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Zuchtanleitung für Fische

Dieses Thema im Forum "Zucht" wurde erstellt von Wolf, 28. Juli 2008.

Status des Themas:
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  1. Zuchtanleitung für die beliebtesten Aquariumfische


    1. Aufzucht eierlegender Fische

    Da immer wieder Fragen zur Aufzucht von Zwergbuntbarschen, Skalaren, Panzerwelsen und auch Labyrinthfischen (Kampffische, Fadenfische) gestellt werden, habe ich mal ein paar Gedanken dazu aufgeschrieben.
    Oftmals möchte man aber auch einfach zu einem bestimmten Punkt nochmal etwas nachlesen, daher hier wie folgt die Gliederung:

    1. Aufzucht eierlegender Fische
    • a) Brutpflegende Fische
      b) Künstliche Aufzucht
      c) Labyrinthfische
      d) Panzerwelse
      e) Salmler und Bärblinge
      f) Sonstige Fische
    2. Ablaichkästen

    3. Aufzuchtfutter
    • a) Artemia
      b) Mikrowürmer
      c) Infusorien
      d) Flüssigfutter
      e) Trockenfutter

    a) Brutpflegende Fische

    Brutpflegende Fische, wie z.B. Buntbarsche, sollte man ihren natürlichen Brutpflegeinstinkt ausleben lassen, da hierdurch den Fischen ermöglicht wird, ihr artgerechtes Verhalten auszuüben.



    Die meisten Paare sind aber in einem Gesellschaftsbecken überfordert mit der Brutpflege, weswegen dort nur selten viele Jungfische überleben. Daher sollte man sich vorher über ein Zuchtbecken Gedanken machen, was natürlich für die Fischart groß genug sein sollte.
    Das AQ sollte artgerecht eingerichtet werden. Hierzu gehören für Höhlenbrüter entsprechende Höhlen und für Offenbrüter entsprechende Ablaichsubstrate.
    Eine Bepflanzung und ein Bodengrund kann für die Wasserchemie und das allgemeine Wohlbefinden der Tiere nützlich sein. Eventuell kann ein Besatz mit Beifischen sinnvoll sein, da diese den Tieren die Scheu nehmen.

    Beim Filter sollte darauf geachtet werden, dass die Larven sehr klein sind und sehr leicht eingesaugt werden können. Aus diesem Grund sollte man sich schon im Vorfeld darüber Gedanken machen, was für einen Filter man einsetzt und wie man diesen "kindersicher" machen kann. Ein Außenfilter kann durch eine Schaumstoffpatrone über dem Ansaugkorb "kindersicher" gemacht werden.
    Nicht jeder verfügt aber über einen Extra-Außenfilter, weswegen Lufthebefilter - betrieben mit einer Membranpumpe- oder ein HMF eine gute Alternative darstellen. Für den HMF muss man auch nicht viel Aufwand betreiben: Einfach eine feine Matte (mind. 3cm dick) längs der Seitenscheibe klemmen und dahinter eine kleine Pumpe (z.B. Eheim Compact, Zimmerbrunnenpumpe o.ä.) installieren.
    Mit dem Füttern (frisch geschlüpfte Artemia, Mikrowürmchen, siehe dazu auch den unteren Abschnitt) der Kleinen kann man beginnen, wenn die Eltern (oder nur ein Elternteil) die Jungen führen, sprich die Kleinen wie eine "Wolke" um die Eltern/das Elternteil herumschwimmen.
    Zuchtberichte:
    Apistogramma cacatuoides(Kakadu Zwergbuntbarsch)
    Apistogramma macmasteri
    Skalar

    b) Künstliche Aufzucht

    Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, die Tiere künstlich ohne Eltern aufzuziehen, vor allem wenn das Paar nicht harmoniert und/oder immer wieder die Eier frisst. Der "natürlichen" Aufzucht sollte möglichst immer der Vorrang gegeben werden, nur falls dies absolut nicht klappt, ist auch die künstliche Aufzucht, also ohne Beteiligung der Elterntiere, machbar.

    In diesem Fall nimmt man eben den Stein von den Ramirezis, das Blatt der Skalare, oder auch die Bruthöhle der Macmasteri heraus und gibt diese in einen kleinen, gut belüfteten Behälter. Ich nehme gerne dazu einen 1,5L Messbecher oder einen Ablaichkasten aus Glas. Dort sollte man natürlich dasselbe Wasser haben wie im AQ selbst und gibt etwas Seemandelbaumblatt, Erlenzäpfchen, oder auch Methylenblau hinzu, es soll gegen Laichverpilzung helfen. Ein Ausströmerstein in der Nähe des Geleges soll das zufächern von Frischwasser simulieren, was ja die Eltern den ganzen Tag sonst machen.
    Von den zu kaufenden Plastikkästen rate ich ab, da die Jungen durch die Schlitze passen. Einen sehr guten Aufzuchtkasten findet man auch bei uns in der Bastelecke, nur sollte man bei sehr kleinen Jungfischen den blauen Filterschwamm mit einer Gaze austauschen.

