Hallo Leute,
es tut mir Leid, dass ich immer noch auf folgendem Punkt rumkaue und Euch damit nerve:
elchi07 hat geschrieben:... Für die Nitritverarbeitenden Bakterien muss ein Organismus (Fisch, Schnecke,...) die Flocken verdaut haben und u.a. zu Ammonium/Ammoniak verstoffwechselt haben. ...
Es wurde hier x-mal von erfahrenen Aquarianern geschrieben, dass das Eingeben von geringen Futtermengen beim Einfahren eines AQ's Blödsinn ist. Das Futter müsse erst mal 'durch den Fisch' gehen, bevor es etwas nützt.
Von den logischerweise unerwünschten Fäulnisbakterien möchte ich jetzt mal absehen.
Hanns-J. Krause schreibt in seinem Buch 'Aquarienwasser': "In jedem AQ fallen organische Verbindungen an, beispielsweise in Form von
Futterresten und Fischkot. (...) Beim oxidativen Reinigungsprozess, wie er unter Bakterienhilfe in biologisch eingefahrenen AQ und besonders konzentriert in Aquarienfiltern abläuft, wird der zuvor organisch gebundene Stickstoff in anorganischer Form freigesetzt als Ammonium:"
Weiter schreibt Krause (freie Zitierung): "Ammonium/Ammoniak kann sich anhäufen, wenn zu viel Futter ins AQ gerät. Gefährlich sind insbesondere stoßweise Überlastungen, beispielsweise wenn eine Futterdose ins Wasser fällt."
Thomas (black-avenger) schreibt hier in einem anderen Thread: "Hornkraut kann auf schnelle Temperaturwechsel und sonstige Bedingungswechsel extrem bockig reagieren. Sei froh dass dir das nicht im Aquarium passiert ist, mit dem Nadelabwurf gehen auch gerne mal extreme Nitritpeaks einher."
Ich schließe daraus, dass unverdautes Futter und auch abgestorbene Pflanzenteile sehr wohl den Prozess Ammoniak - Nitrit - Nitrat in Gang setzen.
Woher kommt denn sonst überhaupt der mögliche Nitritpeak beim Einfahren, wenn außer Kies, Deko und Pflanzen noch nichts im Becken ist?
Mir ist schon klar, dass sich die Situation noch mal ganz anders darstellt, wenn Fische ins Becken kommen, die verdautes Futter ausscheiden und zusätzlich auch Ammoniak ausatmen. Insofern ist es sicher sinnvoll, gleich mit einem geringen Besatz zu starten anstatt Futter reinzukippen, dass dann auch gammelt. Ich möchte also mit diesem Beitrag in keinster Weise gegen das empfohlene Vorgehen andiskutieren.
Aber regelmäßig geringe Futterzugaben beim Einfahren müssten doch den Nitrifikationsprozess zumindest in geringem Maße in Gang setzen?!
Offensichtlich mache ich immer noch einen Gedankenfehler. Ich würde mich riesig freuen, wenn Ihr mir auf die Sprünge helft.
Viele Grüße von Henny