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Algenarten und Hilfe

Dieses Thema im Forum "Pflanzen / Algen" wurde erstellt von Anonymous, 20. Juni 2006.

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  1. Anonymous

    Anonymous Guest

    Hallo!

    Ich habe vor hier eine Liste einiger Alganarten zusammen zu tragen, zu beschreiben, wo die Ursachen liegen können und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man dagegen vorgehen kann.

    Eins sollte klar sein: in jedem Aquarium kommen Algen vor. Die Frage ist nur: in welcher Menge - plötzliches Algenwachstum zeigt ein gestörtes Gleichgewicht an. Wichtigster Gegner der Algen sind Wasserpflanzen. Geht es den Pflanzen gut, haben Algen nur geringe Chancen. Dort sollte auch die "Bekämpfung" ansetzen: nicht etwa gegen die Algen kämpfen, sondern für ein gutes Pflanzenklima. Ein weiteres Zauberwort: Geduld! Algen verschwinden selten innerhalb weniger Tage. Man sollte solche Probleme als Herrausforderung ansehen - es kann richtig Spaß machen sich in solche Themen rein zu arbeiten... :wink:

    Sollte euch etwas in den Beiträgen auffallen, dem ihr nicht zustimmen könnt, oder habt andere Erfahrungen gemacht, dann schreibt mir ne PN!

    Viel Spaß bei der Lektüre!

    Thomas




    Kieselalgen

    Kieselalgen (lat. Diatomeae) umgangssprachlich fälschlicherweise auch Braunalge und Schmieralge genannt - sind braune Algen die meistens in neu eingerichteten Aquarien auftreten und nach kurzer Zeit verschwinden. Es gibt mehr als 250 Gattungen und 100000 Arten. Diese Einzeller treten oft in großer Individuenzahl auf.
    Kieselalgen erkennt man daran, dass sie sich ohne viel Mühe von Einrichtungsgegenständen abreiben lassen.
    In der Literatur kann man häufig lesen, dass Kieselalgen durch falsche Beleuchtung entstehen - was aber so nicht haltbar ist.
    Zum Aufbau des Gehäuses werden Silikate benötigt (Kieselsäure H2SiO3 , -Kieselsäurepanzer- später SiO2). Kieselsäure ist bei der Neueinrichtung mit Leitungswasser (häufig) im Überfluss vorhanden, was das massenhafte Auftreten der Alge erklärt.
    Zögert man den WW solange hinaus, bis keine neuen Algen entstehen, hindert man die Algen an der Verbreitung und kann so das Problem gut in den Griff bekommen.
    Beim Vergleich einer Beckeneinrichtung mit Osmosewasser tritt die Kieselalgenbildung viel geringer auf. Um Kieselsäure ganz aus dem Leitungswasser zu entfernen benötigt man einen Kieselsäurefilter (Bild).
    [​IMG]

    Als Maßnahme empfiehlt sich:
    1. den Algenbefall der "Natur" überlassen - die Algen gehen wie gesagt irgendwann weg
    2. Kieselsäure im Wasser reduzieren: z.B. mit Osmosewasser
    3. Algenbeläge von Blätter etc. abreiben und sofort absaugen
    4. Posthornschnecken, Antennenwelse, Lebendgebärende fressen diese Algenart
    5. Ph, GH senken - Lichtsituation verbessern
    6. die Situation der Pflanzen verbessern
    7. Hornkraut einsetzen, da Hornkraut ebenso Kieselsäure zum Gerüstaufbau benötigt - ergo einen Nährstoffkonkurent darstellt

    Danke Sushi, Ben_Kenobi für das Bild ;-)

    Threads:
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    viewtopic.php?t=9029&highlight=kieselalgen
     

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  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Blaualgen

    Blaualgen sind eigentlich keine "echten" Algen. Es handelt sich um eine Bakterienform, die Cyanobakterien. Es gibt 150 Gattungen und ca. 2000 verschiedene Arten. Diese Bakterien besitzen Chlorophyll und beziehen ihre Energie aus der Photosynthese. Dabei überziehen sie gerne den Bodengrund, Steinaufbauten. Bei hohen Phosphatwerten überziehen sie das gesamte Aquarium und "ersticken" darunter die Pflanzen.
    Als Ursache konnten bisher beobachtet werden: hohe Redoxspannungen, hoher Phosphatwert, starke Filterung bei gleichzeitig hohem Sedimentboden. Allerdings sind Blaualgen auch immer ein Zeichen für ein gestörtes biologisches Gleichgewicht. Deshalb wird empfohlen die Seite der "Fressfeinde" der Cyanobakterie zu erhöhen. Das geschieht - so lustig es klingen mag - durch eine langsam erhöhte Fütterung bei gleichzeitiger Filterdrosslung. Ergo erhöht man die Wasserbelastung und somit die Abbauprozesse.

    Algenarten: :arrow: http://www.labor-spiez.ch/d/organisatio ... /index.htm

    Zur Bekämpfung sollte:
    1. die Belastung des Bodens verringert werden - d.h. der PO4 Wert gesenkt werden
    2. die Filterleistung langsam senken
    3. Stellen der Infektion gründlich absaugen
    4. Dunkelkur min. 1 Woche bei gleichzeitiger Belüftung, danach 1/2 WW
    5. Anzahl der Makrophagen erhöhen (siehe oben)

    oder...
    Fahrplan für eine erfolgreiche "Dunkelkur" gegen Blaualgen:
    http://www.aquamax.de/HG06UG04.htm

    Danke ide für die Bilder!
     

