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Algen bis zur Verzweiflung

Dieses Thema im Forum "Pflanzen / Algen" wurde erstellt von GoldenClaw, 21. Oktober 2019.

Schlagworte:
  1. Hallo alle Zusammen,
    Ich habe seit längerem unglaubliche Algenprobleme, weshalb ich hier auf eure Hilfe hoffe.
    Kurz zum Stand der Dinge:

    • Beckenlaufzeit seit Februar 2019
    • Beckengröße 60 x 60 x 160 cm (576l) mit Rückwand.
    • Filter: mobiler HMF, Typ P70-1 Malawi (HMF mit Strömungspumpe für 500-700l Becken)
    • Beleuchtung: Eheim PowerLED+ Fresh Plants und Fresh Daylight (1349mm), Beleuchtungsprofil siehe Bilder; Ursprünglich hatte ich eine durchgehende von 9:30-22:30 Uhr eingestellt mit Sonnenauf-/Untergang von jeweils 60minuten. Nachdem sich dann Algen eingestellt hatten, habe ich eine Mittagspause zugefügt und hier sehr viel variiert, aktuelle Beleuchtung beginnend 9:00 Uhr mit 60min Sonnenaufgang, daraufhin Sonnenuntergang halbe Stunde ab 14 Uhr. Mittagspause bis 17:00 Uhr, Aufgang bis 17:30, Sonnenuntergang ab 21:30 Uhr über 1,5h, Licht vollständig aus ab 23:00 Uhr.
    • Bodengrund Sand
    • Deko: Rückwand, zwei große Wurzeln
    • Düngung: CO2 über Diffusor, Aquarebell Eisen, N, K
    • Bepflanzung Siehe Bilder
    • Besatz: 20-30 rote Neons, ca. 20-25 Panzerwelse (Adolfoi, Panda), ca. 20-40 Zwerggarnelen; die Neons sollten Zuwachs bekommen sowie eine weitere, größere Art (Vorschläge?) einziehen, jedoch möchte ich zunächst das Becken in den Griff bekommen.
    • Wasserwechsel: wöchentlich ca. 50% Osmosewasser, ggf. Aufsalzen mit Dennerle ReMineral+
    • Wasserwerte:
      • Temperatur: 26°C
      • KH: 3-4
      • pH: 6,4
      • GH: 3
      • Leitfähigkeit: 300 (Nach Aufsalzen)
      • Nitrat: 10
      • Phosphat: <0,02
      • Eisen: 0,05-0,1
      • Kalium: 15
      • CO2: 30-35

    Ich habe nun schon sehr vieles versucht zu ändern, von der Beleuchtungszeit, -intensität, -pause über Dünger-/Nährstoffkonzentrationen, AlgExit und BlueExit.
    BlueExit hatte eine vorübergehende Eindämmung einer kurzfristigen Blaualgenblüte gebracht, sodass aktuell nur noch vereinzelte Blaualgenherde abgrenzbar sind. AlgExit hat leider nichts gebracht. Nach 1 bis 2 Tagen nach dem Wasserwechsel mit Absammlung aller sichtbarer Algen bilden sich erneut Grün-/Schmier-/Fadenalgen auf den Blättern sowie auch an den Scheiben. Werden diese nicht alle 1-2 Tage abgesammelt, explodieren die Algen förmlich. Auffällig ist auch der bräunlich pelzige Belag auf den Wurzeln (siehe Bilder, keine Kieselalgen)Ich dünge im Wechsel Eisen und Nitrat um o.g. Konzentrationen zu erreichen/halten, wobei auch hier schon einiges (mehr/weniger/ganz weglassen) ohne Erfolg ausprobiert hatte.

    Ich bin allmählich leider wirklich mit meinem Latein am Ende und wende mich daher hilfesuchend an euch in der Hoffnung, das Problem endlich in den Griff zu bekommen. Die Bilder der Pflanzen sind der Zustand nach 17 Tagen Abwesenheit mit notdürftiger Düngung durch Die Urlaubsvertretung vor bzw. Nach dem Absammeln und Wasserwechsel gestern, daher sehen die Pflanzen aktuell etwas mehr mitgenommen und die Blaualgen etwas vermehrt aus.

