Hallo Arne,
gratuliere zum Nachwuchs!
Ich würde gern zu einigen Dingen hier aus dem Thread was aus meiner Sicht sagen. Ich bin zwar nicht der Profi, aber seit über einem Jahr vermehre ich erfolgreich L174 und L38. Da L174 auch Hyphancistrus sind, kann man da vielleicht ein paar Parallelen finden...
1) Zur Frage des 'Triggers' der das Ablaichen auslöst kann ich folgendes berichten:
Temperatur: Ich habe alle Becken auf 29°C. Einmal im Monat wechsel ich Wasser (ca. 50%) und fülle mit kälterem Wasser nach bis die Temperatur auf 23/24 Grad gesunken ist. Heizstab bleibt an, so dass die Temperatur langsam wieder steigt. Am Tag danach legen die L174 und L38 mit 90%iger Wahrscheinlichkeit ab. Jedenfalls im Winter (=Laichzeit in Brasilien). Im Sommer sind die L38 nicht dazu zu bewegen, meine L174 machen munter weiter.
2) Grundvorraussetzungen zum Ablaichen sind meiner Meinung (und Erfahrung) nach:
- Top Wasserqualität durch optimale Filterung. Alle meine Becken sind mit selbstgebauten HMF (Hamburger Mattefilter) ausgestattet, die ziemlich groß dimensioniert sind.
- Becken nicht überbesetzen (spielt auch für die Wasserqualität eine wichtige Rolle)
- Was zum Ablaichen beiträgt, aber noch viel wichtiger für das Überleben der kleinen ist: Viel Sauerstoff!
- Nur passende Welse zusammen halten. Im Zweifelsfall bei zarter beiseiteten Arten Artenbecken.
3) Zum 'Rauswedeln':
- Es gibt anscheinend ein paar Deppen, die das mit dem Drinbehalten der Eier nicht hin bekommen. Vielleicht sind die auch zu stürmisch. Das liegt aber imho nicht an der Wasserbeschaffenheit oder Ähnlichem. Bei meinen L38 war es bei den ersten Gelegen auch, aber irgendwann hat es das Männchen doch gelernt. Vielleicht jugendlicher Übermut? Wenn Du willst, dass sie drin bleiben, neige die Höhle einfach ein bisserl nach hinten.
4) Zum Überleben der rausgewedelten Kleinen:
Ich hatte ein paar mal Probleme mit verpilzten Eiern, da sind mir auch viele kleine gestorben. Es sah immer aus als wenn die Dottersäcke geplatzt wären. Ich hab bei dem Wurf mit einem Mittelchen (Tetra Fungi-Stop) behandelt und das Sterben hat aufgehört. Seit diesem Wurf ist das aber nicht wieder passiert. Was aber imho bei Hypancistrus ganz wichtig ist damit die kleinen durch kommen ist ein Übermaß an Sauerstoff und eine leichte Strömung (durch einen Auströmstein bekommt man ja beides).
Ich lasse einen Luftheber in den Ablaichkasten laufen und habe zusätzlich noch einen Austtrömstein drin, seit dem habe ich kaum Verluste. Anscheinend sind die kleinen extrem Sauerstoffbedürftig. Seit ich zwei Ausströmsteine im L174 Becken selbst habe (Plus Luftheber im HMF) kommen auch viele Kleine durch bei Gelegen, die ich nicht mitbekomme. Außerdem bugsiere ich die Kleinen unter einen halbierten Terracotta-Blumenuntersetzer, um Stress durch zu viel Helligkeit zu vermeiden.
So.

Genug geschrieben. Ich hoffe Du findest ein paar Anregungen, die Dir weiter helfen. Wenn ja, würde ich mich freuen, weil ich auch einen Trupp L333 neu habe, bei denen ich auf Nachwuchs hoffe.
Viele Grüße, Manuel