mein Vater hat da eine Filteranlage drin, die auch regelmäßig gewartet wird und auch Nitrat aufnehmen sollte.
 

Ago

Mitglied
Hallo!

Kannst Du in Erfahrung bringen

- wie oft und viel Dein Vater Wasser wechselt?
- wieviel er füttert?
- welchen Filter und welche Filtermaterialien er nutzt?
- was für einen Bodengrund er hat?
- welche Beleuchtung er hat?
- ob er düngt und wenn ja, was, wieviel?
- und welche Werte sein Leitungswasser hat?
- Kannst Du ein Foto des Aquariums einstellen?
 

Kardinal68

Mitglied
Noch eine zusätzliche Frage zu den Fragen von Anke: Ist im Haus eine Wasserenthärtungsanlage verbaut?

Ein Altwasserbecken hat nichts mit dem Filter zu tun. Es sind Aquarien in denen kein oder nur sehr wenig Wasser gewechselt wird und nur verdunstetes Wasser aufgefüllt wird. Ist perse nichts schlechtes, auch solche Aquarien können funktionieren. Mit Wasserwechsel ist es halt einfacher, da Stoffe die sich anreichern wie z. Bsp. Nitrat, ständig verdünnt werden.
 
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- wie oft und viel Dein Vater Wasser wechselt?
- wieviel er füttert?
- welchen Filter und welche Filtermaterialien er nutzt?
- was für einen Bodengrund er hat?
- welche Beleuchtung er hat?
- ob er düngt und wenn ja, was, wieviel?
- und welche Werte sein Leitungswasser hat?
- Kannst Du ein Foto des Aquariums einstellen?
zu 1: Einmal im Jahr
2: wie soll ich das beschreiben... wenig Futter.
3: Schaumstofffilter, 2 Stück, rechte und linke Seite angebracht.
4: Kies
5: LED
6: Nein
8: In Bezug zu Anionen? Normales Leitungswasser, das innerhalb der Werte der TVO liegt.
9: Das ist eine Aufnahme nach dem ersten 50 Prozent-Wasserwechsel gestern:

20261017_103637.jpg
Was mich erstaunt, daß bei den hohen Anionenwerten dieser hier so groß werden konnte:

20261017_103650.jpg
 
Noch eine zusätzliche Frage zu den Fragen von Anke: Ist im Haus eine Wasserenthärtungsanlage verbaut?

Ein Altwasserbecken hat nichts mit dem Filter zu tun. Es sind Aquarien in denen kein oder nur sehr wenig Wasser gewechselt wird und nur verdunstetes Wasser aufgefüllt wird. Ist perse nichts schlechtes, auch solche Aquarien können funktionieren. Mit Wasserwechsel ist es halt einfacher, da Stoffe die sich anreichern wie z. Bsp. Nitrat, ständig verdünnt werden.

Nein, keine Enthärtungsanlage vorhanden.
 


1_hajo

Mitglied
Bei den von dir genannten Werten liegt höchstwahrscheinlich ein Messfehler vor. Allein die Menge Nitrat reicht aus um die Fische zu killen.
 
Das kann kein Messfehler sein. Die Messung wurde am Ionenchromatographen durchgeführt, mit Referenzstandards abgesichert und einem sehr eindeutigen Chromatogramm. Ich verstehe das ja auch nicht.
 

Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo,
der Wabenschilderwels ist noch lange nicht Groß, das ist ja fast noch ein Baby und hat eigentlich mehr Platz verdient.
Die beiden Eheim in den Ecken bauen kein Nitrat ab,dazu laufen sie zu schnell. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit,ein Nitratharz in den Filter packen zu packen,aber dies muss man gelegentlich mit Salz regenerieren.
800mg Nitrat ist natürlich eine Hausnummer. Der Grenzwert im Leitungswasser sind 50mg und im Aquarium wäre das schon zuviel.
Ein Messfehler liegt wirklich nicht vor?
L. G. Wolf
 
Hallo,
der Wabenschilderwels ist noch lange nicht Groß, das ist ja fast noch ein Baby und hat eigentlich mehr Platz verdient.
Die beiden Eheim in den Ecken bauen kein Nitrat ab,dazu laufen sie zu schnell. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit,ein Nitratharz in den Filter packen zu packen,aber dies muss man gelegentlich mit Salz regenerieren.
800mg Nitrat ist natürlich eine Hausnummer. Der Grenzwert im Leitungswasser sind 50mg und im Aquarium wäre das schon zuviel.
Ein Messfehler liegt wirklich nicht vor?
L. G. Wolf
Nein, mit Sicherheit nicht. Ich arbeite zwar nicht hauptamtlich an dem Gerät, habe die Messung auch nicht durchgeführt, aber vertraue auf die Arbeit meines Kollegen. Man kann da auch nicht so viel falsch machen. Zumal auch Chlorid mit 200 mg auch sehr hoch war. Die Probenahmeflasche war auch sauber. Da ist normalerweise nur Trinkwasser drin. Nie haben wir solche Proben im Labor.
 

