Hilfe bei Kiemenwürmen...?!

Rat und Tat zu Fischkrankheiten

Moderator: fluethke

Hilfe bei Kiemenwürmen...?!

Beitragvon Magic29 » 05.05.2006 19:00

Hallo,

ich verzweifle bald und brauche dringen Hilfe mit meinem Barschbecken!

Das Becken läuft seit ca. 1,5 Jahren und alle Wasserwerte sind im grünen Bereich. (PH 8 / KH 8 / Temp. 23° / kein Nitrit, Chlor, Kupfer etc. / Nitrat zwischen 1 – 5 / WW: alle 14 Tage ca. 30-40% / Sauerstoff - OK). Das Becken hat 150 Liter und ist mit Lochsteinen, Muschelkies, weißem Sand sowie einigen (gut wachsenden) Anubias dekoriert. Der Besatz besteht aus 3 Pseudotropheus, 2 Feenbundbarschen, 3 Schneckenbarschen, 1 Blauer Antennenwels, 1 Flösselaal, sowie 8 Rennschnecken.

Seit ca. einem Jahr (!!!) zeigt einer der Pseudotropheus Auffälligkeiten, die ich (nach eingehender Literatur-, Internetstudie, sowie mehreren Gesprächen mit Angestellten meines Zoo-Fachgeschäftes) für Kiemenwurmbefall halte.
Der Fisch zeigt eine Schreckfärbung, scheuert sich im Kiemenbereich (heftig) an Einrichtungsgegenständen, hat eine erhöhte Atemfrequenz, legt eine Seitenflosse an den Körper an, würgt (oder hustet...?) des Öfteren, ist recht lethargisch (unterbrochen von heftigen Zuckungen und panischem Scheuern an allem was ‚greifbar’ ist) und schwimmt oft Kopfüber, oder aber gegenteilig – mit dem Schwanz nach unten (sieht aus wie eine Boje die im Wasser treibt). Ansonsten zeigte er weder Fressunlust, noch irgendwelche äußerlich sichtbaren Symptome... sieht man mal von den Hautabschürfungen ab, die durch das ständige Scheuern kommen. Er ist allerdings stark in seinem Wachstum gestört. Die Anderen haben ihn bereits überflügelt, obwohl er beim Kauf der Größte war.

Ich habe daraufhin mit der Behandlung gegen die Würmer begonnen und nichts hat geholfen... wirklich GARNICHTS!

Die Litanei der bisher verwendeten Produkte, liest sich wie die Bestandsliste einer Tier-Apotheke:
eSHa 2000, Exit, Gyrodactol, Ektol-Fluid, Ektol-Christal, Moneol, Ciliol, Preis-Coly, Dactymor.

Alle Präparate wurden anweisungsgetreu angewandt. Teilweise habe ich (nach erkannter Wirkungslosigkeit) einige Präparate (nach Rücksprache mit dem Hersteller) mehrfach überdosiert. Die „Wirkungsweise“ zeigte sich bei allen Medikamenten in einer ähnlichen Form – direkt nach dem Anwenden zeigte sich eine scheinbare Besserung, die aber schon meist am nächsten Tag wieder verschwunden war.

Einen Tierarzttermin musste ich leider platzen lassen, da ich auch unter größter Anstrengung und List, nicht in der Lage war der betroffenen Fisch (oder irgendeinen anderen...) aus dem Becken zu fangen. In der Zwischenzeit verziehen sich alle Fische schon unauffindbar, wenn ich nur an ein Fangnetz denke...! Damit fällt diese Art der Hilfe leider aus... auch ein Einzelbad ist aus den gleichen Gründen leider unmöglich. Ich müsste das gesamte Becken (das wirklich mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet wurde) praktisch komplett demontieren, um an die vielen Höhlenverstecke heranzukommen, in die sich die Fische zurückziehen.

Mein Tierarzt weigert sich (aus verständlichen Gründen) mir ein irgendein Präparat ohne vorherige Untersuchung zu verschreiben. Da diese aber nicht möglich sein wird (siehe oben) habe ich in diesem Punkt wohl Pech gehabt.

Jetzt zeigen seit kurzer Zeit auch andere Fische ähnliche Verhaltensmuster... nicht so auffällig wie der stark erkrankte Fisch, aber tendenziell in die gleiche Richtung gehend!