    Wenn die Jungen geschlüpft sind und nach wenigen Tagen frei schwimmen, kann man mit dem Füttern (frisch geschlüpfte Artemia, Mikrowürmchen) und dem täglichen Wasserwechseln anfangen. Man sollte die Kleinen aber spätestens nach zwei Wochen in ein etwas größeres, vielleicht 10L Becken umsetzen und dann je nach Größe der Fische das AQ "mitwachsen" lassen, sofern dies platztechnisch machbar ist.
    Eine Einrichtung ist nicht nötig, aber ein paar kleine Schnecken (entweder erst ins Aq setzen, wenn die Kleinen geschlüpft sind; zum Laich möglichst keine Posthorn- oder Blasenschnecken setzen, sie gelten als Laichräuber) zum Sauberhalten sind nicht schlecht.
    Als Filter für den Anfang haben sich Lufthebefilter mit einer Schaumstoffpatrone bewährt.

    c) Labyrinthfische

    Ich meine damit aber nicht die maulbrütenden Bettas, sondern ich möchte auf die Fische eingehen, die man eben einfach züchten kann und in fast jeder Zoohandlung bekommt. Wie z.B. Zwergfadenfische, Honigguramis (T. chuna; oder eine Zuchtform von C. labiosus, die oftmals fälschlicherweise als Honigguramis verkauft werden), Kampffische (Betta splendens) Paradiesfische/Makropoden usw.
    Die Zucht dieser Fische ähnelt sich doch sehr, alle Arten gehören zu den Schaumnestbauern; ein Unterschied wäre, dass Kampffischeier nicht schwimmen und Zwergfadenfische gern Pflanzenfasern zum Nestbau verwenden.
    Bei allen diesen Fischen ist es von Vorteil, ein sehr gut eingelaufenes Becken zu nehmen, da zum einen ein Filter das Nest zerstört und zum anderen die Kleinen sich von Mikroorganismen ernähren und sie in einem frisch eingerichtetem Becken außerhalb der Fütterung nicht viel finden, was im Übrigen bei Zwergfadenfischen zu Kannibalismus führt. Bei den anderen Arten konnte ich es selbst noch nicht beobachten.

    Das Zuchtbecken sollte abgedeckt sein, da kalte Luft die Schaumnester doch sehr in Mitleidenschaft zieht und es sollte sehr gut bepflanzt sein, da die Männchen ihre Weibchen recht stark durchs Becken hetzen und auch sehr ruppig werden können. Hilfreich könnte eine Trennwand oder aber auch ein Ablaichkasten sein, in dem man das Weibchen für die ersten paar Tage einsetzt, so dass sich die beiden sehen können.
    Die Weibchen sollten in der Zeit mit Leckereien verwöhnt werden, damit sie Laich ansetzen können und später bereitwillig zum Männchen gehen. Kampffischweibchen bekommen, wenn sie laichwillig sind, helle Querbänder und Paradiesfischweibchen werden sehr hell.

    Mit einer leichten Anhebung der Temperatur kann man die Chance auf einen erfolgreichen Zuchtversuch natürlich etwas steigern. Wenn nun das Männchen sein Nest fertig hat und die beiden zusammen abgelaicht haben, sollte man das Weibchen vorsichtshalber entfernen und nur noch das brutpflegende Männchen bei den Eiern lassen. Bei den meisten Arten schlüpfen die Jungen doch sehr schnell und schwimmen nach wenigen Tagen schon frei. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, auch das Männchen aus dem Becken zu nehmen.
    Füttern sollte man die Winzlinge die ersten 10 Tage mit Infusorien und evtl. auch mit Liquifry für Eierleger, erst später mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Als Filter nach dem Freischwimmen der Kleinen würde ich einen Schaumstoff-Lufthebefilter verwenden.


    d) Panzerwelse

    Bei Panzerwelsen kommt bei gezielter Nachzucht nur die künstliche Aufzucht in Frage, wobei man wählen kann, ob man die Eier absammelt, oder die Alttiere aus dem Becken nimmt. Mehr kann man in meinem Zuchtbericht nachlesen. Bei mir haben sich die Glas-Einhängekästen mit einem Luftheber zur Frischwasserversorgung sehr gut bewährt.
    Die meisten Panzerwelsarten gleichen sich doch in der Zucht schwer, es gibt nur verschieden große Gelege und auch verschieden große Eier. Manche Arten legen z.B. lieber ihre Eier in Javamoos als auf Blätter. Auch bei der Aufzucht gibt es ein paar kleine Unterschiede beim Wachstum und auch bei der Wasserqualität. Manche sind sehr einfach zum aufziehen und manche etwas schwieriger und man hat eben etwas mehr ausfälle, aber im großen und ganzen ähneln sie sich trotzdem sehr.
    Zuchtberichte
    Adolfos Panzerwels(Corydoras adolfoi)




    e) Salmler und Bärblinge

    Sie gelten in der Regel als starke Laichräuber und man sollte sein Zuchtbecken entweder mit einem Laichrost ausstatten oder ein Trichter-/Keilbecken verwenden.
    Als Laichrost können auch Glasmurmeln verwendet werden, die man einfach auf die Bodenscheibe legt. Sehr viele dieser Fische sind Freilaicher und die Eier fallen durch den Rost nach unten und können so nicht mehr gefressen werden.
    Natürlich gibt es auch Salmler wie den Spritzsalmler (Copella arnoldi), die ihre Eier nicht frei ins Wasser geben, sondern in diesem Fall an eine Scheibe oder ein Blatt über der Wasseroberfläche anheften, aber auf solch spezielle Fische kann ich hier nicht eingehen.
    Auch der Rote Neon gibt zuviele Probleme auf, die ich hier nicht lösen kann und auch nicht möchte.

