Sensation !

Ansonamun

Mitglied
Hallo Folk,

wir haben eine sehr interessante Feststellung gemacht und möchten diese euch natürlich nicht vorenthalten.
Meine Frau und ich besitzen zwei kleinere Becken in denen Garnelen leben.
Das eine Becken ist ein reines Artenbecken für die Wirbellosen, das andere ist ein Aufzuchtbecken mit Schneckenbubas und ein paar kleinere andere Aufzuchten (Also jede Menge natürlicher Fressfeinde).
Das Sensationelle daran ist, das im Artenbecken die Garnelen nicht wirklich in die Gänge kommen (keine Vermehrung, dümpeln vor sich hin). Im Fischbecken aber scheinen sie sich total wohlzufühlen (Die Population der Garnelen hat sich binnen kurzer Zeit verdreifacht, es sind ca. 35 Stk.)

Irgendwie glauben wir nun nicht mehr daran das ein reines Artenbecken viel besser für die kleinen Racker wäre.

Einzelfall oder ist euch evtl schon auch so etwas aufgefallen?

Gruß
 


Müßte sich mal überlegen wie die Tierchen in der Natur leben. Ein reines Artenbecken nur mit Garnelen. Ist dass nicht auch lahm? hehe
 
Moin Moin,
ja auch ich stelle immer wieder fest,das in Becken,die mit ein paar Fischen und Garnelen besetzt sind der Nachwuchs besser ist.In meinen drei Nelenbecken habe ich immer ein paar Welse dabei.
In meinen anderen zwei Becken habe ich Salmler,Welse und Garnelen.Die Vermehrungsrate ist sehr hoch.
Früher, als ich reine Garny Becken hatte,kam es ab und an schon mal zum Stillstand.
Man weiß ja, das ein zusammen leben von Garnelen und Welsen durchaus positiv ist.
Die Nelen brauchen den Kot der Welse.Hier finden sie noch viel verwertbares Futter -vor allen Dingen die Minis-.
Kann ich jedem nur raten eine Zweckgemeinschaft anzustreben.
Bie mir hat es bisher bestens funktioniert.

MfG

Werner
 

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Hallo,

als Sensation würde ich das nicht unbedingt bezeichnen.

Im Prinzip ist dass relativ bekannt, das eine Vergesellschaftung sich positiv auswirken kann.
Im Prinzip ist es aber so, dass wenn keine Vermehrung im Artenbecken stattfindet, dort etwas nicht stimmt. Irgendetwas fehlt - das können z.B. Nahrungsbestandteile sein. Im Normalfall sollte die Vermehrung im Artenbecken min. genauso gut klappen wie im Gesellschaftsbecken, wobei im Artenbecken die Fressgefahr nicht besteht.

Natürlich kann ein potentieller Fressfeind aber auch ein Anlass für eine erhöhte Vermehrung sein. Schließlich ist die Natur immer um Ausgleich bemüht.

In meinen gut eingelaufenen Artenbecken klappt die Vermehrung jedenfalls auch sehr gut.
 

der_andy

Mitglied
Ansonamun schrieb:
Das Sensationelle daran ist, das im Artenbecken die Garnelen nicht wirklich in die Gänge kommen (keine Vermehrung, dümpeln vor sich hin). Im Fischbecken aber scheinen sie sich total wohlzufühlen (Die Population der Garnelen hat sich binnen kurzer Zeit verdreifacht, es sind ca. 35 Stk.)
...

Das heisst jetzt, dass man Garnelen zur Zucht vergesellschaften soll...
Selbst wenn Du dass mit einer größeren Menge an Becken reproduzeren könntest, würde ich noch vorsichtig sein und vorher mal die Probe machen, ob es an andere Faktoren liegen mag, die irgendwie mit dem Besatz zusammenfallen (wie z.B. besserer Algenwuchs durch den Fischbesatz/-fütterung)...

Meine Erfahrung (mit mehr Arten- und Gesellschaftsbecken) spricht eher entgegen dieser sensationelle Entdeckung.