    Ich wäre euch sehr dankbar für jegliche Hilfe und Rat, wie ich der Sache Herr werden und mein Hobby wieder genießen kann.

    Danke und viele Grüße
     

    Anhänge:

  2. Z-Jörg

    Z-Jörg Mitglied

    was hast du denn für Wasserwerte aus der Leitung?
    Ich habe leider so gar keine Erfahrung mit LED Beleuchtung, aber für mich sieht es so aus als wenn das Licht zu dürftig ist, denn die Pflanzen wachsen nur gerade nach oben zum Licht.
     
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  3. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin,

    wachsen nicht alle Pflanzen dem Licht entgegen?

    Ich finde die Bepflanzung im Verhältnis zum Beckenvolumen eher spärlich. Scheinbar können die die gebotenen Nährstoffe nicht verarbeiten, was dann den Algen zugute kommt. Da du bzgl. Beleuchtung schon viel experimentiert hast, würde ich mal andere Dinge versuchen: Als erstes eine 7-tägige Dunkelkur, um die Blaualgen einmal richtig los zu werden. Das vertragen auch einige andere Algen nicht so gut, die könnten dadurch auch zurückgehen. Dann würde ich mal die Düngung verändern und einen anderen Dünger einsetzen. Das kann schon helfen. Ob nun Provito von Easy Life oder Ferdrakon von DRAK ist egal.

    Ergänzend würde ich zumindest erstmal richtig schnellwachsende Pflanzen einbringen, die viel Nährstofe ziehen. Da für eignen sich sowohl Schwimmpflanzen wie Muschelblume oderWolfsmilcht etc. als auch Hornkraut oder Nixkraut. Eine gewisse Abschattung des Beckens kann sowohl gegen die Algen helfen, wird aber auch von deinen Neonsalmlern geschätzt werden.

    Dann einfach mal CO2 für eine Zeit abschalten, auch das kann helfen.

    Gruß
     
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  4. Pagan

    Pagan Mitglied

    Um das nochmal von Olli zu bestätigen: Ich dünge seit ca. 3 Monaten mit dem Wochendünger ProFito, den er auch genannt hat. Ich hatte mit anderem Dünger immer auch auch Algen im Becken und jetzt nicht mehr. Allerdings habe ich auch andere, zusätzliche Maßnahmen ergriffen: Ich beleuchte jetzt nur noch 9 Stunden am Stück (weniger als 10 ist so eine Richtlinie, von der man öfter mal im Netz liest); führe halt 1-2 wöchentlich (nicht penibel regelmäßig) großzügige Wasserwechsel durch (ca. 50%); habe, wie Olli auch empfohlen hat, schnellwachsende Pflanzen eingesetzt, wie Hornkraut (nicht eingepflanzt) und Nixkraut und Schwimmpflanzen (hauptsächlich Wasserlinsen); die Oberflächenströmung DEUTLICH reduziert, damit nicht zu viel Sauerstoff ins Wasser kommt und ich füge täglich EasyCarbo (Minimaldosis) hinzu, was schlussendlich ein echter Algenkiller (auch gegen Cyanos) ist. Aber Chemie ist ja immer sone Sache... CO² haste ja eh am Laufen...

    Ich hatte mal eine LED-Aufsatzleuchte (billig von Ebay) und die hat damals womöglich für eine echte Algenexplosion, wie auf deinen ersten Bildern, gesorgt. Nun habe ich auf meinem 96L Becken eine LED-RGB-Aufsatzleuchte (auch Noname-Produkt von Ebay) und diese hat absolut keinen negativen Effekt. Der Knackpunkt hier liegt bei RGB, also dass auch tatsächlich alle drei Lichtfarben (Rot, Grün, Blau) mit vertreten sind und nicht nur weiß und blau. Diese Leuchtbalken sind mitunter extrem hell und das rote Licht relativiert dies etwas (außerdem kommen rote Farben bei den Fischen besser zur Geltung). Ich weiß nicht mehr welchen Effekt es genau haben sollte, aber ich bin öfter mal im Web drüber gestolpert, dass RGB besser für die Pflanzen, und somit gut gegen Algen sein soll.

