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Guppy (Poecilia reticulata, Lebistes reticulatus)

Name: Guppy „Millionenfisch“ (Poecilia reticulata, Lebistes reticulatus)

Familie: lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)

Herkunft: Mittel- und Südamerika

pH-Wert: 6,5 - 8,5
Temperatur: 20 - 28° C
Länge: ca. 5 cm
Besatz: ab 5 Tiere (aber mehr Weibchen als Männchen)

Wohl kaum hat ein anderer Fisch seit seiner ersten Einführung -1908- eine so rasche und weite Verbreitung gefunden wie der Guppy. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Inseln Barbados und Trinidad im Norden über Venezuela auf das nördliche Brasilien und Guayana. Verwunderlich ist es nicht, daß bei dieser großen Ausdehnung nicht nur in der Färbung, sondern auch in der Körperform und den Flossen- namentlich bei den männlichen Tieren- Verschiedenheiten auftreten. In seiner Heimat ist er gemein, lebt in Pfützen, Abflußgräben und Abwässern und gilt als vorzüglicher Vertilger der Moskitobrut.

Das Weibchen ist unscheinbar gefärbt. Seine Grundfarbe ist bräunlich- grau, der Rücken dunkler, der Bauch heller. Typisch ist der dunkelbraune Trächtigkeitsfleck, der hinter den Bauchflossen beginnt und in der Form eines Dreiecks bis zum After reicht. An der Ausdehnung diese Fleckes und an den, durch die verhältnismäßig vielen Jungtiere, stark aufgetriebenen Bauchpartien kann man den Grad der Trächtigkeit genau erkennen. Bei der Stammform sind die Flossen farblos. Es kommen aber auch Abweichungen vor, bei denen die Rückenflosse mit einem dunklen Pfauenaugenfleck und die Schwanzflosse bunt mit dunkler Zeichnung verziert ist. Das Weibchen wird 4,5-5 cm lang.

Das kleinere Männchen ist im Gegensatz zum Weibchen sehr bunt. Die schlanke, elegante Körperform und seine Farbenpracht machen das Fischchen zu einem der hübschesten und liebenswertesten Vertreter der Zahnkarpfen in unserem Becken. Seine Grundfarbe ist an den Seiten perlmutterfarben mit unregelmäßigen Flecken in allen Regenbogenfarben; darauf verteilen sich dunkle Punkte und Makel sowie pfauenaugenähnliche Zeichnungen in den verschiedenen Variationen. Die Rückenflosse ist fadenförmig ausgezogen, die Schwanzflosse schwertartig verlängert oder auch die oberen und unteren Strahlen weit ausgezogen. Der Rücken ist bräunlich, die Rücken- und Schwanzflossen bunt mit dunklen Punkten und Pfauenaugenflecken. Brust- und Bauchflossen farblos. Auffallend ist an den Männchen die zum Gonopodium (männliches Begattungsorgan) umgewandelte Afterflosse. Die dritten bis fünften Afterflossenstrahlen sind verlängert und stellen ein röhrenartiges Gebilde dar, mit dem das Männchen befähigt ist, das Weibchen zu befruchten.

Die Ernährung bereitet wenig Schwierigkeiten. Cyklops, Daphnien und gutes Trockenfutter genügt ihm vollauf.

Die Zucht des Guppy ist leicht und produktiv. Will man nun Guppy ziehen, so setze man das leichreife Weibchen(ohne Männchen) - erkennbar am Trächtigkeitsfleck- in ein Laichkasten oder in ein andere leeres Becken.
Einige Wasser- und Schwimmpflanzen schützen die Jungtiere vor der Freßlust der Mutter. Nach dem Ablaichen entferne man das Weibchen.
Die Jungen schwimmen sofort und machen schon Jagd auf kleinste Cyklops. Nach einigen Tagen füttere man schon größere Cyklops und später gesiebte Daphnien. Die Jungen wachsen sehr schnell heran und sind in kurzer Zeit laichreif.

Alle 4-6 Wochen bringt das Weibchen je nach Größe 4-80 Junge zur Welt.
Eine Befruchtung genügt, um das Weibchen zwei- bis dreimal ablaichen zu lassen. Die Geburt der Jungen ist jedoch abhängig von den Umständen der Umgebung, wie Temperatur des Wassers, Ernährungszustand, und auch die chemische Beschaffenheit des Wassers spielt oft eine nicht unerhebliche Rolle dabei. Die Geburt geht meist während der hellen Tagesstunden vor sich, und die Neugeborenen erscheinen abwechselnd mal mit dem Kopf zuerst, dann wieder mit dem Körperende, oftmals sogar 2 Stück hintereinander. Hierauf schließt sich meist eine kürzere oder längere Pause an.

In den langen Jahren seit seiner Einführung hat man schon verschiedene Varietäten herausgezüchtet, solche mit langen Rückenflossen, angezogenen Schwanzflossen, mit Goldglanz usw., die sich größter Beliebtheit erfreuen. Leider wird dem Fisch nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die er verdient. All die viele Mühe, die sich gewissenhafte Züchter machten, um schöne, große Tiere herauszuzüchten, werden zunichte, weil man diesem Fisch nicht die Beachtung schenkt, die er verdient. Die Ursachen liegen in seiner leichten Züchtbarkeit und der damit verbundenen Billigkeit.
 

 




Dieser Artikel wurde verfasst von "Stinnes"




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