Erlenzapfen

Fragen rund um Wassertests, Wasserwerte und Wasserprobleme sind hier genau richtig.

Moderatoren: der_andy, fluethke

Erlenzapfen

Beitragvon Neonsalmler » 24.04.2006 12:23

Hallo,

senken Erlenzapfen jetzt nur den KH-Wert oder auch den GH-Wert?
Viele Grüße von

Maike
Neonsalmler
 
Beiträge: 66
Registriert: 21.04.2006 17:26
Wohnort: auf'm platten Land

Erlenzapfen

Beitragvon adv » 24.04.2006 12:23


adv
 
Beiträge: 142
Registriert: 02.08.2009 22:03
Wohnort: Hamburg
 

Beitragvon fluethke » 24.04.2006 12:36

Hallo Maike,

die Karbonathärte (KH) ist eine Teilmenge der Gesamthärte. Damit wird bei einer Senkung der KH auch automatisch die GH beeinflusst.
Ein kleiner anschaulicher Versuch ist hier beschrieben, dabei sinkt KH, GH und PH.
http://aquarium.hiltklein.de/erlenzapfen.php
Welche KH/GH hast du denn jetzt und wo willst du hin ?
Gruß Frank
fluethke
AQL-Team
 
Beiträge: 6301
Registriert: 12.10.2005 10:00
Wohnort: Oldenburg

Beitragvon Neonsalmler » 24.04.2006 13:46

Hallo Frank,

also meine Werte sind wie folgt: GH ca. 11, KH ca. 3 (oder 6) und pH ca. 7,2 laut Streifentest (Tröpfchentests sind unterwegs). Ich möchte auf folgende Werte kommen: GH unter 10 (besser unter 8), KH unter 4 (3 ist also sehr gut) und pH 6,5. Ich möchte mein 58 L-Becken mit 1 Schwarm Neonsalmler, Amanogarnelen und Otocinclus vittatus besetzen.

Ich weiß bisher, daß Erlenzapfen den GH- und KH-Wert senken und bei einer KH unter 6 auch den pH-Wert beeinflussen. Ich war jetzt etwas irritiert, weil in dem Angebot von ebay stand: "Erlenzapfen senken die Karbonathärte, ohne das Wasser zu stark anzusäuern ..."

Selbstverständlich werde ich erst die Ankunft der Tröpfchentests abwarten, bevor ich die Zapfen ins Wasser schmeiße. Und die "Experimete" sollen auch abgeschlossen sein, bevor ich mir die ersten Tiere hole.

By the way, ist das eigentlich ein gutes Angebot? http://cgi.ebay.de/150-Stueck-Erlenzapfen-10-Duengekugeln-NPK_W0QQitemZ7760611000QQcategoryZ77661QQssPageNameZWD9VQQrdZ1QQcmdZViewItem
Viele Grüße von

Maike
Neonsalmler
 
Beiträge: 66
Registriert: 21.04.2006 17:26
Wohnort: auf'm platten Land

Beitragvon Ralf Nelles » 24.04.2006 14:15

Hi,

hmm, warte bitte wirklich die Tröpfchentests ab. Wenn dann deine KH immer noch auf 3 ist, würde ich nicht soviele Experimente machen, die du nicht steuern kannst.

Wenn die KH 3 bleibt, würde ich eher zu BIO CO² ( CO² hättest du dann nämlich zuwenig) und zusätzlich zum Verschnitt mit Osmosewasser, Wasser durch Torfkanone oder dest. Wasser tendieren. Da kannst du besser steuern was passiert.
Ralf Nelles
 

Beitragvon fluethke » 24.04.2006 14:46

Hallo,

da muß ich Ralf in allem zustimmen.

Ob das Angebot gut ist kan ich nicht sagen, aber so groß ist das Risiko nicht. Bei den Düngekugeln wäre ich allerdings vorsichtig. Die sind mit normalem Pflanzendünger getränkt und enthalten damit Nitrat Phosphat und Kalium. Alles Stoffe, die die Pflanzen brauchen aber evtl. schon im Überfluss vorhanden sind und dann geht es auf die Algen.
Gruß Frank
fluethke
AQL-Team
 
Beiträge: 6301
Registriert: 12.10.2005 10:00
Wohnort: Oldenburg

Beitragvon Neonsalmler » 24.04.2006 15:11

Die Überlegung Verschnitt mit dest. / Osmosewasser bzw. Torfkanone hatte ich auch schon. Destilliertes Wasser ist mir auf Dauer zu teure, eine Osmoseanlage eigentlich auch. Außerdem entsteht bei einer Osmoseanlage ja zu 2/3 (richtig?) nicht brauchbares Wasser und ich weiß nicht wohin mit dieser Anlage. Tja, und die Torfkanone ist im Prinzip prima (kostengünstig und Wasser, das dem natürlichen Lebensraum der Fische nahe kommt), aber... auch hier stellt sich für mich ein Platzproblem. Keller fällt aus -> zu klein, draussen (wir leben auf einem Bauernhof) ginge, aber im Winter? a) Ich bin nicht gerade scharf darauf bei Eisseskälte (bin sowieso eine Frostbeule und hasse den Winter :wink:) mit Wasser "rumzupanschen" und b) das größere Problem wäre: Wie gleiche ich das kalte Torfwasser an Aquariumstemperatur an?