Grüße,
Andy
 
Ich habe zwar den Vergleich eines Artenbeckens nicht aber meine Garnelen tragen immer Eier. Ständig haben se abgelaicht fangen se neu an. Jetzt habe ich nen Steinhaufen hineingelegt und denke jetzt kommen auch mehr kleine durch wie vorher da können sie sich gut verstecken.
 


Mal eine andere Idee :

In reinen Garnelenbecken entwickeln sich Protozoen, Einzeller und Co. in riesigen Mengen, da Sie keinerlei Fressfeinde haben. Ähnlich wie in einem Heuaufguss.
Besonders die Hamburger Mattenfilter begünstigen diese Infusorienentwicklung ist mir bei meinen Becken aufgefallen.

Eventuell wirkt sich eine zu hohe Infusoriendichte negativ auf die Vermehrungsrate aus.

Kommen nun Fische wie kleiner Salmler ode Boraras hinzu, so ernähren sich diese von den Infusorien. In einem mit Fischen besetztem Becken findet man nur noch kaum oder gar keine freischwimmenden Infusorien mehr, nur noch im Filtermateriel oder im Bodengrund wird man fündig...

Ein Fischbecken ist also "sauberer" ...
Nur mal so eine Vermutung.

Man kennt dass ja von seinen Fischbruten. In einem mit Infusorien zu stark belastetem Wasser, funktioniert die Nachzuct von empfindlichen Fischen nicht mehr. Vielleicht greifen einige Infusorien die Eier an, oder fressen die Eihüllen...

Oft wird ja beim Wasserwechsel bei Fischen das Ablaichen, bei Garnelen die Hätung ausgelöst. Und oft wird dies auf Temperaturunterschiede zurückgeführt. Meine Garnelen sind aber genauso glücklich, wenn ich mit temperiertem Wasser wechsle. Auch Häutungen finden dann vermehrt statt.
Man sollte hier vielleicht auch an die sich abrupt verringernde Keimdichte denken, die Auslöser für Häutungen und Ablaichen ist.



LG
Gerd
 
Hallo Gerd,

ein interessanter Aspekt. Aus dieser Sicht habe ich das Thema noch nicht betrachtet.
Es könnte einiges dafür sprechen. Auf jeden Fall sollte man diesen Weg mal verfolgen und untersuchen.

Ich sage auf jeden Fall danke für den Denkanstoss.
 
@ Chrisp :

Deine Fressfeindtheorie ist aber auch interessant. Ich kenne das
bspw. von dem Rotfuchs her, bei dem die Bejagung (von der ich rein gar nichts halte) häufig das Gegenteil auslöst, nämlich stärkere Vermehrung desselben.

Es könnte aber noch komplizierter sein, bspw. Garnelen benötigen Darmbakterien der Fische, die Sie mit deren Ausscheidungen aufnehmen,
um bestimmte Nahrungsanteile zerlegen zu können...

Oft wird immer zu "einseitig" gedacht.

Liebe Grüsse,
Gerd
 
Hallo Gerd,

die Darmbakterientheorie halte ich nicht für realistisch. Bei den meisten Züchtern gedeihen die Garnelen in reinen Artbecken und die Vermehrung ist oft erstaunlich.
Was dabei jedoch für deine Theorie spricht, ist die oft sehr gute Wasserqualität der meisten Züchter. Mit Laub, Erlenzapfen usw. wird die Keimbelastung gering gehalten - häufige großzügige Wasserwechsel usw.
Es gibt aber auch wieder genügend andere Beispiele, wo es trotzdem klappt.
Tja, das ist Aquaristik: Was in einem Becken zum Erfolg führt muss noch lange nicht beim zweiten klappen.

Aber ich behalte deine Theorie auf jeden Fall im Hinterkopf. Für mich spricht da einiges für. Vielleicht noch in Verbindung mit anderen Parameter - PH-Wert, Härte Temperatur usw.
 


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