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Erlenzapfen in der Aquaristik

 

 


Weltweit gibt es eine Reihe von Erlenarten, die alle zu den Birkengewächsen (Betulaceae) gehören. Für die Aquaristik spielen in Deutschland am ehesten die Schwarzerle (Alnus glutinosa) und die Grauerle (Alnus incana) eine Rolle. Äußerlich sind diese beiden Arten leicht am Blatt zu erkennen, das bei der Schwarzerle vorne abgerundet ist, während das der Grauerle spitz zuläuft. Ferner ist die Rinde des Stammes bei der Schwarzerle dunkel und rauh. Die Grauerle besitzt eine glatte – helle Rinde.

In der Aquaristik interessieren wir uns für die Frucht des Erlenbaumes.

 

Pollenflug und Befruchtung erfolgen im zweiten Frühjahr. Den Sommer über reifen die Früchte dann in den grünen geschlossenen Erlenzapfen.
Die Blüten bilden nach der Bestäubung grüne 1-2 cm lange Zapfen aus.
Im Herbst (September bis Oktober) verfärben sich die Erlenzapfen dann bräunlich.

 

Genau jetzt ist die Zeit gekommen, die noch jungen Zapfen zu ernten bevor die ersten größeren Regentage einsetzen.

Getrocknete Zapfen sind nahezu unbegrenzt haltbar, so dass sie für ein ganzes Jahr gesammelt werden können.

Nicht die Zapfen selber, sondern die noch in der Frucht gespeicherten Substanzen wie Gerbstoffe, Huminsäuren, Lignan, Anthrachinon, trihydroxylierte Flavonoide usw. sind für die Liebhaber der Aquaristik interessant.

Zur Verdeutlichung wurden vier getrocknete Erlenzapfen in genau 1000 ml destilliertem Wasser gelegt.
Schon nach den ersten Minuten erkennt man, wie Farbstoffe und andere Substanzen von den Zapfen an das Wasser abgegeben werden

 

Nach 15 Minuten hat sich das Wasser leicht bräunlich gefärbt.

 

Während der Testreihe wurde der pH Wert von einem digitalen pH Meter von der Firma TROP ermittelt.

Der pH Wert wanderte von pH 7 innerhalb von wenigen Stunden Richtung pH 6,8.

Das ist ein Zeichen dafür, dass wichtige Säuren an das Wasser abgegeben wurden.

 

Nach 4 Stunden war das Wasser von den vier Erlenzapfen dunkelbraun gefärbt. Das Wasser hatte einen pH Wert von 6,4 angenommen.

 

Nutzen von Erlenzapfen in der Aquaristik

Mehrere Versuchsreihen an Welseiern haben gezeigt, dass bei Gebrauch von Erlenzapfen im Aquarium die Verpilzungsrate deutlich verringert worden ist.
Gerbstoffe und Tannine, die durch die Erlenzapfen an das Wasser abgegeben werden, reduzieren die Ausbreitung von Pilzen. Zum Teil werden die Pilze sogar abgetötet.

Auch bei der Aufzucht von Jungfischen haben sich Erlenzapfen bewert.
Die Fische, die regelmäßig frische Erlenzapfen ins Wasser bekamen, wurden im Schnitt weniger krank und anfällig, als die Fische, die keine Zapfen bekamen.

Somit ist auch bewiesen, dass gewisse Wirkstoffe in den Zapfen Keim reduzierend sind.
 


Wie wird dosiert?

2-3 frische Erlenzapfen auf 10 Liter Wasser hat sich aus meiner Erfahrung als positiv ausgezeichnet.
Es kommt aber hier auf die „FRISCHE“ der Zapfen an.
Werden die Erlenzapfen zu spät gepflückt, hat der Regen schon sehr viel des nützlichen Stoffes aus den Zapfen gewaschen.
Zudem sollte man schauen, dass man unbelastete Zapfen sammelt. Weit weg von Straße und Landwirtschaft.

Bevor man die Zapfen ins Aquarium gibt, sollte man einen Test im 10 Liter Eimer durchführen. Das Wasser sollte nur eine leichte Braunfärbung bekommen.
Diese Braunfärbung ist nicht schädlich für Fische oder Pflanzen.
Viele Fischarten wie Salmler - kommen von der Natur aus, aus Schwarzwasserflüsse und werden sich deutlich wohler nach Zugabe von Erlenzapfen zeigen.

Die Zapfen werden entweder sofort ins Aquarium gegeben oder über ein Netz (wie ein Teebeutel) ins Becken gehängt.
Hier können sich dann die Wirkstoffe in Ruhe ausbreiten.
Viele Welsarten lieben zudem das übrig bleibende „Holz“ als kleine Zwischenmalzeit.




Dieser Artikel wurde verfasst von "Wilma"




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