    Wenn du ganz aggressiv gegen die Algen vorgehen möchtest, dann mach dich mal über Wasserstoffperoxid schlau. Dazu habe ich hier eine Anleitung gepostet: https://aquaristik-live.de/threads/mein-190er-eckchen.118886/page-2 - Ich habe es selber aber noch nie gemacht, weil war nicht nötig.

    Ich würde dir empfehlen die Beleuchtungszeit auf 9 Stunden zu reduzieren, vorher eine 7-tägige Dunkelkur zu machen (wie Olli bereits geschrieben hat), mehr schnellwachsende Pflanzen einzusetzen und die Oberflächenbewegung mal zu überprüfen und einzustellen. Und mit dem ProFito-Wochendünger von Easy-Life habe ich halt auch ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Vorher habe ich PlantaMin von Tetra benutzt und hatte immer auch Algen, die ich allerdings nicht wirklich als störend empfunden habe. Den ProFito habe ich zufällig mal im Baumarkt gesehen, der war relativ günstig und das war dann letztendlich auch der Grund für die Umstellung. Und ich bin zufrieden, so wie es aktuell bei mir läuft.
     
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  5. Starmbi

    Starmbi Mitglied

    Hallo,

    schön, daß Du wieder in dieses Forum zurückgefunden hast.
    Auch schön, daß Du so viele detaillierte Angaben zu Deinem Becken gemacht hast.
    Deshalb wundere ich mich über einige Antworten.

    Zum Licht:
    Du hast also 2x 44 Watt mit je 141 Lumen/Watt (daylight) und 93 Lumen/Watt (plant).
    Das ist als Mittelwert 117 Lumen/Watt, wobei ich eher an 100 Lumen/Watt glaube.
    Somit hast Du 117L*88W/576l=18 Lumen pro Liter.
    Das ist gerade in Verbindung mit 60 cm Beckenhöhe nicht viel.

    auf https://www.biconeo-aquascaping.de/berechnung-led-aquarium-beleuchtung/ werden folgende Empfehlungen zum Lichtbedarf der Pflanzen gegeben:
    • Gering: 20 Lumen (~ 0,25 Watt bei T5/T8)
    • Gering bis mittel: 30 Lumen (~ 0,5 Watt)
    • Mittel: 40 Lumen (~ > 0,5 Watt)
    • Hoch: 60 Lumen (~ 1 Watt)
    Deshalb verwundert es mich, daß deine Bodendecker noch recht vital aussehen, oder sind sie frisch gepflanzt?
    Ich kann mir das nur durch deine fleissigen Wasserwechsel in Verbindung mit wenig abschattenden Pflanzen erklären. Durch die Wasserwechsel hältst Du Dein Wasser frei von lichtschluckenden Verfärbungen.
    Als Pflanzenfan könntest du die Lichtleistung also ruhig verdoppeln! (Oben verlinkte Seite macht nette Leuchten ;-)

    Zum CO2:
    Mit ca. 35mg/l bist Du ziemlich üppig unterwegs.
    Das würde ich auf 20 mg/l drosseln.
    Bei Deiner Beleuchtung können die Pflanzen das gar nicht verwerten und ich glaube auch, daß Fische mit weniger CO2 besser zurechtkommen.

    Zur Eisen-Düngung:
    Da dein Becken nun ein halbes Jahr steht, ist es nicht mehr notwendig den Eisengehalt auf 0,1mg/l zu düngen. Dünge auf max. 0,05 mg/l und lasse ihn ruhig auch mal längere Zeit auf 0 mg/l fallen.
    Mittlerweile haben sich in deinem Becken Eisendepots im Boden gebildet, welche die Pflanzen nutzen können, an die die Algen aber schlecht ran kommen.

