Wieviele TWW beim Einfahren?

Aller Anfang ist schwer... Aber hier gibts Hilfe!

Moderatoren: maguro, elchi07, Baeckermeister

Beitragvon Kleines » 05.05.2006 20:15

Parallax hat geschrieben:und @kleines... da bin ich einfach faul... ich verschwende keine zeit mit etwas was keinen sinn macht... ich könnte ja auch noch jede woche meine fische putzen oder sie unter den kiemen kratzen aber das is mir auch zu blöd... :wink:


Doller Kommentar, zeugt von Intelligenz! :D
So, schönen Abend noch - muss ja schließlich meine Fische noch bürsten....
Kleines
 

Beitragvon adv » 05.05.2006 20:15


adv
 
Beiträge: 142
Registriert: 02.08.2009 22:03
Wohnort: Hamburg
 

Beitragvon mherzog » 07.05.2006 22:14

:D Vielen Dank für Eure Tipps. Werde also in nächster Zeit kein Wasser mehr wechseln und das AQ einfach in Ruhe lassen.
mherzog
 
Beiträge: 23
Registriert: 20.04.2006 12:21
Wohnort: Dauchingen

Beitragvon Ralf Nelles » 08.05.2006 06:34

Moin,

ich denke irgendwie das hier ein haufen Denkfehler vorliegen.

Wasserwechsel in der Einlaufphase zögern gar nichts raus :wink:

Sonst müssten mir folgende Phänomene mal erklärt werden.

a) Manch haben gar kein Nitritpeak. Woher kommen bei denen die Nitrifikanten?

b) Manche haben beim einfahren max. 0,3mg/l Nitrit als Nitritpeak( ich auch), andre weit über 1 . Habe ich mit nur 0,3 jetzt ein Problem weil ich nie richtig viel Futter für die Nitrobakter hatte? Wohl kaum.

c) Wenn der Besatz im Laufe der Zeit höher wird, und auch grade anfangs mal überfüttert wird, warum bekommt man dann nicht einen Riesenüberhang Nitrit?

Tja, so einfach ist das wohl nicht.
Ich empfehle immer wieder die Seite http://www.aquamax.de/HG10.htm
für die Infos zum Wasserwechsel. Ich habe mich mal länger mit Bernd Kaufmann darüber unterhalten und finde durchaus schlüssig was er dazu sagt.
Übrigens ist Bernd Kaufmann kein Unbekannter. Seit 35Jahren Aquarianer und seines Zeichens ein verantwortlicher Mitarbeiter und Admin von Dennerl*.
Nun kommt nicht mit dem Spruch, die wollen ja auch verkaufen.
Nun, Dünger der beim Wasserwechsel mit reingebracht wird, muss auch so öfters neu hinzu gefügt werden, wenn auch in kürzeren Intervallen.
Und stattdessen könnten si ja auch versuchen Filterbakkies, Wasserklar, Nitratabbauprodukte, Phosphatbinder etc. verkaufen und stattdessen Wasserwechsel länger zu intervallen.

Übrigens, mit wöchentlichem Wasserwechsel, hatte ich noch nie Probleme mit Algen oder Nitratüberschuss.

Aso, in meinen Augen ist auch in der Einlaufphase ein Wasserwechsel nicht schädlich, sondern eher eine gute Übung. Allerdings reichen da die Woche gut 15-20%. Später steigend mit Besatz :wink:
Ralf Nelles
 

Beitragvon fluethke » 08.05.2006 10:12

Hallo Ralf,

nein, so einfach ist das wirklich nicht. :)
a) Manch haben gar kein Nitritpeak. Woher kommen bei denen die Nitrifikanten?