    Ich setze die Tiere gern im Schwarm an und füttere sie im Zuchtbecken nicht mehr viel um das Wasser nicht zu sehr zu belasten. Für manche Arten macht sich Morgensonne sehr gut zum animieren.
    Wenn also der Laichakt, bis dahin können einige Tage vergehen und man erkennt es am ehesten, wenn die Weibchen "erschlankt" sind, abgeschlossen ist, kann man die Alttiere herausfangen und die Jungfische kann man in diesem Becken aufziehen.
    Nach dem Freischwimmen, werden die Kleinen mit Infusorien und Liquifry gefüttert, bis auch sie frisch geschlüpfte Artemia und Mikrowürmchen fressen können. Für die meisten Salmlern ist weiches, leicht saures Wasser von Vorteil, in das man ein wenig von einem Seemandelbaumblatt geben kann, um der Laichverpilzung etwas entgegenzuwirken. Natürlich sollte man auch hier immer sehr häufig etwas Wasser wechseln, damit die Jungen schnell wachsen. Als Filter benutze ich hier auch sehr gern einen Lufthebefilter.

    Dieses Keilbecken habe ich so gebaut, dass ich es in ein 12er Becken stellen kann und die Eier unten durch einen sehr kleinen Schlitz fallen.



    2. Ablaichkästen

    eigentlich ist der Name falsch, da es wohl keine Fischart gibt, die in einem solchen Kasten ablaicht, höchstens vielleicht ein Killi. Im Allgemeinen kann man die Plastikteile mit den Schlitzen an den Seiten getrost vergessen, da die Jungfische von eierlegenden Fischen viel zu klein sind und dort hindurch passen.
    Die Netz-Ablaichkästen sollen anscheinen zur Aufzucht von Panzerwelsen bedingt geeignet sein, aber länger wie die ersten zwei bis drei Wochen würde ich sie in einem solchen engen Teil nicht lassen, da sie sonst evtl. nicht richtig wachsen.
    Am besten sind diese aus Glas mit einem Luftheber zur Frischwasserzufuhr, aber auch da gilt, nur die ersten 2-3 Wochen und dann ab in ein grösseres Becken. Am besten ist es, wenn man mehrere verschieden große Aufzuchtbecken hat und die Becken immer mit den Fischen mitwachsen lassen kann.

    Für Corys kann man dieses Teil so wie es ist nehmen, aber bei kleineren Jungfischen würde ich die kleinere blaue Matte gegen eine feine Gaze, oder Artemiasieb austauschen.Dieser ist selbstgebaut, aber man kann die Teile natürlich auch kaufen.



    3. Aufzuchtfutter


    a) Artemia

    Für größere und mittlere eierlegende Fische sind die kleinen Salzwasserkrebschen Artemia immer noch das beste Futter. Dazu gibt man in einen leeren Behälter (z.B. Plastikschüssel, Glas mit großer Öffnung) 4-5 Teelöffel jodfreies Kochsalz, einen Liter Wasser und eine Messerspitze getrocknete Artemiaeier. Dieses sollte nun möglichst warm gestellt und gut belüftet sein. Ansatzversuche in unbelüfteten Behältnissen sind aber auch machbar.

    Nach ca. 24-36 Stunden sind nun diese Artemia als Nauplien geschlüpft und man kann sie an die kleinen Fische verfüttern.
    Dazu sollte man die Luftzufuhr abstellen und ein paar Minuten warten, die kleinen Krebschen sinken nach unten und man kann sie dort einfach mit einem Schlauch oder einer größeren Spritze absaugen.

    Im Handel gibt es dafür auch extra kleine Siebe, in denen man die Krebschen kurz mit Frischwasser abspülen kann. Selbstverständlich gibt es auch Aufzuchtschalen und Aufzuchtflaschen zu kaufen. Auch wir haben in unserer Bastelecke dafür mehrere Vorschläge.

    Wer eine gute Schlupfrate möchte, sollte die Artemianauplien "San Francisco" oder die "Sander Premium" nehmen. Kommt es eher auf Abwechslung bei der Fütterung an bzw. ist die Schlupfrate eher nebensächlich, tun es ohne weiteres auch die Artemiaeier von "Hobby", man sollte nur darauf achten, dass sie nicht schon zu lange auf Lager stehen.

    Diese Artemia sollten aber innerhalb von einem Tag verfüttert sein, da sie sonst kaum noch Nährwert haben, es empfiehlt sich also, wenn die ersten geschlüpft sind, schon wieder eine neue Flasche/ einen neuen Behälter am Start zu haben, um eine Versorgung der Jungfische gewährleisten zu können.
    Jungfische, die gleich nach dem Aufbrauchen des Dottersackes damit gefüttert werden können, wären
    z.B. Corydoras, Zwergbuntbarsche, Skalare und andere Buntbarsche und auch viele Killiarten.


    Jungfische die gleich nach dem aufbrauchen des Dottersackes nicht damit gefüttert werden können wären:
    z.B. Salmlerarten, kleinere Killis und auch Labyrinther. Auf diese Fische gehe ich später nochmals genauer ein.


    b) Mikrowürmer

    Mikrowürmer sind für die gleichen Fischarten wie auch die Artemia geeignet.

    Man braucht dafür nur ein kleines Plastikgefäß mit Deckel, etwas Trockenhefe, einen Zuchtansatz und etwas Haferflocken/Semmelmehl mit Wasser.
    Ich nehme immer gern einen 1L-Joghurteimer mit Deckel und fülle ca. 5cm Haferflockenbrei hinein, darauf kommt nun der Ansatz und eine Prise Trockenhefe.
    Das Ganze stelle ich dann auf die Abdeckung eines Aquariums und warte 2-4 Tage. In dieser Zeit haben sich die Würmchen so gut vermehrt, dass sie an den Seiten des Eimers hochkriechen und man sie dort mit einem Holzstäbchen/Wattestäbchen einfach abstreifen kann. Die Würmchen kann man sofort verfüttern.

