Otocinclus Zucht

Themen rund um die Zucht von Zierfischen.

Moderator: fluethke

Otocinclus Zucht

Beitragvon BabyboytheLadykiller » 11.12.2006 23:48

Hat jemand Erfahrung mit der Zucht von Otocinclus?

Mich würde in erster Linie interesieren ob sie Brutpflege betreiben bzw. ihren Nachwuchs beschützen?
Werden meine Guppys die otocinclus Eier fressen bzw. die Jungtiere?

Ich finde keinen vernünftigen Link der mich aufklären könnte alles was ich finde an Zuchtberichten ist vo0n 2000 oder noch älter und da werden meine Fragen nicht beantwortet!

Ich danke schon mal im Vorraus!


MFG
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Otocinclus Zucht

Beitragvon adv » 11.12.2006 23:48


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Beitragvon fluethke » 12.12.2006 08:50

MOrgen,

nein Otos betreiben keine Brutpflege und ja, deine Guppys werden an die Eier ran gehen.

Außerdem hätte ich da keine große Hoffnung, dass die in einem normalen Gesellschaftsbecken ablaichen. Zur erfolgreichen Nachzucht sollten wohl in etwa folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Reines Artbecken, z.B. 60l und 6 Otos, sonst nichts
2. 1-2 x de Woche ein Wasserwechsel von ca. 30 %
3. Rel. weiches und vor allem saures Wasser. Ein hoher CO2 Gehalt scheint die Laichbereitschaft anzuregen.
4. Bei der Aufzucht scheint es immer noch Probleme zu geben, die kurzen benötigen wohl zum einen pflanzliche Nahrung, aber auch fleischliches.

Alles in allem, züchtet man die wohl nicht mal so eben nebenbei.
Gruß Frank
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Beitragvon Torsten81 » 12.12.2006 10:08

Hallo

Ich kann dir nur von meinen O.negros erzählen und das war auch nur ein reines Zufallsprodukt.

Ich habe ein Pärchen (wußte ich vorher auch nicht) in einem meiner 54L Becken, das eigentlich nur als Quarantäne-, bzw. Aufzuchtbecken gedacht war, das mir überraschenderweise Nachwuchs eingebracht hat.

Das besagte Becken war vorher ein Gesellschaftsbecken dessen Bewohner in das neue 300L Becken einziehen durften, die zwei Welse sind nur dringeblieben weil ich nicht sie nicht fangen konnte, ebenso ein einzelner O.affinis.
So durften sie drin bleiben und ich kümmerte mich nicht weiter drum.
Im Becken ist weiches Wasser und verschiedene Algen hatten sich breit gemacht. Da sie sich nicht allzusehr um das angebotene Futter kümmerten wurde die tägliche Fütterung auch bald vernachlässigt und dem Becken immer weniger Aufmerksamkeit zuteil.
Keine Wasserwechsel keine Fütterung (zwischen den Algen gabs wohl genug Nahrung für die drei) und keine ausergewöhnlichen Anzeichen.

Nach ein paar Wochen nahm ich eines Tages, ich saß lesend auf der Couch, aus dem Augenwinkel eine seltsame Bewegung im Sandteil des Beckens wahr. Zunächst dachte ich an ein Sandkorn das von der Strömung bewegt wurde, aber gegen die Strömung?
Also auf den Boden vor das Becken und bei genauerem hinsehen konnte ich gut 5 O.negros Larven entdecken die recht fidel durchs Becken wackelten.
Ab diesem Zeitpunkt war ich dann sehr Aufmerksam um mitzubekommen was so alles in dem Becken passiert.
Eine Paarung konnte ich bisher nie beobachten aber beide Welse sind ungewöhnlich aktiv, fast hektisch, bevor ich am nächsten Tag neue Eier an Scheibe und Pflanzen entdecke, immer im selben Bereich.
Eine Brutpflege findet nicht statt, die Eltern zeigen auch kein weiteres Interesse an den meist 10-15 Eiern.
Ich habe nichts im Becken gemacht da ich es für das Beste hielt einfach mal abzuwarten was weiter passiert, wenn die Eltern etwas zu fressen finden dann werden die Jungen auch was finden, war meine Annahme.
Hat funktioniert aber die Algen wurden zusehends weniger.
Das ging ca. 6 Wochen so das ich jeden Tag neue Eier und neue Larven entdecken konnte, dann kammen Red Fire Garnelen ins Becken die ich im Aussenfilter vom 300er gefunden hatte.
Seitdem scheinen sich die Eltern gestört zu fühlen und ich finde keine Eier mehr.
Die Algen sind weg und ich füttere mit allem möglichen zu, mittlerweile sind die Ältesten fast so groß wie ihre Eltern, so das ich sie demnächst umsiedeln werde.
Auch die Garnelen möchte ich rausnehmen in der Hoffnung das meine zwei O.negros wieder ableichen und dann möchte ich versuchen die Jungfische aktiv großzuziehen.

