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Bio CO2 Anlage

Ein Co2 Düngung ist für gutes Pflanzenwachstum meist erforderlich.
Es gibt allerdings einige Wasserzusammensetzungen, bei denen man auf Co2 Düngung verzichten kann.
Hierzu ist der Ausgangs- pH- und KH-Wert zu berücksichtigen. Diese Werte sind in u. g. Tabelle zu suchen, um seinen Ausgangs-Co2 Wert abzulesen.

Bei Becken bis ca. 180L kann man meist gut auf eine selbstgebaute Bio- Co2- Anlage zurückgreifen. Diese Anlagen beruhen auf dem Prinzip der Gärung. Je nachdem wie gering der KH-Wert ist, desto einfacher lässt sich die erforderliche Co2-Menge einbringen.
 

Benötigtes Material:
- Gärbehälter, je größer desto besser (Sodamax-Flasche, Getränkeflasche, nagelneuer 5Ltr. PVC-Benzinkanister o. ä., mit dichtem Verschluss)
- Waschflasche (ca. 0,5-1Ltr. mit dichtem Verschluss)
- Rückschlagventil (welches auch für Membranpumpanlagen Verwendung findet)
- ca. 2m Kunststoffschlauch, 4mm Innendurchmesser (besser einen Co2 Proof-Schlauch verwenden)
- ca. 0,5m Kunststoffrohr, außen ca. 5mm (relativ schwer im AQ-Handel zu bekommen)
- einen Reaktor, der die Blasen im Wasser möglichst fein zerstäubt (Lindenholzausströmer, Flipper o .ä. Wobei der zweitgenannte Reaktor mit den höchsten Wirkungsgrad erzielt.)
- luftabdichtender Kleber, wie 2 Komponentenkleber, Heißkleber oder Silikon
 

Für die Füllung:
- Zucker (bei einer Füllung für einen 5ltr. Gärbehälter werden etwa 1,3 Kg benötigt.
- Trockenhefe, abgepackt in Dreierpacks zu 3x 9g. (bei o. g. Bsp. wird eine Tüte 9g benötigt)
- Gelatine, um die Gärung stabiler zu halten, auch in 3x9g Tüten erhältlich ( bei o.g. Bsp. werden 6x 9g gebraucht)


Der Aufbau:
In den Deckel des Gärbehälters wird ein 5mm großes Loch gebohrt, in das ein ca. 10 cm langes Stück des Kunststoffrohres eingeklebt wird.



Damit ist vorerst die Arbeit am Gärbehälter abgeschlossen.

Der Deckel der Waschflasche muss mit 2 Löchern á 5mm versehen werden.
In das eine Loch wird, wie oben beschrieben, ein ca. 10cm langes Stück Kunststoffrohr eingeklebt. Für das zweite Loch wählt man das Kunststoffrohr so lang, dass dieses fast bis zum Boden der Waschflasche reicht.



Alle Klebestellen gut aushärten lassen!

Jetzt kann die Anlage installiert werden.
Dazu wird der Gärbehälter mit dem Anschluss (langes Rohr, welches fast bis zum Boden geht) der Waschflasche verbunden. Schlauch bitte entsprechend zuschneiden.
Der zweite Anschlussnippel der Waschflasche wird dann mit dem restlichen Schlauch versehen, der dann am Reaktor endet.
Hat man diese Schlauchverbindung gezogen, wird diese irgendwo zwischen Reaktor und Waschflasche (außerhalb des Beckens) zerschnitten und das Rückschlagventil ergänzt.




Die Anlage ist damit komplett aufgebaut und wir können uns jetzt an das Kochen der Gärmischung machen.
 