    Falls dieser Ansatz mit der Vermehrungsrate nachlässt, braucht man nur wieder etwas Haferflockenbrei und Hefe nachfüllen, dann geht es wieder weiter.

    Die Würmchen sollen sehr fett sein und man sollte nicht zu viel davon füttern, aber eine Abwechslung im Speiseplan der kleinen Fische sind sie allemal.
    Sehr gern werden sie von kleinen Corydoras angenommen.


    c) Infusorien

    Infusorien (im Wesentlichen: Wimpertierchen) sind das beste Futter für alle Fische, die noch zu klein sind, um Artemia (-Nauplien) oder auch Mikrowürmer zu fressen.

    Infusorien sind kleine einzellige Lebewesen, die unter anderem im Wasser leben. Es ist sehr einfach, sie zu züchten; man braucht nur etwas Heu in einem Eimer mit Aquarienwasser gammeln zu lassen und sie entwickeln sich dort von selbst. Es ginge aber auch mit Kopfsalat, einen Ansatz zu starten.

    Wenn man dies nicht möchte, oder sich etwas mit der Zeit fürs Gammeln lassen verschätzt hat, kann man auch "Protogen" von Hobby kaufen. Ich denke das Gammeln lassen von Heu wird schon so 14 Tage in Anspruch nehmen.
    Mit diesem Granulat sollen sich Infusorien innerhalb von 24 Stunden heranzüchten lassen. Auf meiner Verpackung stand noch Brustmann drauf und bei diesen ging es tatsächlich, ich weiß nun aber nicht, was Hobby aus diesem Protogen gemacht hat, als sie Brustmann aufkauften. Anzunehmen ist aber, dass die "Rezeptur" im Großen und Ganzen beibehalten wurde.

    Vom Granulat kann man auch einige Körnchen direkt ins Aquarium geben, aber ich füttere dann doch lieber noch etwas gezielter und setze mir die Infusorien in einem Messbecher an.

    Laut Beschreibung des Herstellers kann man die Infusorienbrühe aus dem Messbecher direkt in das Aufzuchtbecken tropfen lassen, aber ich geh da auf Nummer Sicher und filtere sie genauso ab, wie wenn ich einen Heuaufguss gemacht hätte.

    Am besten nimmt man dazu einen Standzylinder und füllt ihn mit dieser Brühe zu 8/10 auf. Danach drückt man einen Schaumstoffpropfen in den Zylinder und achtet darauf, dass keine Luft darunter eingeschlossen ist. Nun kann man die ganze Sache mit Fischwasser vollends auffüllen und einen halben Tag stehen lassen.
    Durch den Mangel an Sauerstoff wandern nun die Tierchen nach oben ins Frischwasser und können mit diesem sauberen Wasser ins Aufzuchtbecken gegeben werden.

    Mein Standzylinder




    Alternativ kann man auch einige getrocknete Laubblätter in das Aquarium mit den Jungfischen legen. Durch den Zersetzungsprozess des Laubes bilden sich genügend Nährstoffe für die Infusorien. Allerdings reicht diese Methode nur für geringe Jungfischzahlen aus.

    Mit solchen Infusorien füttert man seine Jungfische so lange, bis sie die größeren Mikrowürmer und Artemia-Nauplien fressen können. Bei Betta splendens ("Kafi") dauert das ungefähr 10 Tage.

    Infusorien sind für die kleinsten Fischbruten geeignet, wie z.B. von kleinen Salmlern, Bärblingen, manchen Killis wie der Ringelhechtling und auch den meisten Labyrinthern( Fadenfischen und Kampffischen).


    d) Flüssigfutter

    Für Flüssigfutter gibt es mehrere Hersteller auf dem Markt, aber ich möchte hier nur auf "Liquifry" eingehen, da ich dieses auch schon selbst des öfteren verwendet habe.
    Von Liquifry gibt es zwei verschiedene Sorten, aber interessant ist für uns nur dieses für eierlegende Fische.
    Das flüssige Futter soll im Übrigen auch dazu benutzt werden können, Infusorien im Becken zu bilden.

    Es dient als Ersatz von Infusorien und man füttert damit also Salmler, Bärblinge und Labyrinther, aber auch viele Corydorasarten nehmen es gerne als zusätzliches Futter. Man setzt es so lange ein, bis die Fischchen groß genug sind um frischgeschlüpfte Artemia und Mikrowürmchen fressen zu können.
    [​IMG]

    e) Trockenfutter

    Viele Zufalls-Hobbyzüchter sind zu bequem, oder auch einfach unwissend, und versuchen die Aufzucht von Jungfischen mit zerriebenem Flockenfutter, aber die Erfolgschancen sehe ich schon als etwas geringer an als bei lebendem Futter. Es ist wohl möglich kleine Corys damit zu füttern, aber ein wirklich gutes Futter ist es nicht und der Fisch, der nicht viel frisst, wächst auch langsam. Zur Überbrückung, falls man z.B. zu spät Artemia angesetzt hat, kann man es aber verwenden. Es sollte nur nicht das alleinige Aufzuchtfutter darstellen.
    Wie schon gesagt, bei manchen Arten geht es, wie z.B. bei einigen Corydoras und evtl. auch bei Barschen.


    Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Thread etwas weiterhelfen und möchte mich hier bei meinen beiden Kollegen ;) Frank und Conny für ihre Mithilfe bedanken.

    L.G. Wolf
     
  2. Zucht Apistogramma cacatuoides

    Die Zucht meiner Kakadu Zwergbuntbarsche.

    ich habe mir am 24.05 ein Pärchen Kakadu Zwergbuntbarsche gekauft und sie gleich mal in ein 60L. Becken zum brüten angesetzt. Ich dachte mir eigentlich, es könnte evtl. noch zu früh sein, weil die beiden doch noch sehr jung waren.
    Sie haben von mir morgens und abends etwas Flockenfutter bekommen und zwischen den Mahlzeiten ab und an noch ein paar frisch geschlüpfte Artemia.
    Das Zuchtbecken
    Ich habe dafür ein lang eingefahrenes Becken mit 60L genommen. Bepflanzt ist es mit vielen verschiedenen Moosen und einer Cryptocoryne wendtii. Als Laichhöhlen habe ich zwei halbe Kokosnüsse versteckt.

    Normal laichen Kakadus in Höhlen ab, dass es aber auch anders sein kann, beweißt dieses Bild. Bereitgestellt von lilapetra

    Wassser
    da Kakadus nicht so viele Ansprüche an das Wasser stellen, habe ich mich für ein eher mittelhartes Wasser entschieden. Mit einer KH von 7 und einer Temp. von 25C° bin ich wohl gut im Rennen. Den pH Wert habe ich mit einem CO2 Controller auf 7,0 gesenkt, was wohl nicht nötig wäre.

    5.06.08
    Heute habe ich mal in die Ecke des Weibchen geschaut und was sehe ich, die ersten kleinen Würmchen sitzen auf dem Süßwassertang. Normal kenne ich die Kakaduweibchen so, dass sie erst mit den schwimmfähigen Jungtieren aus der Kokosnuss kommen, aber diesmal sitzen die Jungfische auf den Blättchen und zehren dort von ihrem Dottersack. Mit dem
    NO3=20mg
    KH= 7
    Temp.=25C°
    pH= 7,0 laut Controller

    NO2 habe ich nicht gemessen, aber in einem lange laufendem 64L. Becken mit einem gut eingefahrenem 2324 Eheim sollte dieser wohl gegen Null sein.

    Ich denke wegen dem hohen PO4 werde ich die Woche mal einen vorsichtigen Wasserwechsel machen.

    Es dürften zwischen 20 und 25 Jungtiere sein und hier mal wieder Bilder vom 10.06.08. Sie schwimmen nun seit 5 Tagen frei und bekommen mehrmals täglich frisch geschlüpfte Artemia Nauplien.
    Auf diesem Bild sieht man deutlich, dass der Kleine sich freut, bei mir zu sein.



    nachdem ich ja doch einen recht hohe PO4 Wert gemessen habe, ging ich natürlich gestern am 11.06.08 gleich her und habe mal 20L Wasser gewechselt.
    Ich machte halb Leitung, halb Osmose. Darüber hinaus habe ich noch das gute Rowa Phos in den Filter gepackt.

    Heute kurz 4 Werte gemessen

    PO4=2,0
    KH= 5
    Temp.=25C°
    pH= 7,0 laut Controller

    15.06.08 neun Tage nach dem Freischwimmen
    Es hat sich wohl wieder etwas ergeben.
    Meine Kleinen sitzen die meiste Zeit auf dem Kies herum und schwimmen fast nicht mehr auf, dass liegt wohl daran, weil die Mutti nicht mehr mit ihnen herum schwimmt. Ich denke sie hat da etwas besseres zu tun. Sie sitzt nämlich seit gestern wieder sehr häufig in der Kokosnuss und ich denke sie brütet da schon wieder was aus. Ich bin wohl gewohnt, dass bei Kakadus der Bruttrieb nach 3 Wochen schon nachlässt, aber jetzt schon? Das finde ich schon sehr früh. Sie ist auch vom Körperumfang wieder sehr schlank geworden, ich denke sobald diese Jungen aufschwimmen, werde ich den Bock heraus nehmen, sonst hört das ja nie auf.
    Ich werde gegen später nochmals die Wasserwerte messen, da ich zwei Tage über Nitratharz und mehrere Tage nun über einen PO4 Absorber gefiltert habe.
    18.06.08
    Die Jungen schwimmen und die Mutter passt nun wieder auf. Vielleicht war die Sache mit der neuen brüterrei doch nur Einbildung meinerseits. Es sind, so wie es aussieht, noch alle da.
    19.06.08
    nachdem sie ja nun etwas gewachsen sind, habe ich mal wieder Bilder gemacht. Auch eines vom Becken ist dabei.




    23.06.08


    der Brutpflegetrieb scheint erloschen zu sein, jedenfalls schwimmen die Jungfische überall im Becken.
    Die Wasserwerte sind wie folgt:
    pH= 7,00 mit Controller gemessen
    KH =5
    PO4=0
    Temp.= 25C°

    24.06.08 18Tage nach dem Freischwimmen
    die Brutpflege ist nun definitiv vorbei und mit meinen geschätzten drei Wochen lag ich wohl richtig.

    Ich habe mal ein neues Bild von einem Kleinen gemacht und an den weißen Kieseln erkennt man schön die Größe.