    Zur Nitrat-Düngung:
    Wenn Du wirklich nennenswert Nitrat zudüngst und 10mg/l in deinem Becken hast, so hast Du keinen Nährstoffüberschuss- sondern einen Mangel!
    Hier nutzt es nichts häufige Wasserwechsel zu machen oder schnell wachsende Pflanzen einzusetzen. Bei Deinem Licht halte ich auch abschattende Pflanzen für kontraproduktiv.

    Das eigentlich Schlimme ist aber, daß Du kein Phosphat hast!
    Mit einem NO3-Gehalt von 10 mg/l solltest Du ca, 1mg/l PO4 im Becken haben und nicht 0,02mg/l.
    Pflanzen benötigen ein festes Verhältnis dieser beiden Stoffe um sie optimal verwerten zu können.
    Algen lieben solche Mißverhältnisse!
    Phosohat nie zusammen mit Eisendünger düngen.

    Zum Filter:
    Der Filter ist für Malawibecken bestimmt. Damit meine ich die Bestückung und nicht die (ziemlich) hohe Förderleistung.
    Bei Malawibecken gibt es wenig Pflanzen, welche die Ausscheidungsprodukte der Pflanzen verwerten können.
    Hier macht eine Bestückung mit Siphorax als Schadstoffvernichter Sinn.
    In einem Pflanzenbecken entfernst Du Dir damit nur die wertvollen Nährstoffe!

    Ich hatte selbst bei meinem 450-l Becken massive Probleme mit Algen, bis ich diese Medien durch normale Filtermatte und Filterwatte ersetzt hatte. Nach 2 Woche erkannte ich mein Becken nicht wieder!

    Diese Punkte solltest Du mit folgender Priorität in Angriff nehmen:

    Filtermedien wechseln

    Dunkelkur

    Phosphat immer 10% in Bezug zum Nitrat Düngen, z.B. 20mg/l Nitrat 2 mg/l Phosphat.
    Ängstliche Naturen nehmen auch nur 5%

    Eisen ruhig etwas reduzieren.

    Licht 10 Stunden -ruhig mit Mittagspause- anlassen. Dimm-Zeiten zählen nur die Hälfte.
    Hier musst du die Lichtmenge über längere Zeiten kompensieren.

    Falls der Filter wirklich die angegebene Leistung bringt, evtl. etwas reduzieren.


    Gruß
    Stefan
     
    Dusty und GoldenClaw gefällt das.
  6. Martin321

    Martin321 Mitglied

    Hallo,

    Die Idee von Pagan ist sicher gut, die Strömung zu reduzieren und auch mal das CO2 zu reduzieren oder ev. ganz weglassen. Auch wenn es darüber widersprüchliche Aussagen gibt: bei niedrigen CO2 werten würden zB. Pinselalgen eher entstehen bzw. wachsen. Ich traue dem aber nicht so ganz und bin der Meinung ein hoher CO2 Wert kommt, wenn so wie in deinem Becken nicht sehr viele Pflanzen sind und eben schon Algen entstanden sind, den Algen ebenfalls zugute. Darum mal weniger CO2 probieren.
    Ich hatte nie Algen und die ersten Pinselalgen an zwei großen Blättern habe ich erst jetzt entdeckt. Und zwar genau dort wo die meiste Strömung war. Hab die beiden Blätter dann sofort rausgeschnitten und die Strömung stark reduziert, indem ich den Ausströmer weiter unter die Wasseroberfläche platziert habe und den Durchfluss ein wenig verringert habe. Bisher ist nichts nachgekommen. Wenn natürlich schon starker Befall da ist, werden sicher andere Maßnahmen gesetzt werden müssen. Aber wenn schon viel probiert wurde, dann am besten mal mit der Strömung experimentieren, CO2 ebenso, sowie auch Beleuchtung.
    Noch eine Sache, die ich in einem Forum gelesen hab, wo jemand auch absolut kein Mittel gegen die Algenbelastung gefunden hat: ihm hat letztlich nur Siporax zum Erfolg verholfen. Also einen Versuch ist das wenn wirklich nichts hilft, bestimmt wert.
    Viel Glück!