Ich bin verzweifelt...!

WAS... in aller Welt... kann das sein... und was noch viel wichtiger ist – wie werde ich ES wieder los...!!!

Mir ist klar, dass es eine heikle Angelegenheit ist, so aus der Ferne eine passende Diagnose zu stellen, bzw. etwas zu empfehlen. Aber ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich sogar Voodoo in Erwägung ziehen würde ;) wenn also jemand eine Idee hat, so möge er damit nicht an sich halten... bitte...! Sollte dabei etwas schief gehen, so werden garantiert KEINE Regressforderungen gestellt, oder irgendwelche Vorwürfe gemacht – versprochen!

Vielen Dank im Voraus,
Matthias
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Hilfe bei Kiemenwürmen...?!

Beitragvon adv » 05.05.2006 19:00


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Beitragvon May » 05.05.2006 22:06

Hi,

was für Pseudotropheus hast du denn genau? Auf den ersten Blick sehe ich, dass das Becken mit 23° sehr kühl ist. Ich denke 25° sollten es mindestens sein.

Den Ancistrus finde ich sehr grenzwertig. Der verträgt pH-Werte bis 8, bei den Malawies ist das absolute Untergrenze.

Kiemenscheuern ist für mich auch ein Zeichen von Kiemenwürmern.

Ich fürchte ohne einen Abstrich wirst du nicht weiter kommen.

Hast mal versucht, den Fisch morgens kurz bevor das Licht angeht zu fangen?
gruß
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Beitragvon Ralf Nelles » 05.05.2006 23:24

Hi,

dir wird außer fangen nichts andres übrig bleiben. Wenns sein muss alles raus an Deko und Wurzeln.

Ich weiß auch nicht wie er auf Höhlen steht. Sonst, wenn er auch im halbdunkeln futtert, seine leibspeise in ne Röhre, warten bis er drin ist und mit Röhre raus.
Ralf Nelles
 

Beitragvon Magic29 » 06.05.2006 00:50

Hallo,

erst einmal vielen Dank für die raschen Antworten!

Was für eine Art Pseudotropheus es ist, kann ich leider nicht sagen... bin kein Experte. Er ist Blau/Schwarz und hat einen hellgelben Saum um die Rücken- und Schwanzflosse.

Das Becken ist auf 23° eingestellt, weil es recht hell steht. Nicht in der direkten Sonne natürlich, aber auch nicht gerade schattig. Tagsüber steigt darum die Temperatur etwas an – auf 25 – 26° und fällt nachts wieder auf 23° ab. Ich habe mir sagen lassen, dass dies durchaus ein positiver Effekt ist...?!

Der Antennenwels hält sich prächtig! Er ist sehr wehrhaft, wächst und gedeiht. Mir war bei dieser Entscheidung auch nicht ganz wohl, aber die Rennschnecken alleine waren dann doch etwas zu ‚lahm’ wenn es um den Verzehr der anfallenden Algen ging. Wie gesagt, das Becken steht recht hell und ein zartes Algenwachstum ist daher nicht zu verhindern... noch dazu, weil es ein Achteckbecken ist... das Licht also von allen Seiten her einfällt.

Auf mein eigentliches Problem, hat das aber so oder so keinen Einfluss... oder?!

Ich denke auch (nach wie vor) dass es sich um Kiemenwürmer handeln muss. Die Anzeichen sind dafür einfach zu eindeutig. Und darum verstehe ich auch ehrlich gesagt nicht, warum ich mein gesamtes Becken verwüsten soll, nur um mir das dann anschließend vom Tierarzt bestätigen zu lassen. Natürlich möchte der Arzt nicht auf Verdacht irgendetwas verschreiben (ist ja auch verständlich) aber die Frage lautet doch – was könnte es (jetzt noch) schaden, es einmal auszuprobieren...?! Ich meine... kann es denn so viele verschiedene Ursachen (Kiemenwürmer...) geben, dass man wirklich exakt wissen muss, um welche Art es sich dabei handelt? Ich denke nicht, dass jeder ‚Wurm’ sein eigenes Präparat braucht... oder?