Erlenzapfen schienen mir da wesentlich einfacher, zumal ich die selber sammeln könnte. Ich wußte nicht, daß die Werte schwieriger zu steuern sind.

Gebt mir einen Rat für Problempunkt b, und vielleicht panscht mein Mann (wenn ich ihn ganz lieb angucke :roll: ) im Winter mit Wasser.

Düngekugeln laß ich dann mal besser weg, danke!
Viele Grüße von

Maike
Neonsalmler
 
Beiträge: 66
Registriert: 21.04.2006 17:26
Wohnort: auf'm platten Land

Beitragvon Thomas77 » 24.04.2006 15:27

fluethke hat geschrieben:die Karbonathärte (KH) ist eine Teilmenge der Gesamthärte. Damit wird bei einer Senkung der KH auch automatisch die GH beeinflusst.



Huhu

Ähm, ja fast, du meinst wahrscheinlich nur in Bezug auf diesen Versuch mit den Erlenzapfen. Das bedeutet, die Calciumionen müssen auf irgend eine Art und Weise mit den Erlenzapfeninhaltsstoffen wie auch immer verschwunden sein (zb. als Kalkablagerung oder irgend was anderes unlösliches, was keine GH mehr bildet)
Wenn ich KH senke verringere ich nicht notwendigerweise auch die GH! Nicht Verwewchseln, GH=Calziumionen, KH= Hydrogencarbonationen! Ich kann entweder nur die GH, nur die KH oder auch beides reduzieren oder auch unterschiedlich erhöhen.

MfG
Thomas
Thomas77
 
Beiträge: 581
Registriert: 21.12.2005 08:27
Wohnort: Nordhessen

Beitragvon Neonsalmler » 24.04.2006 15:50

Und wie kann ich nur die GH senken (ohne Chemie)? Weil bei der Torfkanone reduziert sich die KH doch auch, oder habe ich da was falsch verstanden.

Aaahhhhrg, ist das alles kompliziert!
Viele Grüße von

Maike
Neonsalmler
 
Beiträge: 66
Registriert: 21.04.2006 17:26
Wohnort: auf'm platten Land

Beitragvon fluethke » 24.04.2006 16:31

Hallo Thomas,

du hast mir gerade noch gefehlt :)
also

1. Die Karbonathärte sind die Ca/Mg-Ionen, die als Gegenion Hydrogenkarbonat besitzen. Daher ist deine Definition der KH nicht ganz korrekt. :wink:
2. Bei den aquaristischen KH Tests wird die Hydrogencarbonatkonzentration gemessen (SBV). Diese Carbonate können aber auch an anderen Salzen gebunden sein.
KH= Hydrogencarbonationen

Nee, eben nichts, das ist gerade das SBV.

Folgernd hieraus kann ich schon sagen, dass bei der Zerstörung der Karbonathärte auch die Gesamthärte gesenkt wird. Allerdings hat die Änderung des SBV keinen zwingenden Einfluss auf die Gesamthärte.

Auf den Link angesprochen würde ich schon sagen, dass durch die Erlenzäpfchen die KH zerstört wird, da in der Versuchsreihe die GH genau mitsank, daher meine verwegene Aussage. :)

Zu den Düngekugeln:

Prinzipiell ist gegen das Düngen mit NPK Düngern nichts einzuwenden. Mein Hinweis ging in die Richtung, dass gerade bei der Zufuhr dieser Nährstoffe leicht ein Überangebot im Aquarium entstehen kann, daher sollte bei diesen Düngeformen sehr auf die Wasserwerte geachtet werden. Und wenn überhaupt dann nur mit Tonkugeln, da die Versorgung mit diesen Nährstoffen über die Wurzeln erfolgt und die Algen diese dann schlechter nutzen können.
Gruß Frank
fluethke
AQL-Team
 
Beiträge: 6301
Registriert: 12.10.2005 10:00
Wohnort: Oldenburg

Beitragvon Thomas77 » 24.04.2006 16:43

fluethke hat geschrieben:1. Die Karbonathärte sind die Ca/Mg-Ionen, die als Gegenion Hydrogenkarbonat besitzen. Daher ist deine Definition der KH nicht ganz korrekt. :wink:
2. Bei den aquaristischen KH Tests wird die Hydrogencarbonatkonzentration gemessen (SBV). Diese Carbonate können aber auch an anderen Salzen gebunden sein.