    Lg
    Martin
     
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  7. Z-Jörg

    Z-Jörg Mitglied

    Nicht unbedingt,
    wie du sicher weißt, wachen viele Pflanzen bei ausreichend Lichtausbeute eben auch deutlich in die Breite.
    Bei dürftiger Beleuchtung, wachsen sie nur steil nach oben und verlieren unten meist auch noch ihre Blätter.
     
  8. Zunächst vielen vielen Dank für eure hilfreichen Ratschläge, die ich gerne umzusetzen versuchen werde.
    Möchte im Folgenden auf einzelne Punkte gerne eingehen:

    Da hast du gewissermaßen Recht. Da die Rückwand ca. 1/7 des Beckenvolumens und auch der Boden nochmal ca. 50-70l wegnimmt, komme ich netto auf ca. 430-450l, wo ich zwar weiterhin an der Untergrenze wäre, jedoch aufgrund des abgesehen von der Algenexplosion wirklich guten Wachstums der Pflanzen (auf den Bildern oben ist der zurückgeschnittene Status nach dem Urlaub zu sehen. Zum Vergleich ältere Bilder des Beckens im „normalen“, jedoch ebenfalls algenbefallenen Zustand). Auch die Bodendecker wachsen im Großen und Ganzen recht zufriedenstellend. Würde daher gerne anderes ausschließen wollen, bevor ich die Beleuchtung aufstocke.
    mach ich umgehend, bzw. Wede zunächst eine Dunkelkur über 7 Tage machen, währenddessen CO2 aus, Luftpumpe an.
    OK super, nehm ich mir zu Herzen.
    die 10mg/l sind nicht die Regel, im Normalfall um die 15mg/l. Jetzt ist natürlich auch die Frage, ob das Siporax einiges hiervon zerlegt?
    Ich hatte ursprünglich NPK von Aquarebell gedüngt, zu dieser Zeit das von dir angegebene Verhältnis eingestellt, bis sich dann Algen gebildet hatten. Da ich das Phosphat in Verdacht hatte, habe ich das zunächst komplett eingestellt und nur Eisen, Nitrat und Kalium zugedüngt.
    Die Förderleistung kann ich leider m.W. Nicht verändern, war ein gebrauchtes Becken inkl. Diesem Filter, wollte daher versuchen, damit klar zu kommen.
    Das wusste ich nicht, werde daher heute Siporax entfernen und Filtermatten einsetzen.

    Kurzum ist mein Plan für heute und die nächsten Tage folgender:
    - Siporax raus, Filtermatte rein
    - CO2 aus
    - Algen größtenteils entfernen
    - Wasserwechsel so viel wie möglich, dabei verschneiden auf kH= 6-7
    - Dunkelkur 7 Tage, dabei Luftpumpe anschließen
    - Dunkelkur Ende -> erneut großzügiger Wasserwechsel.
    - schnellwachsende Pflanzen einsetzen
    - nach 2-3 Wochen ggf. Langsam beginnen mit ProFito-Zudüngung.
     
  9. Martin321

    Martin321 Mitglied

    Hallo,

    Zu der Aussage von starmbi möchte ich nur sagen:
    Dass sera siporax (das herkömmliche, nicht das bio active) nennenswert den Nitrat Wert senkt und so Nährstoffe entzieht, kann ich absolut nicht bestätigen. Damit wird zwar zT. geworben, aber das einzige siporax, welches tatsächlich auch auf den Nitrat Wert abzielt wäre das bio active.

    Und nachdem ich das in meinem Malawi Becken selbst getestet habe, kann ich nur sagen: Bei mir tut sich da kaum etwas und so finde ich selbst bei dem bio active siporax, dass da deutlich mehr versprochen als dann letztlich gehalten wird. Zumindest bezüglich der Senkung des Nitrats.
    Ansonsten ist es gutes Filtermaterial. Auch die normalen Siporax Röhrchen.

    Ich möchte dieses Siporax außer im Malawi Becken, in dem keine Pflanzen sind, auch im anderen Becken ausprobieren statt einem (von zwei) Filterschwämmen.