Ich hoffe mal das konnte Dir etwas weiter helfen.

MfG Torsten
Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert!

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Beitragvon BabyboytheLadykiller » 12.12.2006 17:43

Hi,

danke vielmals Torsten81 für deinen Bericht der ist doch relativ aufschlussreich und anscheinend aktuell!
Kannst du mir vielleicht was näheres dazu sagen in welchem Bereich, da du sagtest IMMER an der selben Stelle, sie die Eier gelegt haben?
In Strömungsnähe oder von der Strömung entfernt?
An Scheiben, Kies oder Pflanzen? Wenn Pflanzen, an welchen?
Welchen Untergrund benutzt du? Sand oder Kies, welche Körnung des Kies?



@ fluethke:

Auch dir einen großen Dank,

Zu 1) sry hatte vergessen zuzuschreiben damit ich mit Guppys Junge Guppys meine die unter 1 cm Größe sind!
Zu 2) Wieso 2 mal wöchentlich? Aber kein Problem habe viel zu viel Zeit :)
Zu 3) Korrekt, Vorraussetzungen sind gegeben! Ausser Mit dem Co² müsstest du soweit ich das gelesen habe unrecht haben da die Eier einen relativ hohen O² Gehalt im Wasser brauchen! Vielleicht irre auch ich mich jetzt aber so habe ichs bisher gelesen!
Zu 4) Das habe ich bisher auch gelesen das du Aufzucht schwierig ist!

Stimmt es ist immer noch relativ schwierig otos zu Züchten aber genau das macht den Reiz aus!

Könntest du fluethke mir nochmals die 1 beantworten? Gehen auch so kleine Guppys an die Eier?


Und nochmals an EUCH BEIDE Recht Herzlichen Dank ihr habt mir wirklich sehr geholfen!


MFG
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Beitragvon Oto » 12.12.2006 17:47

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Beitragvon fluethke » 12.12.2006 18:09

Hi,

den zweiten Link kannte ich auch noch nicht, sehr aufschlußreich.

Zu dem CO2: Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass jemand einen Erfolg nach Zugabe von Mineralwasser hatte. Ich selber hatte nach meinem Salzsäureunfall und damit einher gehenden extrem hohen CO2 Gehalt auch eine extreme Unruhe meiner Otos, die restlichen Fische waren da sehr apathisch. Also mag ein Schlüssel sein.
Übrigens dürfte die einfachste Art der O.negro sein.

Bei den Guppybabys weiß ich es nicht, aber bei den eierlegenden Arten ist es ja so, dass die kleinen noch eine gewisse Zeit schwimmunfähig rumzappeln und so ein Guppy beißt ja in alles was sich bewegt. Die würde ich raus lassen.

Bei dem CO2 Handelte es sich aum eine Stimulans zum Anregen der Laichtätigkeit, danach sollte der CO2 Gehalt wieder gesenkt werden. Und vor allem vorsichtig mit solchen Sachen.
Gruß Frank
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Beitragvon Torsten81 » 12.12.2006 18:21

Hallo Baby
Ich häng dir mal ein paar Bilder dran.
Der Untegrund dürfte den Otos recht egal sein, ich denke wichtiger ist das sie Wurzeln zur Verfügung haben.
Bei mir ist Sand und Kies im Becken und ich kann nicht feststellen das sie einen der beiden Untegründe bevorzugen.
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Beitragvon Torsten81 » 12.12.2006 18:34

Hallo Frank,
jetzt wo Du es sagst, mir ist da gerad ne Kleinigkeit zu dem CO² eingefallen.
In dem Becken wird kein CO² zugeführt, ich hatte aber 2 oder 3 Tage vorher einen kleinen Wasserwechsel durchgeführt und zwar mit CO² reichem Wasser aus dem 300er oben drüber, ob das vielleicht mit ein Anstoß war?