Joern

Mitglied
Hi

das hört sich ja "besonders" an .... und aus der Ferne kaum möglich, mit so einzel-Werten etwas vernünftiges dazu zu sagen.

Welche Parameter habt Ihr gemessen das werden doch sicherlich noch mehr sein ....
Wenn Du Labor im Umweltbereich hast - kennst Du die Grundparamer - 4 Kat und 4 Anionne.
Geht mit ICP ganz einfach bzw. kannst Du aus em Ergebnisfile auch noch nachtrglich auslesen.
Plus Vorortparameter Tem, Leit, pH und O2.
Oder jedenfalls tw. bzw. aus dem Probenwasser

AUch das AUsgangswasser/Leitungswasser könntest Du benennen oder sogar verlinken - das haben die Wasserversorger ja im Regelfall online irgendwo stehen.

Frag noch mal Den Meßkollegen, was genau ( N oer NO3 oder N-gesamt) er mit welcher Einheit rausgibt. 200mgl Cl müßte man schon schmecken.... Ein Süßwasserbecken so aufineralisieren ist sportlich ....
Irgendwie braucht es da mehr Plausibilitt.

Noch eine Fehl-Annahme: ein Filter würde NO3 rausziehen. Das Gegenteil ist der Fall - der saugt organ. Substanz an, die zerfällt und setzt dabei N frei.

na da kriegen wir noch einen Dreh rein ...

edit:
800mgl NO3 zu 200mgl Cl ist zueinnader durchaus plausiblel/wahrscheinlich.
Nehmen wir mal an, das sei 10fach auf-konzentriert "eingedampft" - dann wären 80 zu 20mg/l der Ausgangswert. Cl ist konservativ und verändert sich kaum im Wasser. N (und ein bißchen Cl) kommt durchs Futter rein. also gehen tut das ....
na, wir werden sehen
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Kollege hat nur Chlorid und Nitrat gemessen, als Nitrat in mg/l (nicht Nitrat-N oder ähnliches!). Wir werden die Analyse spätestes am Mittwoch mit einer neuen Probe durchführen nach dem nächsten Wassertausch, dieses mal mit Phosphat und Sulfat. ICP haben wir (noch) nicht. pH ist eine gute Idee. Ich werde unser tragbares pH-Meter am Montag mal ins Becken halten.

Daß die beiden Filter kein Nitrat zurückhalten ist mir klar. Ich frage mich nur, ob das Problem da herrührt, ob der nicht richtig gepflegt ist und dadurch Nitrat einträgt.

Das Eingangswasser ist oke. Das ist aus der Leitung, von unserem Versorger. Das überwachen wir ständig.

Geschmacksprobe wegen Chlorid möchte ich an der Brühe besser nicht machen.
 

Joern

Mitglied
Und messe LF - das kannste auch noch im Labor nachholen - die ändert sich ja nur wenig.

Und verlinke mal den Wasserversorger auf seine LW-Werte. Normal stellen die ja so ein Labor-Protokoll rein.
Danke

Ab welchem Wert ist Nitrat eigentlich genau toxisch ? Da kenne ich keinen Wert.
Nur die allgemeinen Empfehlungen. Hat da jemend was ?

Bei Nitrit ist das anders...
Also so ganz "unmöglich" scheint mir das nach kurzer Erinnerung und Recherche nicht - wenn auch kurios.
Toxisch und ungesund sind verschiedene Dinge !
 
Zuletzt bearbeitet:

Brunhilde

Mitglied
Die Nitratanreicherung ist normal wenn man nur verdunstetes Wasser auffüllt oder ewig keinen Wasserwechsel macht. Es verdunstet nicht mit dem Wasser; dsgl. für Chlorid. Es ist für die Tiere bedenklich, aber in der Konzentration nicht so gefährlich wie Nitrit. Also stehen mehrere Teilwasserwechsel an; dabei solltest du pH Wert und die Karbonathärte prüfen.
LG Bruni
 

:-)

Mitglied
Und die Messgröße ist auch gleich? Vielleicht wurden bei der Auswertung auch daher 1-2 Nullen "zuviel" angezeigt, weil am Messgerät vorher eine andere Genauigkeit eingestellt war.
 

Kardinal68

Mitglied
Die Werte können schon hin kommen bei einmal Wasserwechsel im Jahr. Wie viel wurde denn dann gewechselt und über wie viele Jahre lief das so? Das Nitrat konnte sich so langsam anreichern und die Fische sich langsam an das steigende Nitrat gewöhnen. Vermutlich sind auch einiges an Huminstoffen im Wasser, die puffern auch einiges ab. Ihr solltet jetzt mehrere kleine Wasserwechsel machen, um die Werte langsam zu senken. Aber das hattest Du ja schon am Anfang geschrieben.
 


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