    25.06.08 19 Tage nach dem Freischwimmen
    Die Dame sitzt in ihrer Kokosnuss und brütet wieder. Ich konnte sehr gut das Gelege sehen, was da an der Decke hing.
    Sie vertreibt nun auch die ganzen Jungfische, oder stellt ihnen sogar nach. Ich habe bisher noch nicht beobachten können, dass ihr einer zum Opfer gefallen wäre, aber ich werde wohl die beiden Alten heute noch umsetzen.

    1.07.08
    eigentlich gibt es nicht viel neues zu berichten, außer, dass ich die Wasserwerte gemessen habe.
    KH:6
    pH:7,0
    NO3: 50 viel zu hoch und werde deshalb gleich mal den Nitratfilter anschließen.
    PO4: nahe 0
    Temp.:25

    Ein Bild häng ich noch an, da sieht man anhand der ausgewachsenen red fire die Größe des Jungfisches.



    8.07.08
    ich hatte heute mal wieder die Kamera in der Hand und habe doch gleich mal meine jungen Kakadus fotografiert. Im Übrigen, es sind immer noch über 20 Stück und sie nehmen jetzt auch schon Trockenfutter an.


    13.07.08
    ich habe hier ein neues Bild von einem Kleinen der nun schon etwas Farbe bekommt.

    17.07.08
    ich habe heute mal versucht die Größe zu messen, leider war es gar nicht so einfach, aber ich denke sie dürften nun 2cm haben und es werden auch langsam mehrere Tiere rötlich. Verluste kann ich so viel ich gesehen habe keine verzeichnen.

    20.07.08
    der Kleine vom Bild oben wird auf alle Fälle ein Männchen, dass kann man also nun deutlich daran erkennen, dass sich die Gabel an der Schwanzflosse entwickelt. Ich hätte nicht gedacht das es so schnell geht. Sie sind gerade mal 7-8 Wochen alt.

    es ist schön die Gabel zu erkennen.


    29.07.08


    nachdem nun einige Tiere schöne lange Flossen haben und wunderbare rote Farbe, kann ich zur Verteilung der Geschlechter folgendes berichten. Ich habe nun 6 Männchen und ca 20 Frauen. Nun ja ganz glücklich bin ich mit der Aufteilung nicht, aber mit so etwas muss man eben rechnen.



    L.G. Wolf
     
  3. Apistogramma Macmasteri

    Apistogramma Macmasteri


    Hallo Leute,
    21.06.08
    nachdem ich vor zwei Wochen meinem Mac-Männchen ein Weibchen gekauft hatte sind nun die Jungen geschlüpft.
    Ich hatte der Dame wohl am Sonntag vor einer Woche, eine Kokosnuss ins AQ gestellt aber sie zog es vor ihre Eier irgendwo versteckt hinter demSüßwassertang zu legen. Leider habe ich noch 10 Corys, zwei Prachtschmerlen die eigentlich dort gar nicht reingehören und einen Otto als Beifische im Becken und ich bin mir nicht sicher ob dies die beste Idee war. Ich denke das wird wohl so manchem Jungen das Leben kosten.

    Hier mal die ersten Bilder von den noch nicht schwimmfähigen Fischlarven in einem Astloch meiner Back to nature Rückwand. Leider ist die Ecke dort sehr dunkel und ich konnte mit bloßem Auge nicht einmal erkennen, dass die Fische schon geschlüpft sind. Auch tat sich meine Kamera sehr schwer etwas scharf zu stellen und ich denke es wäre besser gewesen, wenn sie 5cm weiter vorne liegen würden.




    Das Becken
    Ich habe mich dazu entschieden ein gut eingefahrenes 72L. Aquarium zu nehmen, dass voll mit Süßwassertang und anderen Moosen ist. Als einzige Solitärpflanze dient eine Barclaya longifolia. Ein paar Sagittaria platyphylla dienen etwas zur Auflockerung. In dem Becken ist allerdings auch eine Rückwand von Buck to nature eingeklebt und nimmt natürlich viel Platz weg, sieht aber auch echt gut aus. Als Laichhöhle habe ich eine halbe Kokosnuss ins Becken gelegt.


    Das Wasser
    da die meisten Apistogrammaarten weiches Wasser vorziehen, habe ich mich für eine KH von annähernd 0 entschieden und einem ph Wert von 6,25. Die Temperatur steht auf 25 C°

    23.06.08
    bisher hat sich noch nichts verändert. Das Weibchen passt noch immer auf ihre noch nicht schwimmfähigen Jungfische auf. Auch der Standort der Kleinen hat sie nicht geändert.
    Hier mal die Wasserwerte:
    pH= 6,25
    KH= nicht messbar
    No3= 20
    PO4= 1,5

    24.06.08
    Da ich heute eh noch nach dem Filter schauen muss, werde ich gleich mal etwas PO4 Absorber in den Filter packen.

    Wie bei vielen Apistogrammas kümmert sich nur die Mutter um den Nachwuchs und der Vater bekommt ab und an mal haue von ihr.

    26.06.08

    Es gibt aber was neues zu berichten, sie schwimmen nun. Leider sind die Kleinen im hintersten Eck gesessen und mit dem Foto schlecht zu fotografieren. Ich habe trotzdem mal ein Bild gemacht vielleicht erkennt man doch etwas darauf.