Wie schon mehrfach erwähnt – Rausfangen fällt flach! Ich habe es mit allen erdenklich Tricks versucht... den Kascher z.B. über mehrere Tage im Becken gelassen und Futter darin deponiert... ich habe Stunden vor dem Becken gesessen und auf den richtigen Moment gewartet – half alles nicht. Der ‚Junge’ ist zwar krank, aber nicht blöd ;) ...bzw. er ist doch blöd, denn ich möchte ihm ja nur helfen.

Gibt es denn nicht irgendein Präparat, das ich übersehen habe? ...etwas das in solchen Fällen schon geholfen hat? Ich meine... was sollte es denn anderes sein als Kiemenwürmer...?! Ich habe hunderte von Buch- und Internetseiten gelesen und mir ist nichts aufgefallen, dass dem Krankheitsbild auch nur nahe kommt... nichts außer eben Kiemenwürmer. Ich kann die armen Fische ja nicht über Wochen und Monate in Medikamenten schwimmen lassen... das ist aber die einzige Phase, in der es ihm etwas besser zu gehen scheint. Kaum mache ich einen großen Wasserwechsel nach der Medikation – schon geht alles wieder von Vorne los... so als ob nie etwas geschehen wäre... echt zum Verzweifeln. Von den Unsummen die ich bisher in Medikamente investiert habe, möchte ich hier gar nicht erst anfangen...

Sollte nicht irgendein Lichtschein am Horizont auftauchen, so befürchte ich, werden mir die Fische wohl oder übel, nach und nach eingehen... und ich muss zusehen und kann nichts machen.

Gruß,
Matthias
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Beitragvon Ralf Nelles » 06.05.2006 06:55

Moin,

ich habe keine praktische Erfahrung mit Kiemenwürmern, habe aber mal gegoogelt und bin auf den Artikel gestoßen

http://www.max-discus-dream.de/mddnew/F ... dlung.html
Ralf Nelles
 

Beitragvon May » 06.05.2006 08:55

Hi,

könnte es dieser sein?

http://www.zierfischverzeichnis.de/klassen/pisces/perciformes/labroidei/pseudocrenilabrinae/melanochromis_auratus.htm

oder dieser?

http://www.zierfischverzeichnis.de/klassen/pisces/perciformes/labroidei/pseudocrenilabrinae/pseudotropheus_zebra.htm


Du solltest ihn schon herausfangen. Der Tierarzt kann dann einen Kiemenabstrich nehmen und die Probe unterm Mikroskop begutachten. Daraufhin kann er eine genaue Diagnose stellen und dir das richtige Präparat geben.
gruß
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Beitragvon Magic29 » 09.05.2006 02:15

@May:

Ich glaube Ersterer ist es.

Wie gesagt - rausfangen funktioniert leider nicht... habe mir jetzt 'Gyrotox' besorgt und wage einen letzten vorsichtigen Versuch. Zuvor werde ich aber den Filterinhalt komplett erneuern. Ist zwar schade um das gute Bakterienmilieu, aber vielleicht war das bisher mein Fehler...?!

Sollte das auch nicht fruchten, werde ich es wohl oder übel mit Formalin probieren müssen (@Rane: Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel!).

Als letzten Ausweg sehe ich wirklich nur noch die komplette Neueinrichtung, bzw. den Austausch des gesamten Beckens. Dann käme ich auch an die Fische heran und könnte endlich den Tierarzt befragen... aber ich hoffe, so weit muss es nicht kommen.
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Beitragvon Magic29 » 18.05.2006 02:50

Habe gestern den Filter ausgewaschen und 50% TWW gemacht.
Heute mit der 'Gyrotox' Behandlung begonnen... der 'Kranke' zeigt recht heftige Reaktion.

Ich halte euch auf dem Laufenden...!

PS: In der Gebrauchsanweisung steht, dass die Behandlung nach 48 Stunden beendet ist... weiter nichts... :?: Soll das jetzt heißen, dass alles so bleiben kann... oder muss ich danach TWW machen und über Kohle filtern... oder wie :?: Ich liebe solche genauen Angaben...! :evil:
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Beitragvon May » 18.05.2006 09:55

Hi,

nach Medikamentengabe sollte man immer einen großzügigen Wasserwechsel machen, eventuell über Kohle Filtern.

Irgendwo hatte ich auch schonmal gehört, dass Wasseraufbereitungsmittel die Medikamentenreste bindet.
gruß
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