Die Nitrifikation kann hierbei schon im Keim erstickt sein. Eine Vorstufe zum Nitrit ist Ammonium, dieses wird bevorzugt von den Pflanzen aufgenommen und damit entsteht kaum Nitrit, so dass ein Peak erst gar nicht entsteht. D.h. bei reichlichem Pflanzenbesatz, wird alles entstehendes Ammonium verbraucht und kein Nitrit erzeugt. Hier besteht die Gefahr, dass bei Einsetzen der Fische der Peak verspätet ausgelöst wird.
b) Manche haben beim einfahren max. 0,3mg/l Nitrit als Nitritpeak( ich auch), andre weit über 1 . Habe ich mit nur 0,3 jetzt ein Problem weil ich nie richtig viel Futter für die Nitrobacter hatte? Wohl kaum.

Das gleiche Spielchen wie oben. Wird nun in so ein Becken schnell der komplette Fischbesatz eingesetzt, kommt der Peak verspätet, aber er kommt. Werden langsam wenig Fische eingesetzt, haben die paar Nitrobacter Bakterien Zeit sich auf das erhöhte Ammonium Angebot einzustellen und wachsen quasi mit.
c) Wenn der Besatz im Laufe der Zeit höher wird, und auch grade anfangs mal überfüttert wird, warum bekommt man dann nicht einen Riesenüberhang Nitrit?

Das ist eben die Frage, was "im Laufe der Zeit" bedeutet. Wenn das langsam geschieht, dürfte nichts passieren.

D.h. deine Phänomene sind auch durch eine Mangelernährung der nitrifizierenden Bakterien zu erklären. Dafür ist jedes Becken zu individuell. Sollte in so einem Becken in der Einlaufphase die Bakterienpopulation durch TWW weiter geschwächt werden, kann ich mir schon vorstellen, dass der Peak weiter herausgezögert wird. Wir reden hier auch nur von Becken ohne Fischbesatz.
Ich bin aber auch nicht so kühn zu behaupten, wer in der Einlaufphase TWW macht, macht alles falsch. :wink:

Zum Nitritpeak übrigens ein schöner Artikel von Dr. Kasssebeer:
http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Nitritpeak.htm
Gruß Frank
fluethke
AQL-Team
 
Beiträge: 6297
Registriert: 12.10.2005 10:00
Wohnort: Oldenburg

Beitragvon Ralf Nelles » 08.05.2006 10:38

fluethke hat geschrieben:
nein, so einfach ist das wirklich nicht. :)


nein, beim besten Willen nicht, es streiten sich ja noch genügend Gelehrte drum :lol:
fluethke hat geschrieben:Die Nitrifikation kann hierbei schon im Keim erstickt sein. Eine Vorstufe zum Nitrit ist Ammonium, dieses wird bevorzugt von den Pflanzen aufgenommen und damit entsteht kaum Nitrit, so dass ein Peak erst gar nicht entsteht. D.h. bei reichlichem Pflanzenbesatz, wird alles entstehendes Ammonium verbraucht und kein Nitrit erzeugt. Hier besteht die Gefahr, dass bei Einsetzen der Fische der Peak verspätet ausgelöst wird.

Wenn dies so schwerwiegend wäre, müsste eigentlich das AQ ohne Pflanzen eingefahren werden umd ja einen hohen Nitritgehalt zu haben.
fluethke hat geschrieben:Das gleiche Spielchen wie oben. Wird nun in so ein Becken schnell der komplette Fischbesatz eingesetzt, kommt der Peak verspätet, aber er kommt. Werden langsam wenig Fische eingesetzt, haben die paar Nitrobacter Bakterien Zeit sich auf das erhöhte Ammonium Angebot einzustellen und wachsen quasi mit.

Dann müsste nach jedem einsetzen von Fischen, rückschneiden von Pflanzen, entfernen von bekannten Nitritblockern, wie Mooskugeln oder Wasserefeu zu einem messbaren Nitritanstieg führen.

fluethke hat geschrieben:Das ist eben die Frage, was "im Laufe der Zeit" bedeutet. Wenn das langsam geschieht, dürfte nichts passieren.


