Skalartaumeln - Ursachen gesucht, mit Bildern

Rat und Tat zu Fischkrankheiten

Moderator: fluethke

Skalartaumeln - Ursachen gesucht, mit Bildern

Beitragvon Morwen » 08.01.2012 02:13

Hallo ihr Lieben,
bei meinem Vater hat Probleme mit seinen Skalaren. Er hat drei (nun nur noch zwei) Skalare, die etwa 5-6 (oder sogar mehr?) Jahre alt sind. Zwei schlossen sich immer zu einer Truppe zusammen und jagden abwechselnd den dritten und produzierten Gelege zur Schmerlenfütterung. Also eigentlich ging es ihnen Skalarmäßig gut. Nun fing vor etwa 2 Wochen der kleinere der beiden dominanten Tiere an zu taumeln, immer mal zur Seite zu kippen, erst nur sehr vereinzelt, später wesentlich häufiger, bis es sogar zeitweise auf dem Kopf stand. Wir wunderten und schauten uns das eine (kurze) Weile an bis die Situation vor etwa einer Woche so wurde, dass wir das Tier seperieren mussten, da es von den anderen noch weiter gestresst wurde und die Prachtschmerlen begannen es als Lebendfutter anzusehen. Es kam in ein seperates Quarantänebecken und lag am Ende nur noch auf einer Seite und paddelte mit den Flossen. Ohne herauszubekommen, was dem Tier fehlte, mussten wir es schließlich erlösen. Verschiedene Verursacher wurden spekuliert, die Taumelkrankheit, TBC, Darmparasiten, Schwimmblasenkrankheiten...?

Nun begann vor 2 Tagen(?) auch das größte und definitiv dominante Tier leichte Anzeichen zu zeigen, daher waren wir heute beim Fischhändler unseres Vertrauens und baten um Rat, gleichzeitig wollte ich Fotos machen, um hoffentlich bei euch Hilfe zu finden, wie wir die beiden anderen Tiere (und gar den Rest des Besatzes?) vor dem gleichen Schicksal retten können.
Der Fischhändler konnte sich das auch nicht so recht erklären und tippte entweder auf Darm oder Hautparasiten. Als wir ihm berichteten, dass der Besatz schon viele Jahre unverändert im Becken ist, war er auch verwirrt, gab uns aber Medizin zur Behandlung eben beider Verdachtsmomente mit. Offenbar was recht neues und sehr wirksames, was er auch verwendet. Es handelt sich um die Präparate Trichosal und Bilocil von http://www.manaus-aquarium.de/index.php .
Wir haben heute Nachmittag erst mal das Mittel gegen Darm- und Kiemenparasiten (Bilocil) angewendet, da uns das wahrscheinlicher erschien und der verstorbene Skalar bis zu letzt ein prächtiges Schuppenkleid trug und wir daher nicht dachten es seien Hautparasiten. Nun hoffen wir natürlich auf Besserung. Nichts desto trotz würde ich euch gerne, die ebenfalls gemachten Bilder zeigen und um Rat bitten. Vielleicht erkennt ihr ja was.
Aufgefallen ist uns, dass nun beide Tiere rot verfärbte Flossenstrahlen zeigen und auch leichte rötliche Verfärbungen im Bauchbereich zeigen. Eine leichte Rotfärbung der Bilder durch die Neonröhren ist auf jeden Fall der Fall (die schwarzen Streifen der Prachtschmerlen schimmerten auch rosa), dennoch kann man die Rotfärbung der Flossen gut erkennen.
Leider ist das Viechzeugs recht scheu, sodass die Bilder mit dem Tele vom Sofa aus gemacht wurden. Das blassere Tier ist das ehemals unterdrückte (Weibchen?), was sich glänzend erholt hat eigentlich, das größere dunklere Tier ist das dominante (Männchen?) was nun ebenfalls das Taumeln zeigt. Fressen tun sie gierig und normal (waren sogar schneller da als die Prachtschmerlen und das will was heißen) und verhalten sich eigentlich wie immer.
Hier noch die Wasserwerte (Streifentest): Nitrat: 25, Nitrit 0, GH 17, KH 8, Cl 0, pH 7,4-7,6, ich mein die Temperatur wär um 25/26°C.

Und die anderen Fragen:
- Wie groß ist das Becken?
300l, 120 x 50x 60? Oder so, 300 l auf jeden Fall.