    Natürlich werden die Kleinen, mehrmals am Tag, mit lebende frisch geschlüpfte Artemia gefüttert. In diesem Fall sind die Artemia von Sander. Ich ziehe alle meine Jungfische mit Artemia auf, sobald sie diese fressen können, was ja bei Macs von Anfang an so ist. Bei mir laufen das ganze Jahr über zwei Flaschen für die Krebschen, da ich auch gern meine Neons und andere große Fische damit fütter und so kommt auch so eine 425g(1L.) schnell weg und ich brauch keine Angst zu haben, dass sie evtl. mal alt werden und nicht mehr schlüpfen.

    1.07.08
    Ich denke es werden wohl nicht sehr viele Jungfische sein, höchsten 10St., aber es scheint, dass bisher noch keine gefressen wurden.
    Die Wasserwerte habe ich auch nochmals gemessen, allerdings hatte ich zuvor einen Wasserwechsel mit etwas härterem Wasser gemacht.
    pH: 6,7
    KH: 3
    PO4: gegen 0
    Temp.:26C°
    NO3: 30
    Bei dem hohen Nitratwert werde ich wohl nochmals den Nitratfilter anschließen, denn Nitrat soll das Wachstum behindern.



    8.07.08

    Mich wundert nur, dass trotz der vielen anderen Fischen noch fast keiner fehlt. Ich kann also schon noch 10-15 Jungfisch zählen. Ich hoffe nur, dass die Mutter bei den Macs eine ausdauerte Brutpflegerin ist als die Kakadudamen, denn da war es bei meiner Dame nach drei Wochen vorbei.


    16.07.08 drei Wochen nach dem Freischwimmen
    so die Alte interessiert sich nun nicht mehr für ihre Jungen, denn sie sitzt wieder in der Kokosnuss und brütet. Ich bin mal gespannt ob diesmal mehr Eier gelegt wurden, als das erste Mal. Also machen die Macmasteri auch nicht länger Brutpflege als die Kakadus.
    Von den Jungen sehe ich noch vereinzelt welche herum schwimmen, aber es werden wohl nicht mehr alle 10-15 sein. Ich werde sie aber nicht retten sondern schauen ob auch so einer überlebt. Spätestens hier sollte man die Kleinen von den Eltern und den anderen Fischen trennen, wenn man ein gutes Ergebnis wünscht.


    22.07.08

    Hier mal ein Bild des Männchens.Die Punkte um ihm herum sind Artemia, also keine Schwebeteilchen.

    5.08.08
    ich habe gestern 6 Junge gesehen, aber ich muss sagen ich habe in dem Becken sehr viel Süßwassertang, es könnten vielleicht doch noch mehr sein.
    Die Alten reagieren auf die Kleinen im Übrigen nicht gerade schön, sondern stellen ihnen richtig nach. Mal schauen was am Schluss noch übrig bleibt.

    21.08.08
    Hallo,
    so nun habe ich tatsächlich über 10 Junge zählen können. Ich denke es müssten also noch alle da sein, da das Gelege eh nicht sehr groß war.

    L.G. Wolf
     
  4. Panzerwelszucht (Corydoras)

    Mein persönlicher Zuchtbericht.


    Da ich schon seit Jahren C.adolfoi und C. sterbai erfolgreich nachzüchte möchte ich Euch etwas davon berichten.
    Viele Panzerwelse laichen ohne viel dazutun im Gesellschaftsbecken ab, aber wenn man gezielt züchten möchte sollte man ein paar Dinge beachten.

    Vor dem Züchten:
    Die Geschlechtsunterschiede:
    Die Weibchen sind meist etwas größer aber auf alle Fälle dicker (sehr gut von oben zu erkennen).

    Ich züchte meine Welse immer in einem, nur sporadisch eingerichtetem 54L. Becken ohne Bodengrund und nur wenig Pflanzen in Töpfen. Ein kleiner Unterschlupf wird gern angenommen. Das Wasser ist am Anfang eher mittelhart bis hart und den Wasserstand senke ich auf 15-20cm. Dort werden die Tiere mit TK Futter und wenn ich bekomme mit lebenden Tubifex richtig gut gefüttert, damit die Weibchen einen Laichansatz bilden.
    Nach ca. zwei Wochen füttern mache ich einen Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser, es darf die Temp. im Becken schon um 5C° absinken. Am besten wenn gerade ein Tiefdruckgebiet im anmarsch ist. Dies reicht meist schon aus um die Tiere am nächsten Tag zum ablaichen zu bewegen. Man kann die Tiere entweder in kleinen Gruppen zur Zucht ansetzen oder auch 2-3 Männchen mit einem Weibchen. Es soll so eine bessere Befruchtung stattfinden.

    Das Ablaichen läuft bei den Corys immer gleich ab. Die Weibchen schwimmen sehr aufgeregt durch das ganze Becken, gefolgt von den Männchen. Diese versuchen dann sich vor das Weibchen zu stellen (T Stellung) und geben dort dann ihren Samen ab. Gleichzeitig lassen die Weibchen ihren Laich ab und zwar in eine Tasche, die sie aus ihren Bauchflossen formen.
    Hier kann man sehen, wie das Männchen vor dem Weibchen steht und befruchtet( T-Stellung)
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    und hier bei den Sterbai die T-Stellung
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    Die Menge der so befruchteten Eier ist von Art zu Art verschieden. Bei manchen Arten, wie dem Aeneus sind es pro Befruchtung bis zu 10 Eier und bei anderen wie dem Adolfoi und Sterbai sind es nur 1-2 Eier. Die Weibchen suchen nun einen geeigneten Platz zum Ablegen der Eier und verteilen sie im ganzen Becken. Dieses Spiel wiederholt sich nun so oft bis das Weibchen ihre Eier abgelegt hat. Der Aeneus legt sehr viele kleinere Eier in großen Paketen an Scheiben und unter Pflanzenblättern. Adolfoi und Sterbai legt seine viel größeren Eier auch an Scheiben und Blattunterseiten, jedoch nicht im Paket sondern eher einzeln. Manche Blätter gefallen den Weibchen wohl besonders gut und man findet dort auf der Unterseite oftmals auch mehrere Eier nah beieinander. Im Übrigen ist die Anzahl der Eier beim Sterbai und Adolfoi um vieles kleiner als beim Aeneus. In der Literatur steht bei den Adolfoi bis zu 60Eiern, was ich bisher noch nie hatte und beim Aeneus steht da was von bis zu 200 Eier. Diese Zahlen kann ich jedoch nicht bestätigen.