Zeit ist Ok, nach allgemeinen Angaben dauert die Bildung von Nitrifikanten zwischen 10 und 14 Tagen. Dazwischen?
fluethke hat geschrieben:D.h. deine Phänomene sind auch durch eine Mangelernährung der nitrifizierenden Bakterien zu erklären. Dafür ist jedes Becken zu individuell. Sollte in so einem Becken in der Einlaufphase die Bakterienpopulation durch TWW weiter geschwächt werden, kann ich mir schon vorstellen, dass der Peak weiter herausgezögert wird. Wir reden hier auch nur von Becken ohne Fischbesatz.
Ich bin aber auch nicht so kühn zu behaupten, wer in der Einlaufphase TWW macht, macht alles falsch. :wink:


Erklärbar ist es wirklich nur bei dem jeweiligen AQ mit entsprechender feinen Messtechnik.
Das ganze Geheimnis, der ganzen Geschichte dürfte sein, das sich die Bakterien, egal ob wenig oder mehr Nitrit auf der kompletten Fläche des Filterschwamms ausbreiten, und nicht nur je nach Messbarkeit nur 2cm² wenn wenig vorhanden ist. Die bakkies haben einen Fresshunger der nicht immer gleich ist. Wenn wenig Nitrit vorhanden kommen sie auch mit wenig klar. hauptsache etwas ist überhaupt da. Wenn viel Nitrit da ist können sie auch mehr umwandeln. Das natürlich bis zu einer gewissen grenze.
Überlege mal, wenn du ne Woche nicht fütterst, wegen ner krankheit, geht dein Nitrit merklich zurück. Die organische belastung ist ja geringer. Trotzdem hast du bei wieder anfütterung keinen Nitritpeak.
fluethke hat geschrieben:Zum Nitritpeak übrigens ein schöner Artikel von Dr. Kasssebeer:
http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Nitritpeak.htm


Oh ja, ich kann Deters und auch andre experten fast blind runterleiern. Aber hinterfragen tue ich trotzdem :wink:

Also ich bin jetzt mal ganz kühn, und meine, das ein Wasserwechsel in geringem Maße nicht schädlich ist. Wenn verdünnen schädlich ist, müsste ich im Umkehrschluss massig anfüttern dürfen, um den Peak so hoch wie möglich in kurzer Zeit zu treiben ( am besten noch ohne Pflanzen)und langsam abklingen zu lassen eine schnelle sichere einfahrmethode sein.
Eine These die nur was verdeutlichen soll, bevor jetzt einer auf die Idee kommt das tatsächlich zu machen*g*
Ralf Nelles
 

Beitragvon Parallax » 08.05.2006 12:19

was rane sagt is eigentlich recht richtig... die bakterien haben keinen "magen" in dem sie ihr essen ausreichend stark speichern können... wenn was zum essen da ist werden die bakterien sich auch schlagartig vermehren und wenn nichts da ist werden eben eine entsprechende anzahl eingehen... das wichtiste meiner ansicht nach das im becken eine stabile population an nitrit- und nitratbildender bakterien da ist... sollte nun zusätzliche belastung hinzukommen (fischi) wird sich die population sehr schnell vermehren (stunden bis wenige tage).. da in einem einlaufenden becken ja keine lebewesen vorhanden sind seh ich jedoch keinen grund das wasser zu wechseln (außer zu übungszwecken).. hinauszögern wird es sicher net allzu sehr da ja ständig irgendwelche pflanzen absterben oder andere organische verbindungen anfallen... wie gesagt nicht die anzahl der bakterien is ausschlaggebend sonder eine stabile population...

mfg
parallax
Dem Ingenieur ist nichts zu schwör...

AQ: 360 Liter mit 25 Neons, 7 Zebrabärblinge, x Antennenwelse, x + y Korallenplatys, 7 Dornaugen, 5 siamesische Rüsselbarben
Parallax
 
Beiträge: 477
Registriert: 31.01.2006 13:17

 
Vorherige


Ähnliche Themen


Zurück zu Beginner Forum



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: berpi058, m-poxy, Martin Krüger, Robert S und 17 Gäste