- Wie lange läuft es schon?
Seit der letzten Umbaumaßnahme... puh... 10 Jahre her? :roll:

- Welche Fische sind drin und wieviele?
3 Prachtschmerlen, 3(nun 2) Skalare (weiß nicht welche, keine Altum), 1 Ancistrus sp. und puh paar 5-10 schwarze Neons.

- Wie ist es eingerichtet?
Halb Sand, halb Kies, darauf große Lochsteine und 1 große Moosbewachsene Wurzel, auf und um die Steine alles verkrautet mit Anubias nana, Cryptochorynen, Echinodorus, Egeria und Javamoos. Die Pflanzen wachsen nicht gut (vermutlich Nährstoffmangel) und reichen nur bis zur Beckenmitte, sehr praktisch für die Skalare, die oben Platz haben und für die Schmerlen, die oben Schwimmen und unten sich verstecken können :thumright: . Bisschen Probleme mit Blaualgen, steht aber auch direkt im Raum gegenüber einer riesigen Scheibe.

- Wie oft wird Wasser gewechselt?
Weiß ich nicht genau, ich glaub alle 4-6 Wochen (ist wohl für die Schmerlis besser, die mögen rasche Veränderungen manchmal)

- Wurden in den letzten Wochen Änderungen am Aquarium vorgenommen?
Nö... paar neue Pflanzen, die Wasserpest und die Echinodorus aus meinem eigenen Aquarium übernommen, da gibts außer Rotalgen im Moment keine Probleme, und die sind zuhause geblieben. Ich glaub der Pflanzentransfer war aber schon im August/September, sollte also eigentlich ausgestanden sein.
Hmm und wir haben ein paar Seemandelbaumblätter reingetan, aber die sollten ja eigentlihc niemandem weh tun, die Schmerlen fanden die toll zum drauf schlafen :roll:

- Wurden in den letzten Wochen neue Pflanzen oder Fische eingesetzt?
Ups schon beantwortet. Keine Fische, aber Pflanzen im Sommer. Wir würden gerne neue Rote Neons reinpacken, aber davon haben wir erst mal Abstand genommen.

- Was wird gefüttert?
Meist TetraMin, selten mal ein bisschen Lebendfutter, hin und wieder was Gurke. Was ich aber verteidigen möchte: Mein Vater ist seit er ein Junge war Aquarianer, also mindestens 40 Jahre nun und hat viel Erfahrung mit verschiedenen Arten. Die älteste Prachtschmerle ist über 27 Jahre alt, und er hat auch einen rückenschwimmenden Kongowels gepflegt bis er 30-35 Jahre alt war. Die bekamen nie was anderes als TetraMin und gelegentliches Frost und Rohfutter. Man könnte die Fütterung sicher abwechslungsreicher gestalten, aber bisher leben alle Fische sehr lang und sehr gut damit. Ich denke das aktuelle Problem ist eher nicht auf das Futter zurückzuführen.

- Verhält sich der Fisch ungewöhnlich?
Jupp taumelt

- Sind nur Fische einer Art oder mehrere Arten betroffen?
Bisher nur eine Art und ich hoffe dabei bleibt es.




So nun hier die Bilder, vielleicht seht ihr ja was? (Am Ende des Romans gibts auch ein paar Schmerlen, für die die durchgehalten haben und zum Farbvergleich)
Ich hoffe ich habe nichts vergessen, so einer Erkrankung hatte mein Vater nach vielen Skalaren noch nie, ich hoffe ihr könnt uns weiterhelfen.

Das erste Foto zeigt das verstorbene Tier am 27.11. da war offenbar noch alles okay.
Die anderen sind von heute und ich glaub ein bisschen rot kann man durchaus abziehen.
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Hier würd ich denken er hat echt Darmparasiten
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Und ein Bonbon für fleißige Leser, klein-Schmerl was sehr wiesnasig heute (man sieht auch gut den Roten Schimmer vom Licht, ich hab ihn jetzt mal einfach als Vergleich drin gelassen):
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Skalartaumeln - Ursachen gesucht, mit Bildern

Beitragvon adv » 08.01.2012 02:13


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Re: Skalartaumeln - Ursachen gesucht, mit Bildern

Beitragvon Morwen » 10.01.2012 11:40

Hat denn keiner eine Idee woher das Taumeln oder die roten Flossenstrahlen kommen? :(
Findet ihr denn, dass die Tiere gesund aussehen?
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Re: Skalartaumeln - Ursachen gesucht, mit Bildern