    Nach der Eiablage:
    Man kann nun hergehen, die alten Tiere aus dem Zuchtbecken nehmen, oder man kann vorsichtig die Eier mit den Fingern heraus nehmen.
    Ich persönlich habe mit der ersten Methode bessere Erfahrungen gemacht.
    Wenn man sich für die zweite Methode entschieden hat, sollte man saubere Hände haben und die Eier von den Scheiben vorsichtig in ein anderes Behältnis übertragen. Da die Eier am Anfang noch sehr klebrig sind geht das eigentlich sehr einfach. Bei den Paketen des Aeneus ist es besser eine Rasierklinge zu benutzen, mit der man sie vorsichtig von den Scheiben löst. Glücklich darf sich der schätzen, dessen Fische sich Pflanzenblätter als Laichplatz ausgesucht haben, da braucht man nur das Blatt abzumachen.
    Man kann die Eier in kleine Schalen geben die man auf der Oberfläche schwimmen lässt. Ein Stückchen Seemandelbaumblatt sollte der Verpilzung entgegenwirken. Ich selbst setze sie in einen 1,5L. Messbecher mit einem Ausströmerstein und etwas Methylenblau.
    Nach ca. 4-5 Tagen schlüpfen die kleinen Welse und man braucht sie nicht gleich zu füttern, sondern kann damit warten, bis sie keinen Dottersack mehr haben und richtig schwimmen können. Die Kleinen kann man dann mit Mikrowürmern, frisch geschlüpften Artemia und mit feinstem Trockenfutter füttern. Auf eine Reinhaltung des Wassers und des Bodens ist sehr zu achten, vor allem bei den empfindlicheren Arten wie dem Adolfoi. Ich wechsele mein Wasser im Messbecher mind. 2 Mal am Tag und das sehr, sehr langsam mit einem Luftschlauch.
    Nach 2 Wochen setze ich die Kleinen dann in ein zehn Liter Becken mit einem Lufthebefilter, aber noch immer keinen Bodengrund. Ein paar kleine Schnecken sollen mir dann ein wenig helfen, das Becken sauber zu halten, aber auf den täglichen Wasserwechsel sollte man trotzdem nicht verzichten.

    Kleine Sterbai von verschiedenen Gelege, deshalb die Größenunterschiede.
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    Wenn nun das 10er zu klein wird nehme ich das nächst größere Becken, usw.

    Die Jungen der verschiedenen Arten wachsen sehr unterschiedlich schnell. Obwohl die kleinen des Aeneus nach dem Schlüpfen viel kleiner sind als die Adolfoi, überholen sie die Adolfoi bereits nach 2-3 Wochen und ziehen dann davon.
    Hier mal ein Bild von jungen sterbai und adolfoi. Die größten Sterbai sind knappe drei Monate alt und die größten Adolfoi sogar eine Woche älter.
    Die Fische werden bei mir mind. 5mal täglich mit frisch geschlüpften Artemia,Tabletten,TK Futter und Mikrowürmer gefüttert. Anhand der TabiMin Tablette kann man sich die Größe der Jungtiere vorstellen.

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    Besonderheiten:
    Die Pandas lieben es ihre kleinen Eier einzeln in feines Gespinst zu legen, also so etwas wie Javamoos.
    Adolfoi, Sterbai und Paleatus legen große Eier einzeln oder in kleinen Stückzahlen auf Blattunterseiten und Scheiben.
    Auf den beiden Bildern kann man schön erkennen, wie das Weibchen ihr Ei zwischen den Bauchflossen hält und nach einem Platz zur Ablage schaut. Die schwarzen Punkte sind leider Blasenschnecken auf der Aquariumscheibe.Man kann auch noch zwei Eier sehen, eins an dem Blatt der Crypto und eines an der Scheibe, dieses wird wohl nicht befruchtet sein, da es schon einen weißlichen Stich hat.
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    Adolfoieier an der Scheibe
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    Adolfoi sind im Gegensatz zu manchen anderen Arten keine Laichräuber und man kann die Eier gern im selben Becken belassen.

    Im braunen Kreis sieht man einen kleinen Adolfoi mit 1-2 Wochen.
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    Aeneus verteilen ihre kleinen Eier in größeren Paketen im ganzen AQ.

    Da sich die Corydoras Arten gern auch mal kreuzen, sollte man sie nicht zusammen halten, ich habe damit schon Erfahrungen gemacht.


    links Sterbai und rechts Sterbai/Pandamischling
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    Hier noch zwei interessante Links:
    http://www.marin.de/suesswasser/deutsch ... ydoras.htm
    http://www.fisch-fieber.de/corydoras-ae ... ericht.htm

    Grüßle Wolf
     
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