@ Baby: Ich würde den Otos ein eigenes Becken einräumen, meine scheinen sich von den Garnelen gestört, naja bei inzwischen weit über hundert eigentlich kein Wunder.
Der einzelne O.affinis hingegen stört sie wohl nicht aber den seh ich manchmal wochenlang selbst nicht.
Ich wunder mich immer wie er das macht!

MfG Torsten
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Beitragvon fluethke » 12.12.2006 18:50

Hi,

so mal kurz gesucht:

hier:
http://www.familie-hauffe.de/atlex/arten.asp?id=431
stand was von Erhöhung CO2 und gleichzeitiger Verringerung des Sauerstoffgehaltes und hier:
http://www.welse.net/SEITEN/zuchtot1.htm
stand was zum Mineralwasser.

Wobei die sich wohl beide auf Otocinclus macrosopilus/affinis beziehen und nicht auf die negros

@Thorsten
Sind aber schon putzig die kleinen.

EDIT: genau Thosretn, ich glaube, dass die Ruhe für die Otos bei der Nachzucht der ausschlaggebende Punkt ist, in einem normalen Gesellschaftsaquarium wird das nichts, keine Beifische und dann kann das klappen.
Gruß Frank
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Beitragvon BabyboytheLadykiller » 12.12.2006 20:12

Ja, sogesehen klingt das recht einleuchtend mit dem Co²!

Ok, dann werde ich mein neues Becken eben doch nur den Otos widmen!


@oto:

Danke, der 2te Link ist echt top, den ersten kannte ich auch schon!

@fluethke:

Auch dir nachmals Danke, die Links sind auch relativ gut und wie es scheint hast du ja doch recht mit dem Co², wie gesagt alles was ich fand war von 2000 oder älter!

@torsten:

Danke für die hilfreichen Tips und ein extra großes DANKE für die wunderschönen Bilder!


MFG
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Beitragvon fluethke » 27.03.2007 09:20

Morgen,

so muß aus gegebenem Anlass den alten Thread mal hochholen.

Meine Bettas tun es, aber das wird nie was endgültiges, also habe ich zur Aufzucht ein kleines 12l Becken aufgestellt, um bei Bedarf die Eier umzusiedeln. Das haben die Bettas anscheinend gesehen und erstmal alle Laichaktivitäten eingestellt.

Da so ein leeres Becken auch blöd aussieht habe ich folgendes gemacht:
Samstag WW mit Wasser aus dem Otocinclusbecken und 5 Otocinclus negro LG2 eingesetzt (3W/2M)
Sonntag: WW mit Leitungswasser und ca. 0,25l Mineralwasser zugegeben.
Montag morgens und abends WW mit normalem Leitungswasser
Folge:
Montag abend hektische Aktivität im Becken und heute morgen 11 Eier gezählt und die Otos mitten im Laichgeschäft gestört. Seitdem weiß ich auch, dass es auch bei Otos eine T-Stellung gibt. :wink:

Die Laichabgabe erfolgt in etwa: Weibchen sucht einen Platz, putzt diesen sehr energisch, danach kommen 1-2 Männchen und stellen sich quer vor die Schnauze des Weibes (T-Stellung), dabei wird anscheinend das Sperma abgegeben. Mehr habe ich nicht gesehen, da die hinter dem Filter waren.
Wasserwerte in etwa:
GH 6, KH 4, LF 240 µS, PH um die 7, Temp 24 Grad.
Ich glaube nicht, dass das an dem Mineralwasser lag, wohl eher an den häufigen Wasserwechseln.

Sehr spannnend. :D
Gruß Frank
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Beitragvon Torsten81 » 27.03.2007 13:46

Hallo Frank

Da bist mir mal wieder zuvor gekommen.

Hatte erst am Samstag ein Gespräch mit einem meiner Fachhändler wegen meinen O. negros Nachzuchten.
Wir haben nochmal das Ganze durchgekaut, er versucht sich Privat auch an der Zucht, und darauf hin hab ich beschloßen für mein Pärchen mal ein 12L Becken herzurichten.
Seit die Red-Fire Garnelen in ihrem 54L Becken Einzug gehalten haben, wollen sie nicht mehr ablaichen.
Die Garnelen da alle rauszubekommen ist Mission Impossible, deshalb der Gedanke mit den 12 Litern.