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  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Grünalgen (Fadenalgen, Schwebealgen)

    Es existieren 500 Gattungen und ca. 8000 Arten von Grünalgen (Chlorophyta). Vertreter sind Pelzalgen, Fadenalgen, Kugelalgen, Zieralgen. Da Grünalgen den höheren Pflanzen durch einen ähnlichen Stoffwechsel sehr ähnlich sind, wird es bei dieser Algensort schon schwieriger. Gerade bei einem guten Milieu für Pflanzen treten auch Algen auch. Diese nehmen jeddoch nicht über Hand und können verschiedenen Fischen (Ancistus spec.) als Nahrung dienen. Erst wenn das Pflanzenwachstum sich verlangsamt schlägt die Stunde der Grünalge. Es kann dann zum massenhaften auftreten dieser Alge kommen.
    Fadenalgen kann man gut mit einem Holzstab aufwickeln und mech. entfernen. Ansonsten empfiehlt es sich schnellwachsende Pflanzen als Konkurenten einzusetzen. Eine Dunkelkur ist effektiv, da die Grünalge den selben Energiespeicher wie Pflanzen nutzt -> Stärke, diesen aber nur in wenige Zellen einbauen kann.
    Generell gilt aber auch hier wieder: die Situation der Pflanzen verbessern.

    Die sogenannte Algenblüte entsteht durch Grünalgeneinzeller Volvox. Diese Art liebt CO2 gutes Licht (HQI, Tageslicht, hohe Kelvinzahl) und Wärme. Dagegen kann man durch eine Erhöhung von organischem Material im Aquarium vorgehen, das verrottet. Dadurch erhöht sich die Anzahl der Rotatorien (Rädertierchen) im Wasser, die Einzeller zum Fressen gern haben. :)

    Ein gutes Bsp. was gegen chemische Algenbekämpfung spricht:

    www.dennerle.de 21.6.06

    Gute Erfolge wurden hier mit der sogenannten "Mittags- oder Beleuchtungspause" erreicht. Jeddoch darf man das Ergebnis nicht falsch interpretieren, dass diese etwa den Algen schadet. Eine solche These wäre bei einem solchen ähnlichen Stoffwechsel nicht haltbar. Vielmehr können sich in der Pause (min. 4h) die Stoffe neu bilden, die vorher verbraucht wurden - ergo fördert man die Situation der Pflanzen.
    Außerdem sollte man bei Grünalgen den Po4 Wert ansehen, außerdem die Situation der Beleuchtung, Co2 Versorgung.

    Speziell zum CO2:
    Man kann man bei Häder, Photosynthese, Thieme, 1999 nachlesen:
    Ich formuliere das nochmal weiter aus: es geht also gar nicht so sehr um die Algen, sondern mit dem CO2 um die Pflanzen.
    Denn die geraten bei zu wenig CO2 unter Lichtstress (Photoinhibition).
    Weiteres Problem ist, dass das Enzym (Ribulose-1,5bisphosphat-Carboxylase/Oxigenase) unspezifisch ist, also nicht an CO2 gebunden. Unter Abwesenheit von ausreichend CO2 setzt also die Oxygenase Aktivität ein und kostet somit Energie (liefert nicht ATP oder NADH, sondern Glykolat).
    Kommen wir wieder auf die Photoinhibition zurück. Das Kohlensäuregleichgewicht zu CO2 ist relativ träge. Die Alge umgeht also diesen "Engpaß" und synthetisiert das Enzym Carboanhydrase. Dieses Enzym macht freies CO2 für den Photosyntheseapparat schneller verfügbar.
    Weiterer Vorteil für die Algen ist außerdem, dass die das CO2 über den C4 Weg binden, dabei entsteht Malat.

    Danke für die Bilder: Keks, Amidala!
     

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  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Rotalgen (Bartalgen, Pinselalgen)

    Es gibt 500-600 Gattungen und 5500 Arten von Rotalgen (Rhodophyta). Jeddoch kommen nur 20 Gattungen mit 150 Arten im Süßwasser vor. In Aquarien kommen zwei Arten sehr häufig vor: Rhodochorton sp. (Pinselalgen) und Compsopogon sp. (Bartalgen). Man kann sie durch das Einlegen in Alkohol (Spiritus) erkennen, weil sie sich dann rot verfärben. Die Anheftung an die Unterlage geschieht durch rhizoidartige Zellen. D.h. wenn man die Algen oberflächlich entfernt, kann das verbliebene Rhizomgewebe neues Gewebe produzieren. Deshlab sollte man stark befallene Pflanzenteile abschneiden und befallene Einrichtungsgegenstände gut säubern, kochen und trocknen.

    Weitere Infos zu Pinselalgen gibt es zusätzlich hier: http://www.aquamax.de/HG06UG05.htm

    Posthornschnecken haben sich als wahre Rotalgenkiller gezeigt.
    Zur Bekämpfung sollten sie TWW Intervalle und Mengen verstärkt werden. Zudem sollte der Filter gedrosselt werden, was zu einer stärkeren Filterwirkung des Bodengrunds führt. Außerdem hilft manchmal ein optimaler CO2 Wert und weiches Wasser. Generell ist diese Alge sehr hartnäckig und man braucht Geduld.
    Sicherer Gegner von Rotalgen: schnelle Veränderungen der Wasserchemie: absenken von KH/GH auf 1 innerhalb einer Woche und anschließend erhöhen auf 5 verbunden mit wirklich kräftigen TWW schadet der Alge.

    MfG

    Rotalgen Bild1
    Rotalgen Bild2
    Danke sucraM
     

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  5. Anonymous

    Anonymous Guest

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