    Also wenn jemand die Aussage von stambi bestätigt und sicher sagen kann, dass das herkömmliche siporax bio filter medium Pflanzennährstoffe entfernt, dann überdenke ich das Ganze eventuell nochmal. Feststellen konnte ich das selbst wie gesagt bisher nicht. Ich kann natürlich im anderen Becken nur von den Wasserwerten ausgehen, da ich keine Pflanzen drin habe. So sehe ich (noch) nicht wie die darauf reagieren.

    Lg
    Martin
     
  10. Starmbi

    Starmbi Mitglied

    Hallo Martin,

    Siporax, alias gesinterte Glaskeramik, wird von vielen Firmen vertrieben.
    Diese unterscheiden sich im Vernetzungsgrad und in der Porengröße.
    Somit ist auch die Wirkung sehr unterschiedlich.
    Sie sollen also durch anaerobe Zonen Nitrat in das ungiftige Gas Stickstoff reduzieren.
    Da GoldenClaw aber noch Nitrat hat, wäre sein Filtermedium als als Nitrat-Killer eher ungeeignet und nicht für die Algenplage durch Nitratmangel verantwortlich.
    Das Problem liegt also nicht (nur) bei der Nitratreduzierung durch Siporax.
    In Verbindung mit der hohen Filterleistung und der unbestrittenen großen Oberfläche sehe ich den Effekt eher darin daß auch andere Stoffe gebunden/oxidiert/reduziert/also verändert werden.
    Deshalb sollte man Siporax aber generell nicht verteufeln.
    Einige Effekte sind bei manchen Becken erwünscht, bei anderen Becken machen sie Probleme.

    Gruß
    Stefan
     
  11. Martin321

    Martin321 Mitglied

    Hallo Stefan,

    Danke erstmal.

    Dann wird es wohl an der Menge an Siporax liegen, dass ich keine merkliche Reduzierung des Nitrats feststellen kann. Weil in den Juwel Innenfilter eben nicht so viel rein geht. Außerdem verwende ich ja noch zusätzlich den alten Filterschwamm.
    Den könnte ich zwar inzwischen bestimmt auch gegen weiteres Siporax tauschen.
    Andererseits filtert er Schwebstoffe raus und arbeitet als Bio Vorfilter. Eventuell lasse ich den einfach drin. Die Filterung funktioniert ohnehin gut.
    Nur das Nitrat ist im Grunde unverändert, genau wie vorher.
    Das funktioniert bei mir nicht.

    Hab immer so 20-25 mg/l. Eventuell muss da der Wert von vornherein höher sein, damit auch mehr Nitrat abgebaut wird.
    Vielleicht ändert sich ja noch was am Nitrat Abbau. Mal schauen.

    Lg
    Martin
     
  12. Hi alle zusammen,
    Also, Siporax ist draußen, kH=7, GH=11, Nitrat aktuell 5mg/l.
    Dunkelkur habe ich spontan hinten angestellt, nachdem ich gestern diese Dinge geändert habe. Werde das Becken jetzt beobachten und ggf. in 1,5 Wo mit der Dunkelkur starten. jetzt bin ich noch am Überlegen, an der Beleuchtung etwas zu schrauben (Beleuchtungszeit/-intensität), wenngleich ich rechnerisch am unteren Ende der Lichtskala bin.
     
  13. Snowgnome

    Snowgnome Mitglied

    Hi,

    was aber vermutlich nur die Auswirkungen, nicht aber unbedingt die Ursache bekämpft.
     