Die Dosierung der Füllung bei einer 1Ltr. Gärflasche:
- 1 Tüten Gelatine ( Tütchen mit 9g- Pulver ) in 300 ml Wasser 15 Minuten quellen lassen
- 200 g Zucker hinzugeben und erhitzen (nicht kochen lassen)
- etwas abkühlen lassen und dann in die Flasche füllen
- Flasche komplett mit der Lösung befüllen
- im Kühlschrank o. ä. weiter abkühlen lassen
- wenn Gemisch fest geworden ist und sich nicht mehr "gießen" lässt (ca. 3-12h), Flasche mit lauwarmen Wasser (nicht mehr als 30 Grad), Hefe (Dosierung sollte probiert werden, ca. 03- 0,6   Gramm) und 2 Teelöffel Zucker auffüllen, Der Wasseranteil entspricht etwa dem festen Gemisch.
Dieser sollte nicht zu warm sein, da bei Temperaturen über 30Grad die Hefezellen schaden nehmen.


Die Dosierung der Füllung bei einem 5Ltr. Gärbehälter:
- 6 Tüten Gelatine ( Tütchen mit 9g- Pulver ) in 1,8l Wasser 15 Minuten quellen lassen
- 1,2 Kg Zucker hinzugeben und erhitzen (nicht kochen lassen)
- etwas abkühlen lassen und dann in den Behälter füllen
- Behälter mit der kompletten Lösung befüllen
- im Kühlschrank o. ä. weiter abkühlen lassen
- wenn Gemisch fest geworden ist, Flasche mit lauwarmen Wasser, Hefe (Dosierung sollte probiert werden, ca. 4- 9 Gramm) und 6 Teelöffel Zucker auffüllen, Der Wasseranteil entspricht etwa dem festen Gemisch. Dieser sollte nicht zu warm sein, da bei Temperaturen über 30 Grad die Hefezellen schaden nehmen.

Wichtig ist, dass oben noch Luft zum ausdehnen bleibt. (min. ca.1/10)
Ist dies vollbracht, kann der Gärbehälter angeschlossen werden.
Hierbei ist penibel auf Dichtigkeit zu achten.

Die Gärung braucht ca. 12-48h bis die ersten Blasen kommen.

Bei Verwendung des Lindenholzausströmers ist darauf zu achten, dass man diesen möglichst tief im Becken positioniert um einen guten Wirkungsgrad zu ermöglichen. Die Blasen, die über den Lindenholzausströmer kommen sind schon sehr fein aufgelöst und schwer zu erkennen.

Bei Aquarium Wasser, das einen Kh-Wert <3 Grad hat, ist vorsichtig mit Co2 zu düngen.
Da durch zu viel CO2 der PH-Wert leicht auf 6 fallen kann.
Bei zuwenig Co2 kann der Ph Wert wiederrum leicht auf 8 ansteigen. Beides ist normaler Weise unerwünscht und kann den Fischen schaden.
Des Weiteren sollte man jetzt den Ph- und KH Wert in den ersten Tagen regelmäßig prüfen, um damit seinen Co2 Gehalt zu errechnen.
Hierzu hilft folgende Tabelle: Link

Der Co2 Gehalt ist über die Blasenanzahl einigermaßen dosierbar. Hierzu muss mit der Hefemenge experimentiert werden.



Nachtabschaltung
In einigen Becken kann es vorkommen, dass nachts zu viel Co2 im Becken vorhanden ist. Daraus ergibt sich dann meist auch ein zu geringer Anteil an Sauerstoff.

Um Dieses zu vermeiden, ist es hilfreich ein 3/3 od. 3/2 Wege-Sperr-Ventil (ca. 2 €) zu verbauen.




Damit kann man entweder dem Becken Co2 zuführen oder/und es an die Umwelt ablassen.
Mit dieser Installation kann man nun nachts oder bei Krankheitsbehandlungen manuell die Co2 Zufuhr unterbrechen.

Um jetzt noch eine automatische Nachtabschaltung zu realisieren, wird ein Magnetventil benötigt.
(Dieses ist für ca. 20 € bei ebay zu haben.)



 
Das Ventil wird nun am Ausgang zum Ablassen montiert, anschließend öffnet man beide Kreisläufe und bestromt das Ventil in der Nacht.
Da die Co2-Blasen immer den Weg des leichteren Widerstands gehen, gelangt somit kein Co2 in das Becken.
Gleiches ist bei Verwendung eines Magnetventils, auch mit einem einfachen T-Stück möglich.




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