Beitragvon piscis » 10.01.2012 19:52

Hallo.
Das gleiche Problem hatte ich auch, und keins der Tiere hat überlebt...
Dabei fing es mit den Skalaren an, hat danach aber auch andere Arten erwischt, die aber das taumeln nicht so intensiv gezeigt haben.
Ich hatte das Gefühl, dass ein guter Schuss Bactopur in den Quarantäne-Eimer etwas geholfen hat, hab's aber damit wohl nicht konsequent durchgezogen.
Wie sieht den der Kot der Tiere aus? schleimig weiß?
Vielleicht setzt Du auffällige Tiere einzeln, fütterst sparsam und machst viele Wasserwechsel. Ich hab auch nur rumprobiert, und irgenwann hat's sich gegeben.
Wenn Du Dir die übrigen Fragen in dieser Rubrik ansiehst, wirst Du merken, dass das z.Z wohl wie die Pest ist. Jedenfalls ist mein Eindruck, dass viele AQs befallen sind, aber keiner weiß, was es ist
Viel Erfolg
S.
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Re: Skalartaumeln - Ursachen gesucht, mit Bildern

Beitragvon Morwen » 10.01.2012 20:09

Hmm danke dir auf jeden Fall schon mal für deine Meinung, das klingt ja gar nicht gut :( .
Wir haben sie lang beobachtet um den Kot sehen zu können, aber die wollte nicht :roll: , der von den ebenfalls im Becken schwimmenden Neons war normal, rötlich.
Hatten deine Skalare denn ebenso rote Flossenstrahlen? Das verwundert mich mit am meisten, im Herbst hatten sie das sicher noch nicht... :?: Das ist komisch, vor allem, wenn es wie die Pest umgeht, die hatten doch gar keinen Kontakt mit irgendwem... nicht mal die Krankheitsquelle Lebendfutter wäre vorhanden... Fliegen kann das Zeug doch nicht...

Hmm separieren ist sonne Sache, wir hätten da nur ein 60l Becken für zur Verfügung und so lange die nicht richtig krank sind, weiß nich. Die Skalare sind ja doch sehr groß und das Becken sehr klein, bin mir nicht so sicher, obs das nicht noch schlimmer machen würde :(.
Und wie und wann wurde es bei dir besser? Erzähl doch mal :).
Ich hab ein bisschen rumgelesen, aber so richtig schien nichts zu passen... oder nur so ungefähr.. :?:
Waren das bei dir denn neu eingesetzte Tiere oder hast du sonst was verändert?
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Re: Skalartaumeln - Ursachen gesucht, mit Bildern

Beitragvon piscis » 11.01.2012 20:46

Hallo.
Die Details in meinem Fall kannst Du Dir in meinen ersten Fragen in dieser Rubrik mal durchlesen...
Das mit der "Pest" war nur ne Metapher; woher, was es auch sein mag, ins AQ kommt? keine Ahnung. Ich hab aus dem Bach entnommenem Bodengrund (vllt belastet?), Lebendfutter aus der Regentonne, zu starkes Verfüttern roter Mückenlarven, Zusammenlegen zweier Becken, Bakterielle Infektionen, Flagellaten, oder Vergiftung in Betracht gezogen... Oft kamen die Probleme, so schien es mir, bei größeren Wasserwechseln, bei denen der Grund mit abgesaugt wurde. Vielleicht liegt es am Futter (Größtenteils Flocken, im Sommer Lebendfutter aus der winters trockengelegten Regentonne, letzteres über ein gut 50 Jahre altes Dach evtl doch noch asbestbelastet?)? Vermutlich ist die Chose hausgemacht und einzelne Arten, bzw Tiere kommen mit den vorhandenen Bedingungen nicht klar (Dass ihr seit Ewigkeiten Skalare im gleichen AQ haltet, widerspricht dem natürlich :? ).
Ob sich das Ganze bei mir erledigt hab, weiß ich nicht; Vor einiger Zeit ist mir nochmal ein Schwielenwels eingegangen, seitdem hab ich Ruhe.
Hab mir jedenfalls angewöhnt, verdächtige Tiere schnellstens auszusiedeln, da ich zeitweilig täglichen Verlust hatte.
Rot wurden meine Skalare übrigens nicht, dafür aber sehr dunkel. An Pflanzen kann eigentlich auch nichts hängen, denn die Diskusfische meines Nachbarn überleben trotz Pflanzenspende meinerseits.
Mehr kann ich nicht sagen; Macht was draus :wink:
Grüße
S.
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