Hallo!
Wofür willst Du denn züchten? Nur für Dich oder willst Du verkaufen?
Denn wenn Du verkaufen willst, solltest Du nur ZEBRAbärblinge vermehren ohne Leopardbärblinge oder ähnliches dazwischen.
Denn diese Bastarde würde keiner kaufen.
Zebrabärblinge sind ziemlich fruchtbar, aber auch ziemliche Laichräuber.
Im Internet gibt es ziemlich viele Zuchtbeschreibungen, so wie diese hier:
1. zwei handvoll grobe Kiesel (auskochen!) auf die Bodenscheibe verstreuen; soll verhindern, dass die Zebrabarben gleich nach dem Ablaichen ihren Eiern nachstellen.
2. eine Portion sauberes Javamoos als Laichsubstrat, die etwa handtellergross auseinandergezupft in der Mitte des Beckens platziert wird (ev. mit einem Stein beschweren).
3. eine Luftpumpe, um das Zuchtbecken zu belüften
Das Zuchtwasser könntest Du so vorbereiten:
1/4 Aquarium-Wasser, 3/4 frisches Leitungswasser. Das ganze 2 Tage belüften, Wasseraufbereiter ist nicht notwendig, Bleuchtung sollte in dieser Zeit nicht installiert sein. Die Zucht funktioniert gut bei 25 °C, GH 2-12, KH 2-10, pH 6,5-7,2. Wenn man das Wasser mit Erlenzäpfchen etwas ansäuert, verbessert sich die Schlupfrate der Eier. Torffilterung ist nicht unbedingt notwendig, schadet aber nicht. Verpilzungsmittel muss nicht verwendet werden, die Larven schlüpfen je nach Temperatur nach etwa 3 - 4 Tagen.
Als Startfutter für die Jungfische eignen sich Pantoffeltierchen, Rädertierchen, handelsübliches Staubfutter und Flüssigfutter für Jungfische (z.B. Liquifry ROT). Frischest geschlüpfte Artemia salina werden nach etwa 7 Tagen bereits genommen, dann sind die Zebrabärblinge 'überm Berg'. Da die Zebrabärblinge eine recht kleine Maulspalte haben (ähnlich wie Ramirezis), sollten die ersten 3-4 Tage, wenn schon Artemia salina-Nauplien genommen werden, die Artemia im 12-18 Stunden-Rhythmus angesetzt werden.
Wichtig: wie alle Jungfische reagieren auch junge Zebrabärblinge äusserst empfindlich auf belastetes Wasser. Deshalb im Aufzuchtbecken unbedingt gründlichst Futterreste absaugen und mindestens zweitäglich einen Wasserwechsel zu 1/3 mit abgestandenem Leitungswasser durchführen.
Das Zuchtpärchen wird im Hälterungsaquarium gut mit Frostfutter und Artemia salina Nauplien angefüttert. Das Weibchen sollte nicht zu alt sein, Männchen und Weibchen etwa die gleiche Grösse aufweisen. Die beiden werden gemeinsam am Abend in das Becken gesetzt, kurz zuvor kommt das gereinigte (gespülte) Javamoos rein. Ein guter Ort für das Becken wäre ein Platz, wo am Morgen die Sonne reinscheinen kann; geht aber auch ohne. Spätestens am nächsten oder übernächsten Morgen sollten die Bärblinge mit dem Ablaichen beginnen. Die Eier sind winzigst und glasklar, feststellen kann mans, wenn man in Kieshöhe waagrecht mit der Taschenlampe auf den Beckenboden leuchtet.
Wenn am übernächsten Tag noch nicht abgelaicht wurde, kannst Du das Männchen wieder ins Gesellschaftsbecken zurücksetzen. Womöglich haben die Tiere dann kurz zuvor abgelaicht, und das Weibchen benötigt wieder einige Tage, um neuen Laich anzusetzen. Du kannst das Weibchen natürlich auch in ein anderes Becken setzen, wo kein Männchen drin ist. Das wäre auch im Hinblick auf die Wasserqualität im Zuchtbecken besser. Wenns also nicht geklappt hat beim ersten Mal, den nächsten Zuchtansatz nach einer Woche wiederholen, wenn möglich mit dem Pärchen, das Du schon im Gesellschaftsbecken beim Ablaichen beobachten konntest. Oft zeigen sich die Weibchen auch recht zickig und wollen das Männchen nicht als Laichpartner akzeptieren, obwohl das bei Bärblingen nicht so häufig wie bei Salmlern vorkommt. Klappts - aus welchen Gründen auch immer - mit einem Weibchen nicht, kannst du auch einen Versuch mit 2 Weibchen und einem Männchen starten. Dann wird zwar das unbeteiligte Weibchen beim Laichen einige Eier verspeisen, aber es kommen noch immer genügend durch.
NACH dem Ablaichen: unbedingt einen Teilwasserwechsel von 80 % mit Wasser gleicher Temperatur und Wasserwerten (kein Frischwasser, kein Aquariumwasser!) durchführen, um die Wasserqualität, die durch zersetzendes Sperma und Kotreste leiden könnte, zu erhalten. Das Becken MUSS bis zum Schlupf der Jungfische schwach belüftet werden, schwache Filterung kann nach dem Freischwimmen der Jungen mit luftbetriebenen Billy-Filtern (Tetra) oder Dreieckfiltern erfolgen. Keine Motorfilter verwenden! Das Becken sollte bis zum Freischwimmen der Larven mit Karton von allen Seiten abgedunkelt werden, obwohl das nicht unbedingt notwendig ist. Auf keinen Fall das Becken beleuchten, wenn sich die Nachzucht noch im Ei- oder Larvenstadium befindet!
Als Ergebnis bei einem Ansatz mit einem jungen 3-4 Monate alten Weibchen kann man mit etwa 120 Jungfischen rechnen. Bei grösseren Weibchen entsprechend mehr (bis 300 sollen möglich sein, mehr als ca.200 freischwimmende Junge hab ich selber nie geschafft).
Viele Grüße,
Bäbs