Ich möchte ihnen allerdings ein gut bepflanztes Becken anbieten in dem sich viel Aufwuchs befindet damit die kleinen später genug zu fressen finden.
Derzeit teste ich gerade einen Filter dessen Funktionsweise ich mir von den Meerwassernanos abgeschaut habe (D. Knop).
Sollte das auch bei mir im Süßwasser so funktionieren werde ich den gleich in das 12L Becken einbauen und dann wird mal dieser Versuch gestartet.

Ein Wasserwechsel scheint mir auch eine wichtige Rolle bei den O.negros zu sein, wobei ich immer noch meine das hier ein erhöhter Co² Gehalt im Wechselwasser eine wichtige Rolle spielt.
Soweit zumindest nach meinen Beobachtungen.

Wenn meine bisherigen Beobachtungen stimmen, scheinen auch im 300L Gesellschaftsbecken gelegentlich junge O. negros durchzukommen.
Wir, meine Verlobte hat mich erst darauf aufmerksam gemacht, haben zumindest schon kleine Exemplare gesehen die nicht von dem Nachwuchs kommen können den ich im 54L Becken hatte.
Dazu waren sie einfach zu klein.
Kommentar von meiner besseren Hälfte als sie die Kleinen entdeckte: " Hast wieder Fische gekauft?" :roll:

Wenn mich die Aktion Meerwasser nicht zu arg einnimmt dann sollte so in zwei Monaten das 12er laufen.

Wenn sich da was Interessantes tut werde ich hier dann natürlich auch weiterberichten.

Ich drück dir die Daumen das du ihnen auf die Schliche kommst!

MfG Torsten

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Beitragvon fluethke » 27.03.2007 16:21

Moin
Thorsten hat geschrieben:Da bist mir mal wieder zuvor gekommen.

Komiker, du hast doch schon einen Sack voll Nachwuchs. :wink:

Ernsthaft, war heute Mittag zu Hause, so ca. 30-40 Eier sind durch das ganze Becken verstreut, ein paar sind verpilt aber eine ganze Menge sehen gut aus, habe die Eltern rausgeholt und jetzt wird es spannend.

Weiß jemand wie lange das dauert, bis sich da was entwickelt, bzw. ab wann die kleinen freischwimmen?
Gruß Frank
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Beitragvon Torsten81 » 28.03.2007 07:33

Guten Morgen

fluethke hat geschrieben:
Komiker, du hast doch schon einen Sack voll Nachwuchs. :wink:


Eben, nur einen Sack und Eins ist Keins :mrgreen: .

So nach zwei bis drei Tagen sind bei mir die Jungen geschlüpft, wann die freischwimmen kann ich dir leider nicht sagen.
Das konnte ich nicht beobachten, da ist das 54er nicht geeignet um solche Dinge genau zu beobachten.

Die Eltern kümmern sich nicht weiter um den Nachwuchs und stellen ihm auch nicht nach.

Was willst zu futtern anbieten?

MfG Torsten
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Beitragvon fluethke » 28.03.2007 11:45

Hi Torsten,
Was willst zu futtern anbieten?

Wenn es man schon so weit wäre. Von den Eiern sind rd. 6-10 verpilzt, aber es sind über 40 die an diversen Stellen im Becken liegen. Bei den guten Eiern kann mit Lupe und etwas Einbildung eine Entwicklung feststellen.

Lt. Netz kommt als Futter alles mögliche in Frage bis hin zu Artemia, das sehe ich aber nicht, bei einem 12l Becken verteilen die sich zu sehr. Also Plan sieht wie folgt aus:
1. Vorfilter meiner Außenfilter ausdrücken, bzw reinlegen
2. Veralgte Pflanzenteile
3. Trockenfutter, kleingematschtes Frostfutter
4. Brennesseln.
Und dann soll das ja wohl mal klappen. :wink:

(Und danach sind meine Corydoras aeneus black dran, die kugeln nur noch durch das Becken, so prall sind die. :wink: )
Gruß Frank
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