Ein Becken mit Pfauenaugenbuntbarschen

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Ein Becken mit Pfauenaugenbuntbarschen

Beitragvon JollyRouge » 03.01.2012 18:00

So mal ein kleiner Guide mit Eckdaten für alle Leute die versuchen Pfauenaugen zu züchten.
Die Fische habe ich jetzt gut 4 Jahre und sind die einzigen Bewohner des 500l Becken. Ein baldiger Umzug steht an, in ein 800l Becken.

- Einrichtung: Die Barsche drehen so gut wie alles um. Beplanzung hat sich bis jetzt nichts gehalten. Alles wird umgedreht und durchwühlt. Wichtig ist sehr viel Kies. Die Fische buddeln ein Loch für die Eier und Pflegen in den ersten Tagen die Jungen auch dort. Bei mir frisst das Weibchen während der Brutpflege überhaupt nicht.

- Wasser: Ich habe hinter das Auqarium ein zweites Becken was als Filter dient. Es ist ein 200l Becken und in zwei Bereiche unterteilt. Der erste Bereich ist voll mit Wasserpest. (Im eigentlichen Becken werden alle Pflanzen sofort gefressen), In der zweiten Kammer befindet sich erst grobe Filterwatte und dann immer etwas feiner. Ganz am Ende befindet sich eine Einfache Pumpe. 500l pro Stunde werden umgewälzt.
Wassertemperatur halte ich penibel auf 28°C. Erst ab da fängt sie an die Eier zu legen. Bis jetzt immer nachts.
Zusätlich verwende ich einen Sauerstoffstein. Die Fische benötigen bei der Größe sehr viel Sauerstoff.

- Futter: Gefüttert wird mit lebenden Goldfischen, Rinderherz, Maden, Regenwürmer und hin und wieder etwas Blattsalat.
Mückenlarven bieten sich nicht so gut an. Bei der Größe der Fische und ihrer wilden Art verteilen sie das meiste Futter nur im Becken und das Wasser kippt sehr schnell um. Achtung: Bei dieser sehr fleischigen Aufzucht werden die Tiere anderen Tieren sehr agressiv. Das Gemüt wird durch Trockenfutter beruhigt, was aber nicht wirklich gut ist. Es sollte immer eingepolsteter Deckel auf dem Becken sein. Bei der Fütterung springen die Fische gerne.

- Zucht: Die Tiere haben einen ausgeprägten Charakter und sind sehr wählerisch. Ich hatte zuerst 5 Weibchen (alle 6cm gro) und 2 Männchen, ebenfalls 6cm, im Becken. Nach einem Jahr habe ich das dominante Mänchen und 3 Weibchen behalten! Keine 2 Monate später war das Männchen immer mit einem Weibchen zusammen und hat die anderen vertrieben. So hatte ich mein Paar. Schneller kann man sich ein Zuchtreifes Paar auch bei einem Züchter kaufen. Wenn sich denn endlich ein Paar gefunden hat kann es beginnen. Die Fische waren zu dem Zeitpunkt aber schon 20cm groß. Die Temperatur halte ich, wie oben beschrieben, auf 28°C. Alles unter der Temperatur legen die Tiere keine Eier.
Nicht aufgeben bei den ersten Versuchen, meine Fische brauchten auch 3 Anläufe bis die ersten Jungen aufgezogen werden.

Das Weibchen betreibt Brutpflege. Wenn die Jungen geschlüpft sind, habe ich 4 Tage die Jungen bei den Eltern gelassen. Alles was länger war, haben die Eltern die Jungfische über Nacht gefressen. Also habe ich die Jungfische am 3ten Tag mit einem Mückennetz gefangen und alleine in ein 200l Becken ohne Filter und nur mit Sauerstoffstein sowie Heizung (25°C) gehalten.
Der Filter blieb weg....naja kleiner Fisch starker Filter....man kann es sich schon denken.
Gefüttert wurden die kleinen Fische mit lebendigen Salinkrebsen. Eine Anleitung für Unwissende findet man hier, finde ich sehr gut beschrieben wie die Krebse aufgezogen werden. http://www.mein-aquarium.com/tipps/futter/artemia-salina-salinenkrebse-zucht.php

Mit 3-4 Monaten habe ich die Kleinen mit Mückenlarven und leicht gemahlenes Trockenfutter aufgezogen.

Das war auch schon alles. Und damit ihr sehr um wen es hier geht. Ein paar Bilder dazu. Der gemusterte Fisch ist das Weibchen:
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Ich hoffe, ich konnte ein paar Leute dazu beigesitern ebenfalls diese Fische zu halten, da ich finde, dass diese Art immer weniger gehalten wird.
Wobei man auch bedenken sollte, es ist nicht einfach. Futterkosten sind sehr hoch und auf die Wasserqualität muss genau geachtet werden. Es enstehen viele Gifte bei einer derart organischen Fütterung.
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Ein Becken mit Pfauenaugenbuntbarschen

Beitragvon adv » 03.01.2012 18:00


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Re: Ein Becken mit Pfauenaugenbuntbarschen

Beitragvon kèvin » 03.01.2012 19:14

Hallo

Das ist wirklich ein toller Bericht :thumright: und inspiriert mich auch ein bisschen dazu ein Bericht über meine
Herichthys carpintis zu schreiben.Was mich nur immer aufhält ist das ich nie
anständige Fotos hin bekomme.
Mit freundlichen Grüßen
Kevin
kèvin
 
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Re: Ein Becken mit Pfauenaugenbuntbarschen

Beitragvon JollyRouge » 03.01.2012 19:33

Danke für das Kompliment!
Aber das mit den Fotos kenne ich! Ich bin erstens kein Fotograf, zweitens habe ich nicht die Ausrüstung. Eine alte Handykamera ist das und die Fische halten auch nicht gerne still wenn sie mich sehen! Die denken immer es gibt Futter!

PS: Leider scheint die Editfunktion nur für eine gewisse Zeit zur Verfügung zu stehen. Ich habe jetzt 2 PNs bekommen zwecks Wasserwechsel.
Wie schon erwähnt ist die Belastung durch so organische Fütterung sehr hoch. Einmal die Woche teste ich auf Nitrit und Nitrat.
Je nach Wert wechsel ich pro Woche 100-150l Wasser. Die anderen Werte bestimme ich alle zwei Wochen!
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