  14. Hi alle zusammen,

    ich dachte, ich geb euch mal ein kurzes Update.
    Und zwar hatte ich innerhalb von 2 Wochen 3x ca. 70% Wasser gewechselt, keinerlei Zusätze eingebracht, Wasser auf kH=7 verschnitten. Die Algen blieben zunächst konstant, sind jedoch nicht mehr explodiert bzgl. Ausdehnung. Daraufhin habe ich 4 Tage eine Dunkelkur gegen die Blaualgen eingelegt; letztere waren danach Geschichte, auch die anderen Algen haben sich etwas zurückgebildet.
    Daraufhin erneut Wasserwechsel ca. 70%.
    Nach insgesamt ca. 3 Wochen habe ich auf einer Fischbörse dann einiges an großblättrigen und auch kleineren Pflanzen sowie Schwimmpflanzen gekauft und eingesetzt. Gleichzeitig die Beleuchtungsintensität in den Akklimatisierungsmodus gesetzt (Startintensität 50%, Akklimatisierung über 50 Tage). Ab da dann Zugabe von 50ml ProFito pro Woche (quasi immer verbunden mit dem Wasserwechsel).
    So, der aktuelle Stand ist der, dass ich die Algen größtenteils los habe. Selbst die Pinselalgen auf den Wurzeln sind massiv zurückgegangen und scheinen langsam aber sicher das Becken zu verlassen :)
    Die neuen Pflanzen haben sich soweit auch gut eingelebt, gehen zumindest nicht ein. Allerdings machen sie auch keine Anstalten, deutlich zu wachsen. Das ist einerseits gut, da ich nun nicht alle zwei Tage zurückschneiden muss, anderersseits hätte ich das Becken doch gerne etwas fülliger. An der Anzahl der Pflanzen liegt es nicht, sie sind nur noch nicht groß am Wachsen. Daher stellt sich aktuell die Frage, ob ich mit Eisen ein wenig nachhelfen sollte, oder ob ich damit nicht wieder Gefahr laufe, in die Algenflut abzudriften.
    Aktuelle Werte:
    pH = 7,0
    kH = 7
    GH = 10
    Nitrat = 3
    Phostphat < 0,02
    Eisen < 0,02

    Kurzum: ich bin euch unglaublich dankbar für eure Ratschläge und Tipps. Ich denke, dass die Mischung daraus mir nun unglaublich geholfen hat, die Algen langsam aber sicher in den Griff zu bekommen. Wenn ich es jetzt noch schaffe, die Pflanzen wieder zum Wachsen zu animiere, wär ich super glücklich, bin aber auch aktuell sehr sehr dankbar und zufrieden.
    Danke und viele Grüße
     
  15. Starmbi

    Starmbi Mitglied

    Hallo,

    falls Du Dir meinen ersten Beitrag nochmal durchliest, wirst Du selbst erkennen, was noch nicht stimmt.;)

    Gruß
    Stefan
     
  16. Ich denke, dass du auf das Nitrat/Phosphat-Verhältnis hinaus willst. Das habe ich auch nicht vergessen, allerdings habe ich einfach Angst, zu früh wieder mit der Zudüngung zu beginnen. Im Prinzip sollte ich deiner Meinung nach das Nitrat anheben auf ca. 20mg, Phosphat 5-10% davon, oder? Ich bin dermaßen froh, dass ich die Algen inzwischen weitestgehend im Griff habe, dass ich wiederum Angst habe, mir diesen Erfolg durch die erneute Zudüngung (neben ProFito) wieder zu zerstören.
    Bzgl. Beleuchtung halte ich die Akklimatisierung für eine ganz gute Idee, oder was haltet ihr davon?
     
  17. Starmbi

    Starmbi Mitglied

    Hallo,

    Zuviel Licht war nie Dein Problem und zuviel Nitrat war nie Dein Problem.
    Du darfst Nitrat/Phosphat nicht als schädlch ansehen.
    Freu dich, wenn Du sie im gesunden Verhältnis findest.
    Allerdings lasse ich mein Becken auch in den Nitratmangel laufen, weil ich nicht jedes Wochenende gärtnern will.
    Da die Algen auf dem Rückzug sind, ist es erst mal gut.
    Aber wenn du schönes Pflanzenwachstum haben willst kommst Du um eine Lichterhöhung deines eh schon recht schwachen Lichtes nicht herum. Dann aber auch bitte NO3/PO4 anpassen.
    Kannst dich ja langsam rantasten.

    Gruß
    Stefan
     

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