Huhu,

ist ja alles richtig, was du sagst. Aber es ist ohne Probleme möglich, das Hydrogencarbonat z.b. mittels HCL durch Clorid zu ersetzen. Somit habe ich die KH verringert und die GH ist gleich gebleiben, da ja das Calzium weiterhin in Lösung bleibt und nicht ausfällt. Und mit den Tröpfchentest für KH messe ich nur die Hydrogencarbonationen, so wie du auch gesagt hast. Dem Test isses völlig Wurscht, welches das Ionen-Gegenstück ist, daher KH=Hydrogencarbotkonzentration, egal ob Calzium oder Natrium oder Magnesium oder Wurschthydrogencarbonat :wink: An den Definitionen können wir selbst nix ändern, aber die Meßergebnisse sprechen ja für sich, wenn ich zum Beispiel ein Packet Natron in mein Aquarium schütte!

So, und nu muss ich mal wieder beim Nachwuchs gucken :wink:

MfG
Thomas
Thomas77
 
Beiträge: 581
Registriert: 21.12.2005 08:27
Wohnort: Nordhessen

Beitragvon Ralf Nelles » 24.04.2006 16:56

fluethke hat geschrieben:Hallo Thomas,

du hast mir gerade noch gefehlt :)
also


:lol: habe ich mit gerechnet :wink:

Prinzipiell hat er nicht unrecht, aber in dem Falle beeinflussen die Erlenzapfen wohl beides.
Vielleicht sollten wir den Begriff KH mal abschaffen und SBV draus machen :wink:

Also, nur die GH selber senken kannst du mit Osmosewasser, dest. Wasser. Das Phänomen ist, das trotz verschneidens von Leitungswasser mit Osmosewasser die SBV(KH) nicht veränedert, oder auch nur wenig.
Heißt, das du mit diesem Wasser die GH massiv runter bekommst.
Ich habs selbst am 60er gehabt. KH 4 GH 18 mit Osmosewasser verschnitten und KH 3 GH 9-10.
Das selbe geht im umgekehrten Fall auch. Wenn du nen Säuresturz hast, bekommst du Ihn mit Leitungswasser nicht aufgefangen :!:

Worum es mir oben ging, ist das einfach reinschmeißen ins AQ ohne zu wissen was rauskommt.Das ist das kritische.

Probiere doch einfach mal aus, in nem 50l Behälter. Messe vorher die Werte, schmeiß Erlenzapfen rein. Messe ein paar tage lang die Veränderung der Werte. Verschneidest dann mit AQ Wasser und misst nochmal. Das ist halt sicherer wie einfach reinschmeißen wenn dein SBV eh nur 3 beträgt.
Das gleiche kannst du auch mit Torf machen.
Ralf Nelles
 

Beitragvon Neonsalmler » 24.04.2006 18:43

Liebe Leute,

bitte bedenkt, ich bin bloß eine Frau, bitte verwirrt mich nicht mit diesen hochtheoretischen Zusammenhängen! :lol:

Gut, also wenn ich die Auswirkungen der Erlenzapfen nicht steuern kann (wobei ich zu bedenken geben möchte, daß ja noch keine Bewohner das Aquarium bevölkern und ich daher eigentlich gut experimentieren könnte. Oder ist das von Zapfe zu Zapfe unterschiedlich?), dann brauche aber eine Lösung für das Problem Temperaturangleich Torfwasser - Aquariumwasser.
Zuletzt geändert von Neonsalmler am 24.04.2006 20:57, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von

Maike
Neonsalmler
 
Beiträge: 66
Registriert: 21.04.2006 17:26
Wohnort: auf'm platten Land

Beitragvon Ralf Nelles » 24.04.2006 19:09

lach,

wir wollten dich nicht verwirren :wink:

Temperaturangleich? auf wie viel Grad musst du?

Also ich habe die Kanister immer einen tag vorher aus dem keller geholt und vor die Heizung gestellt ( im Winter). Im Sommer gar nicht. Raumtemperatur langt.

Einen etwas kühleren WW regt die fische meist sogar an. darf natürlich nicht zu krass sein, aber es heizt sich ja auch schnell wieder hoch.
Ralf Nelles
 

Beitragvon Neonsalmler » 24.04.2006 19:28

Wie ich würde die Torfkanone draußen betreiben wollen, und mein Mann meint, bei Minusgraden würde mir das Wasser sowieso einfrieren. Wenn ich das Wasser ein, zwei Tage stehe lassen kann, dürfte der Temperaturangleich nicht so schwierig werden (Wir haben einen Kachelofen, der heizt wie bekloppt.) Wie lange braucht das Wasser denn, bis es durchgeflossen ist?
Zuletzt geändert von Neonsalmler am 24.04.2006 20:58, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von

Maike
Neonsalmler
 
Beiträge: 66
Registriert: 21.04.2006 17:26
Wohnort: auf'm platten Land

Beitragvon Ralf Nelles » 24.04.2006 19:38

wie lange das mit dem Wasserdurchfluss dauert weiß ich leider nicht, da ich damit nicht arbeite.

Aber du kannst ja immer einige Kanister machen wenns warm ist, und im Keller bunkern. Wir haben ja selten so lange Kälteperioden wie letzten Winter. Und wenn doch, gehts doch ausnahmsweise mal in der Dusche oder Badewanne. Soviel brauchst du doch gar nicht.
Ralf Nelles
 

 
Nächste


Ähnliche Themen


Zurück zu Wasserchemie



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste